Ich wachte heute morgen wegen eines ganz neuen Geräuschs auf – es regnete! Seit Marathon in Texas (Tag 16) das erste Mal.
Diesmal war das Südstaaten-Morgenessen etwas fade und mit Griessbrei und Hamburger mit Scones schon etwas gewöhnungsbedürftig und der Eigner hat noch serviert, was die Geschichte nicht gerade beschleunigt hat.
Wir fuhren auf dem Natchez Trace Parkway, ein ehemaliger Handels- Truppenverschiebungs- und Reisepfad, nordwärts und liessen die beabsichtigten Stopps und Hikes wegen Dauerregen oder Überschwemmung links und rechts liegen, also waren wir bereits um 12.30 in Vicksburg.
Natürlich haben wir zuerst die einzige Coffee Bar ausfindig gemacht und siehe da, der Regen liess langsam nach. Wir fuhren in den “Historic District” und absolvierten einen recht interessanten Rundgang durch das Städtchen, gegründet 1811 von Newit Vick.
Die Vicksburger versuchen ihre Geschichte einigermassen zu erhalten und haben sie zum Teil nett und gut dokumentiert aufgemacht. Aber es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bergabwärts geht. Viele Häuser sind unbewohnt und nahe am Zerfall, viele Läden geschlossen, die Riverfront ist schrecklich von unbenutzten Parkhäusern verschandelt und der Charm der alten Zeiten poppt nur selten auf.
Interessant, dass Vicksburg von 1899 bis 1939 eine Strassenbahn mit fast 20km Schienenlänge hatte – sie wurde dann durch Busse ersetzt.
Beste Pizza und Salat seit langem! Das in einem italienischen Restaurant vis-à-vis von unserem Hotel, in einem Outlet, in dem sicher ein Drittel der Geschäfte definitiv geschlossen sind. Unglaublich.
Morgen schauen wir uns den National Military Park an, ein Relikt aus der Bürgerkriegszeit.

Abendstimmung gestern in Branton Hall.

Sicht aus dem Fenster, heute Morgen.

Unterwegs auf dem praktisch verkehrsfreien NTP, eine Strasse als National Park, beliebt bei den Velofahrern – ja wir haben sicher 10 gesehen (aber nicht heute)!

Vicksburg Downtown, Anlegestelle der Mississippi-Dampfer.

City Hall.

So wünscht man sich das – wir waren aber zu Fuss unterwegs.

Die Mississippi River Commission, die sich zusammen mit dem US Army Corps of Engineers, um die Massnahmen gegen Hochwasser kümmert wurde 1927 nach dem verheerenden Hochwasser hierher verlegt.

Das Lakemont House. Die verbogenen Gitterstäbe rechts im Tor sollen von einer Kanonenkugel der Yankees stammen, die während der 7 wöchigen Belagerung abgefeuert wurde.

Das alte Court House.

Und dann wäre da noch das Modell des Mississippis auf Höhe von Vicksburg, das vom US Army Corps of Engineers zu Studienzwecken gebaut wurde.

Das Flaggschiff der noch operierenden Dampfer, die American Queen.

Renovation eines Ladens, die Maler sind auf angeschnallten Stelzen unterwegs!

Nicht zu vergessen die Schutzmauer am Mississippi mit ihren Bildern aus der Geschichte von Vicksburg.

Vor vier Monaten reklamierte das Kasino bei der Verwaltung, weil das Wasser vom Mississippi bereits in die Spielhallen einzudringen drohte. Also wurden hinter der Mauer die drei Pumpen installiert, die bei Bedarf anspringen…

… und er hat die Pumpen montiert und wartet seit einer Stunde auf seinen Chef. Er sei froh, dass er Arbeit habe, besitze drei Autos und das gehe nur weil die ganze Familie zusammen wohne und so Geld sparen könne… hey man, take care man!

