Tag 26, Allenstein – Wilkasy

Die heutige 100 km lange Fahrt auf unglaublichen Federtester- und später perfekten Auto-Strassen hat uns ins Herz der hügeligen und mit Seen durchzogenen Nordmasuren gebracht. Unterwegs haben wir tatsächlich ein „echtes” masurisches Vorlaubenhaus gesehen!

Wir haben unser kleines Hüsli in Wilkasy, das nahe am See steht und sicher Moskitoanschluss (aber kein Wifi) hat, übernommen und sind in den Hauptort Giżycko (dt Lötzen) einkaufen gegangen. Wir haben Velos und ein Ruderboot zur Verfügung, mal sehen.

Danach ein kleiner Spaziergang in die Marina des „grossen Sees Niegocin”; es hat viele Chartersegelboote hier, aber sie geben sie nur ab 3 Tagen Mietdauer ;-(

Noch kurzer „Nachkauf” im Käffli, 700g Kartoffeln, 5 Schweinsplätzli (360g) und ein Nüsslisalat (250 g) macht zusammen 10 Zloty, also weniger als 3 CHF!

Heute wieder mal kochen, Spaghetti Napoli und ein Merlot aus Bulgarien.

Tag 25, Freiluft-Museum Hohenstein

Unser Ausflug führte uns heute bei durchzogenem Wetter nach Olsztynek (dt Hohenstein). Hier besuchten wir das Masurische Freilichtmuseum mit ostpreussischen Bauernhäusern, Kirchen und Windmühlen; das Ballenberg Ostpreussens sozusagen.

Wir haben etwa 20 dieser klassischen „Vorlaubenhäuser”, der typische Stil in dieser Gegend zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert, mit 3 verschiedenen Ausprägungen mit Inneneinrichtung angeschaut. Die Windmühlen wurden von den holländischen Mennoniten gebaut, die hier eingewandert sind und sich auch um die Trockenlegung von Teilen des Weichseldeltas gekümmert haben.

Hübsch gemacht, die Objekte waren auch in deutscher und englischer Sprache beschriftet, aber das Personal in den Häusern sprach ausschliesslich Polnisch.

Nicht weit weg davon betrieben die Deutschen von 1939 bis 1945 das grösste ostpreussische Kriegsgefangenenlager, Stalag 1b, in dem 55‘000 vornehmlich russische Soldaten inhaftiert waren und unzählige von ihnen starben.

Tag 24, Elblag – Allenstein

Auf der heutigen Fahrt von Elblag nach Olsztyn (dt Allenstein), haben wir noch einen Umweg über Frombork (dt Frauenburg) und Orneta eingebaut.

Frauenburg ist ein kleines Hafenstädtchen an der Frischen Haff und ist bekannt für seinen Domhügel, wo der grosse Dom, umgeben von Festungsmauern und einem Burgfried steht. Er wurde um 1400 erstellt und Nicolaus Kopernicus hat eine lange Zeit hier verbracht und ist hier begraben.

Dann ging es weiter durch wunderschöne Alleen mit alten Bäumen und alten Strassen. Die Landschaft ist jetzt vielfältiger, es hat sanfte Hügel, kleine Seen und Viehwirtschaft.

Orneta ist ein unscheinbares Kaff, es ist aber eines der Wenigen, die den Zweiten Weltkrieg praktisch unbeschadet überlebt haben. Sehenswert sind ein paar Häuser und die Kirche.

Unser Nachtlager in Allenstein ist gut 2km ausserhalb der Altstadt in einem Satellitenquartier, nicht gerade heimelig, aber es geht.