Tag 24, Elblag – Allenstein

Auf der heutigen Fahrt von Elblag nach Olsztyn (dt Allenstein), haben wir noch einen Umweg über Frombork (dt Frauenburg) und Orneta eingebaut.

Frauenburg ist ein kleines Hafenstädtchen an der Frischen Haff und ist bekannt für seinen Domhügel, wo der grosse Dom, umgeben von Festungsmauern und einem Burgfried steht. Er wurde um 1400 erstellt und Nicolaus Kopernicus hat eine lange Zeit hier verbracht und ist hier begraben.

Dann ging es weiter durch wunderschöne Alleen mit alten Bäumen und alten Strassen. Die Landschaft ist jetzt vielfältiger, es hat sanfte Hügel, kleine Seen und Viehwirtschaft.

Orneta ist ein unscheinbares Kaff, es ist aber eines der Wenigen, die den Zweiten Weltkrieg praktisch unbeschadet überlebt haben. Sehenswert sind ein paar Häuser und die Kirche.

Unser Nachtlager in Allenstein ist gut 2km ausserhalb der Altstadt in einem Satellitenquartier, nicht gerade heimelig, aber es geht.

Tag 23, Elblag – Ostroda – Kanal

Eines der sieben polnischen Wunder stand heute auf dem Programm. Es ist der Elblag-Ostroda-Kanal (dt Oberländerkanal , der 1860 in Betrieb genommen wurde und insgesamt etwa 80km lang ist und 100m Höhe überwindet. Er diente vor allem dazu, den Weg für den Holztransport aus den oberländischen Wäldern in die Ostseehäfen zu verkürzen. Bei der Planung hatte man sich überlegt, ob sie  die verschiedenen Seen absenken oder die nötigen 32 Schleusen erstellen sollten und man kam zum Schluss, dass man es anders und vor allem günstiger lösen werde!

Es wurden fünf trockene, schiefe Ebenen, verteilt auf 9,5 Kilometer, installiert auf denen an einem Endlosseil je zwei gegenläufige Transportwagen, nach dem Prinzip einer Standseilbahn, auf Schienen festgemacht sind. An den Enden der schiefen Ebene werden die Wagen auf den Schienen ins Wasser geführt, so dass das Schiff schwimmend auf dem Wagen positioniert werden kann. Wenn alles bereit ist, wird Signal gegeben und im Maschinenhaus, das jeweils am oberen Ende der Rampe, etwas unterhalb des Kanals angesiedelt ist, die herabführende Wasserzufuhr geöffnet, die dann über ein grosses unterschlächtiges Wasserad und Untersetzumg die Seiltrommel und damit die beiden Wagen antreibt.

Wir starteten um 08.45 in Elblag und durchquerten zuerst das grosse Naturreservat des seichten Drausen-Sees. Hier sollen 180 Vogelarten sowie viele Fisch- und Insektenarten anzutreffen sein.

Nach etwa 2 Stunden kam die erste Rampe in Sicht. Markant sind die drei Umlenkräder, die am unteren Ende das Endlosseil führen. Der Skipper fuhr das Schiff (25 m lang), geleitet von den 2 Seitengeländern, die aus dem Wasser ragten, auf den unter Wasser stehenden Transportwagen. Eine einfache Sicherung mit 2 Tauen gegen hinten und vorne und ab ging es im Schritttempo die erste 13m hohe Rampe hoch. Oben angekommen, tauchte der Wagen weg und das Schiff fuhr weiter. Genial und es funktioniert ohne Probleme.

Noch 4 weitere Rampen und nach etwa 4,5 Stunden und 100 Meter gewonnener Höhe, hatten wir den Endpunkt unserer Kanalreise in Buczyniec erreicht.

Danach ging es mit dem Bus wieder zurück nach Elblag.

 

Tag 22, Danzig – Elblag

Unsere heutige Reise von Danzig nach Elblag (dt Elbling) haben wir etwas verlängert und uns noch die Frische Nehrung, eine Halbinsel die die Danziger Bucht vom Weichsel Haff abtrennt und sich über etwa 35 km von West nach Ost zieht. Im Osten gehört ein kleiner Teil zur russischen Exklave Kalliningrad, den haben wir ausgelassen. Bis zum Beginn der Nehrung hat es der Ostseeküste entlang noch eine alte Schmalspurlinie, die immer noch einmal im Tag für die Touris bedient wird.

Die Nehrung ist grösstenteils bewaldet und hat laaaange Sandstrände, die gut erschlossen und ein paar Touridörfer, die nach polnischem Stil mit Beizen und Shops ausgerüstet sind. Die Strassen könnten von Kia als Federungs- und Stossdämpfertest ausgewählt worden sein oder sie werden vom lokalen Garagengewerbe so gehalten. Unglaubliche Badewannen und Löcher und alle fahren in der Mitte, weil es dort weniger knallt und ziehen erst im letzten Moment auf ihre Seite, wenn gekreuzt wird. Ich habe das heute trainiert und es funktioniert.

Auf unserer Fahrt ist das Navi und auch die Navigatorin etwas warm geworden: Gesperrte Strassen, neue, dem Navi unbekannte Abschnitte, heftige Gewitter und banale Umleitungen waren der Grund.

Die Landschaft ist immer noch flach, viel Kulturland, mal ein Fluss und mal ein Kanal, viele Windräder und mal ein Kohlenhaufen, der in der Pampas verstromt wird.

Nach iterativem Anfahren des Hotels in der Altstadt von Elblag (3 Runden) hat dann BT den Hotel-Check-in übernommen, ich habe das Auto gehütet. Nach 10 Minuten ruft mich BT an und meint, sie hätten jetzt unsere Reservation gefunden, sie sei aber für den 28. September (anstatt August)! Aber alles gefixt, wir haben eine angenehme Liege für die nächsten 2 Nächte.

Elblag hat ein hübsches, überschaubares Altstädtli, aber wir sind ja wegen dem Elblag-Kanal da….