Swieta Lipka (dt Heilige Linde) ist ein polenweit bedeutender Ort der Marienverehrung. Der barocke Bau wurde im 17. Jahrhundert von den Jesuiten erbaut und ist mit seinem Kreuzgang, seinen Fresken und dem riesigen Hochaltar schon beeindruckend. Aber das wertvollste Stück ist die Barockorgel, sie wurde 1719 bis 1721 gebaut. Der Organist kann zum Spiel die Engel auf der Orgel drehen oder nicken lassen und die Glöcklein schwingen und drehen lassen. Hunderttausende pilgern pro Jahr hierher und bitten um Ablass.
Wir sind etwa um 12.00 vor der Kirche gestanden, die Leute haben den Eingang belagert und der Gottesdienst wurde per Lautsprecher nach daussen übertragen. Um 12.30 war die Orgelvorführung mit den Dreh- und Nickengeln angesagt und wir warteten. Plötzlich Bewegung und eine ganze Prozession mit weiss gekleideten Geistlichen mit Kreuzen, Helgedrääger, der Bischof? unter dem Dächli, das von vier älteren Herren getragen wurde, Körbe mit Gemüse und Brot sowie ein grosser, toll gemachter Güggel, richtig Erntedankfest. Der Umzug bewegte sich zum Hügel gegenan und viele Leute folgten ihm. Das war die Gelegenheit, rein in die Stube und wir sassen auf einem der „Rückenbrecher-Bänggli”. Zuerst Pause, dann Orgelspiel und dann – kam die ganze Prozession zurück in die Kirche, inklusive Güggel!
Dann dauerte es noch ein Weilchen, bis das Programm beendet war und die Leute die Kirche verliessen – und jetzt stürmten die Touris die noch verbleibenden Plätze für die Orgeldemo. Sie tönte toll, die Orgel, erinnerte mit den bewegten Figuren manchmal an Jahrmarkt, aber hören- und sehenswert.
Nach einem Abstecher nach Reszel mit Burg und einem Halt in Ketrzyn mit Seeli, sind wir wieder durch die sensationellen Alleen mit alten Eichen zu unserem Hüsli am See zurückgefahren.
Ich habe das Velo etwas fit gemacht, vermutlich ist es noch aus der UdSSR-Zeit, aber es bewegte sich. Ich fuhr zu einem der vielen Kanäle, zu dem mit der antiken Drehbrücke, die immer noch von Hand bedient wird. Die grossen Seen hier sind mit Kanälen verbunden, im 19. Jahrhundert waren das die wichtigen Transportwege mit den Dampfschiffen.

Nun werden die Kanäle für die Freizeitschifffahrt genutzt und die Segelschiffe, alle mit Kippmasten ausgestattet, nutzen diese Kanäle rege.

















