Kompensation des Carbon Footprints

Mit einer angepassten Berechnung unseres CO2-Fussabdruckes kommen wir auf etwa zusätzliche 9 Tonnen CO2, die wir mit unserer Reise erzeugt haben.

Um das Gewissen etwas zu erleichtern und hoffentlich auch einen angemessenen Beitrag zur nachhaltigen Vermeidung von CO2 zu leisten, haben wir uns entschlossen dieses Projekt zu unterstützen.

 

Noch ein paar Bildeli

So, nun bin ich auch noch dazu gekommen, meine weiteren 3000 Bilder unserer Reise zu sichten und habe mal versucht die “besten 5%” zu selektieren – ist natürlich extrem schwierig, wenn 95% sehr gut sind!

Hier findet ihr das Album auf Google Photos.

Wünsche allen eine gute Woche!

18.04.2017, Tag 96 und 97, Hongkong – Allschwil

So, unsere Reise ist beendet. Wir sind zu Hause. Für uns war es ein tolles Erlebnis und wir haben es genossen, von einem Tag in den Anderen und von einem Eindruck zum Anderen zu gelangen. Jetzt sind wir einerseits froh, wieder zu Hause zu sein, Familie und Freunde wieder zu sehen, aber andererseits wird sicher auch noch etwas Wehmut nachklingen, wenn nach mehr als drei Monaten und solch vielen Erlebnissen “plötzlich” Schluss ist.

Für unsere “Blogverfolger” auf der einen Seite eine Erleichterung, nicht mehr unter dem Erwartungsdruck zu sein, unseren Blog jeden Tag lesen zu müssen, aber auf der anderen Seite, wie wir gehört und gelesen haben, gibt es auch diejenigen, die das Lesen unserer Nachrichten fest in den Tagesablauf eingebaut haben. Die werden unter Entzug leiden 😱. 

Also, ganz herzlichen Dank am Interesse an unserer Reise und an unserem Blog und Danke für die vielen Kommentare! Es hat uns riesig gefreut!


Unsere Reise in Zahlen

  • 97 Reisetage insgeamt
  • 7 Länder, fast alle mit Linksverkehr und fast alle waren mal von England kolonialisiert oder besetzt (zusammen mit Allierten)
  • 12 Inseln besucht
  • 46 verschiedene Hotels / Motels besucht
  • 8200 km mit Mietwagen (Australien, Neuseeland und Fiji) zurückgelegt
  • 8 Stunden auf Fähren unterwegs
  • 20 Stunden mit Zug (Japan) unterwegs
  • 56 Stunden im Flugzeug gereist
  • Durchschnittlich 14’000 Schritte pro Tag
  • Alles freiwillig und wir fanden es auch noch toll!
  • 100 Posts publiziert, über 14’000 Views und über 450 verschiedene Besucher unseres Blogs – Merci!
  • Unser (zusätzlicher) Carbon Footprint ist etwa 12 Tonnen CO2.  Die mögliche Kompensation werden wir uns noch ansehen.

Japan und Japaner, Eindrücke

Nach zwei Wochen in Japan, hier mal ein paar Eindrücke von Land und Leuten in einer eher zufälligen Reihenfolge:

Update 3.4.2017
Ich habe gerade einen Artikel in der “japan times” gelesen, der über Resultate der ERSTEN Umfrage im Auftrag des Justizministeriums zur Diskrimierung von Ausländern durch Japaner berichtet. So geben 40% der 4252 Antwortenden Ausländer an, sie hätten in den letzten 5 Jahren keine Wohnung erhalten, weil sie nicht Japaner seien. 41% gaben an, sie hätten in der gleichen Periode erlebt, dass sie eine Wohnung nicht erhalten hätten, weil sie keine japanische Referenz/Bürgen angeben konnten.
Bei der Stellensuche, so berichten 25% der Befragten, seien sie mit der Begründung “Nicht-Japaner” abgelehnt worden und 20% sagten, sie verdienten weniger als Japaner in vergleichbarer Stellung. 30% gaben an, sie hätten mehrfach rassistische Äusserungen gegenüber ihnen erlebt.

Dem Artikel zufolge, leben 2,3 Mio Ausländer in Japan (das sind weniger als 2%!), das ist ein Anstieg um 135’000 im letzten Jahr.
Besonders rassistisch würden in gewissen Städten die Koreaner behandelt. Das Justizministerium sehe Handlungsbedarf und werde entsprechende Massnahmen einleiten oder weiter verfolgen.

fullsizerender1
fullsizerender1
  • Wir erlebten die Japaner als sehr höflich und zurückhaltend. Das dauernde Verneigen geht zwar mit der Zeit auf den Wecker, aber okay. Dazu im Gegensatz stehen aber Rempeleien in der Menschenmenge, die es bei uns so nicht gibt und wenn es passiert, wird selten entschuldigt
  • Es gibt unzählige Getränkeautomaten auf der Strasse und in Hotels, letztere bieten auch Bier zu vernünftigen Preisen an
  • Man spürt irgendwie, dass eine grosse Diskrepanz zwischen dem aktuellen, technisch hochstehendem Alltagsleben und der Tradition und den Ritualen der Japaner besteht. Sie scheinen es zu meistern und die Jugend scheint z. B. auch Zunehmend Freude an traditioneller Kimonobekleidung zu haben (vielleicht wie Trachten und Schwingen das bei uns auch immer populärer wird).
  • Die Konversation in Englisch ist schwierig, wir vermuten auch, dass sich die Japaner fürchten sich möglicherweise zu blamieren – andererseits trafen wir Studenten, die Englisch üben wollten und uns gratis durch Sehenswürdigkeiten führten
  • Wandern oder Spazieren ist nicht ihr Ding, abgesetzte Wege in Orten oder Umgebung sind spärlich (und auf Gärten begrenzt) – es gibt Wanderwege – ich habe einen bei Kyoto gesehen. Und auch in den Alpen wird es sicher entsprechend Routen geben
  • Die Betten in den Hotels sind ausgezeichnet – richtige Härte und vielfach Nordisch, wie beim Futon auch
  • Die Landschaft im Flachland ist fast komplett zubetoniert, zumindest was wir aus dem Zug gesehen haben. Wir haben kein “ansprechendes Stadtbild” gesehen (Ausnahme ein Quartier in Takayama und zum Teil Tokyo)
  • Kompensiert wird der für uns eher hässliche Anblick mit den angelegten Gärten
  • Eine Erklärung mag die Knappheit an Siedlungsfläche, die komplette Zerstörung vieler Städte im zweiten Weltkrieg und das schnelle Wachstum sein sowie eine fehlende oder verschwundene Kultur von gepflegten Stadtbildern (kein Wunder besuchen die Japaner die Schweiz / Europa)
  • Die bergige Umgebung hat auch dazu geführt, dass Japan Rail ihr Netz auf Meterspur aufgebaut hat. Erst mit dem Shinkansen wurde auf Normalspur gesetzt
  • Der ÖV, insbesondere Zug (Shinkansen), funktioniert hervorragend und ist absolut pünktlich.
  • Die Autofahrer sind diszipliniert, die Fussgänger haben Vortritt
  • Japan schaltet nicht auf Sommerzeit um
  • Es ist unglaublich sauber. Eigentlich überall, auch wenn die Abfallkübeldichte in den Städten bei gefühlten 0.1 Eimern pro km2 liegt
  • In Städten ist auf den Strassen praktisch überall Rauchverbot. Es gibt ab und zu spezielle Raucherecken, die ohne Gebühr benutzt werden können. Umso erstaunlicher ist es, dass wir Beizen besucht haben, in denen einfach geraucht wurde. In vielen Restaurants gibt es auch abgetrennte Raucherareale, die meist kleiner sind als der Nichtraucherbereich
  • Das japanische Essen ist vielfach eine Häppchenmahlzeit. Als Beispiel das japanische Morgenessen mit
    • Fermentierte Sojabohnen
    • Getrockneter und dann gegrillter Fisch
    • Gemüse Pickels
    • Onzen Ei (Dreiminutenei aus heissem Quellwasser
    • In Nudelnteig eingewickelte Gemüse (Dumpling)
    • Gemüsesuppe mit Ei
    • Klebreis
    • Seetang
    • Gemüsesalat
    • Und Anderes
  • Das Onsenbad, das mit heissem mineralhaltigem Wasser gespeist wird und man in vielen Hotels oder als öffentliches Fussbad antrifft, ist speziell und sehr entspannend.
  • Korrekte und modische Kleidung wird praktisch überall getragen. Wir haben keine Japaner in Shorts, Trainer etc. angetroffen
  • Generell war es nicht so hektisch in den Städten, wie wir es erwartet hatten – wir waren immer schneller unterwegs, irgendwie schlurfen die Japaner etwas rum oder die vielfach beobachteten krummen Beine behindern sie tatsächlich
  • Es gibt viele schier endlose Durchsagen in ÖV und bei Sehenswürdigkeiten
  • Es fiel auf, dass einige Hochspannungsleitungen bis fast mitten in die Stadt geführt werden. Meine Vermutung ist, dass dies wegen Erdbeben so gemacht wird. Eine kaputte Hochspannungsleitung ist schneller repariert als ein unterbrochenes Kabel unter Trümmern lokalisiert und repariert.
  • Ein Ryokan (traditionelles Hotel) mit Onsenbad gibt einen guten Eindruck in die klassische japanische Wohnweise und wenn das Essen noch serviert wird, dann wirds erst recht japanisch
  • Beim Design von Verpackungen, Essen, Auslagen, Inneneinrichtung, etc. sind die Japaner auffallend kreativ, präzis und talentiert. Ein paar Beispiele von Essensauslagen sind in der Galerie
  • Der Kampf zwischen Tradition und Moderne erkennt man auch bei den WCs: Traditionell ist es eine eingelassene Schüssel mit Spühlung und in westlichen Hotels sind es Riesenapparate mit Brillenheizung, Diskretionswassergeräuschen und Waschanlagen!
  • Die Japaner sind verrückt nach Glacé, man findet auch Pommes Frites, Wurst, etc Aromen
  • Die Währung hat keine “Untereinheiten” alles wird in Yen angeschrieben und gerechnet
  • In den Städten ist viel in Englisch angeschrieben und in den Restaurants sind vielerorts Menukarten in Englisch verfügbar.
  • Es herrscht ein regelrechter Plastikverschleiss: wenn ich 3 Weggli kaufe, wird jedes separat in einen Plastiksack gepackt und dann alles in einen Weiteren. Ist Brot dabei wird noch ein Frischhaltebeutel dazugegeben, bei einem Sandwich kommt noch der Eisbeutel oben drauf
  • Wenn man durch die Strassen läuft, beschleicht einem machmal das Gefühl, dass eine Epidemie ausgebrochen ist, 20-50% der Japaner tragen, je nach Ort und Anzahl Leuten, eine Maske
  • Essen kann man relativ günstig: ein Mittagsmenu mit Salat und einem Getränk erhielten wir für unter CHF 10.-
  • Crêpe mit Crème und Früchten oder Softeis machen sie super, kostet ca CHF 4.-
  • Mürbteigfisch mit Vanillefüllung ist lecker und für etwa CHF 1.20 frisch erhältlich

03.03.2017, Tag 51, Christchurch und ein paar Eindrücke von NZ

Ein gemütlicher Tag. Zuerst ein Zmorge in Crêpe verpackt, dann ein Spaziergang durch den Botanischen Garten in die Stadt. Zum Schluss etwas relaxen und vorbereiten für Fiji.

Wir waren nun gut vier Wochen in Neuseeland unterwegs. Hier eine Auswahl von unseren Eindrücken von Land und Leuten:

Zuerst ein paar Beobachtungen und Eindrücke zu den Kiwis generell:

  • Es sind sehr freundliche und hilfsbereite Leute, sie verwenden parmanent “lovely”, “great”, “amazing”, etc. Sie scheinen an den (Reise-) Plänen interessiert und fragen nach.
  • NZ ist sehr USA orientiert. Städte-Konzeption, Individualverkehr, Fast Food, zum Teil auch schon Fettleibige in auffallenden Zahlen erinnern an den östlich gelegenen, grossen Nachbar.

Das Verhältnis Auto vs. Fussgänger ist auch interessant. Nur bei speziell markierten Fussgängerübergängen müssen die Autofahrer anhalten, sonst ist klar, dass der Autofahrer Vorfahrt hat, das wird auch mit entsprechenden Zeichen untermalt:

image13
image13

Wenn ich an einer Einfahrt vorbeigehe steht bei MIR dieses Schild:

image21
image21

Als (Fussgänger-) freundlicher Schweizer hielt ich auch bei anderen, normalen Übergängen, was zum Teil regelrechte Huldigungen und Lobpreisungen beim Fussvolk auslöste.

Was man praktisch überall in Städt(ch)en findet, sind Trottoirs, das ist angenehm. Öffentliche Toiletten findet man überall und die sind in der Regel in gutem Zustand.

Sport scheint für die Kiwis wichtig: Rubgy, Segeln, Golfen, Kricket und Velofahren ist populär. Englische Premier League wird regelmässig übertragen. Wenn es aber darum geht den Sport etwas in den Alltag zu integrieren, zum Beispiel das Velofahren, dann sieht das eher dürftig aus. Hier das Verständnis einer Bike friendly zone:

image31
image31

Wenn wir uns die Essgewohnheiten, soweit sie uns ersichtlich waren, ansehen, stellen wir fest, dass

  • die Kiwis viel lieber zu Hause essen und die Beiz eher als Take away benutzen
  • Amerikanische Gerichte wie Burgers (zum Teil aber in kreativen Ausprägungen) Pizzas etc. weit verbreitet sind
  • In der Beiz das Dinner um 17.00 bis 19.00 startet und in Ausnahmen bis vielleicht 21.00 dauert
  • Tische abwischen eher als überflüssig erachtet wird

Standard Menus sind: Chicken, Pork Belly, Beef Steak (Scottish), Lamb, Fish of the day.

Der Salat wird in der Regel mit homöopatisch dosierter Salatsauce serviert, wir mussten oft noch Sauce dazu bestellen. Dafür kann man hier verschieden farbige Radiesli kaufen:

image41
image41

Den Englischen Einfluss sieht man, z.B. bei: Tee, Frühstück, Fish and Chips und ich habe ein paar wirklich gute NZ-Biere getrunken, Ales in guter britischer Tradition.

Die Kaffeekultur ist ausgesprochen gut entwickelt. Ich vermute, dass das von Australien hinüber geschwappt ist und in NZ sicher auch von der italienischstämmigen Bevölkerung unterstützt wurde.

In den Hotels werden Matratzen mit einer speziellen Heizung im Winter gewärmt (ich weiss nicht, ob das auch in privater Umgebung Standard ist). Ziemlich unangenehm, wenn man das Ding nachts aus Versehen startet.

Der landgestützte öffentliche Verkehr existiert und die meisten Leute wissen sicher wie man das schreibt. Vornehmlich sind es Busangebote. In den grösseren Städten wie Auckland und Wellington trifft man auch S-Bahn oder Tram an.

Zugverkehr über weitere Strecken ist eher Folklore und hat, ausser für gewissen Gütertransport, keine Bedeutung.

Das Strassensystem ist relativ gut ausgebaut. Es gibt, mit Ausnahme von Auckland und Wellington, aber keine Autobahnen. Viele Brücken sind nur einspurig befahrbar, was dann plötzliche Aufmerksamkeitssteigerung zur Folge hat.

Speed Limit ist 100 km/h, da kommt man gut vorwärts und wenn man von Camper oder Schleicher ausgebremst wird, kommt bestimmt in nützlicher Frist eine Überholstrecke. Bei den Kiwis gibt es kein von hinten Auffahren, geschweige denn Lichthupe.

Das Umweltbewusstsein scheint gut entwickelt. Es wird über Recycling, Global Warming, etc gesprochen und ich vermute, das die meisten Leute Bescheid wissen. Wenn man aber sieht, wie z.B Plastiksäcke en masse in den Supermärkten abgegeben werden, fehlt da etwas.

Inwieweit sich die Leute bewusst sind, wie stark das Ökosystem in NZ von eingeschleppten Schädlingen, wie Wespen, Opossums, dominanten Pflanzen, etc. bedroht ist, kann ich nicht sagen.

In der Landwirtschaft hat sich das Schafland NZ in den letzten Jahren gewandelt – wir haben sehr viele Kühe und Rinder gesehen. Und die Zahlen sagen auch, dass die Anzahl Schafe von 70 Mio in den Neunzigerjahren auf 30 Mio zurück gegangen ist. Einer der Hauptgründe war der Zerfall des Wollpreises.

Heute exportiert NZ in der Landwirtschaft vor allem (in Reihenfolge des Erlöses) Milchprodukte, Fleisch, Holz, Wein, Früchte und weit abgeschlagen noch Wolle. Hauptdestinationen sind Australien, China und EU.

T-7: Wir sind bereit

Die Vorbereitungen sind beinahe abgeschlossen. Vor den zu erwartenden sommerlichen Temperaturen, werden wir die Minusgrade der nächsten Tage mit Raclette und Fondue noch geniessen.