01.04.2017, Tag 80, Okayama – Hiroshima

Etwa 40 Minuten dauerte die Fahrt mit dem Shinkansen von Okayama nach Hiroshima. Hier wurden wir bei Sonnenschein von einer japanischen Helferschar empfangen, die Touris bei den öffentlichen Verkehrsmitteln einweist. Wir erhielten unseren Abrieb und nahmen das Tram (Hiroshima hat das grösste Tramnetz in Japan) zu unserem Hotel.
Dann ging es in den “Peace Memorial Park” wo wir zuerst das Museum besuchten. Es behandelt natürlich den 6. August 1945 ab 08.15, als “Little Boy” seine zerstörerische Energie 600 Meter über Hiroshima entlud. Die Austellung ist nach den 3 Wirkungen “Hitze”, “Druckwelle” und “Strahlung” gegliedert. Es gibt eine Vielzahl von Exponaten, die eindrücklich zeigen, welche Gewalteinwirkung hier geherrscht haben muss und welche Langzeitwirkungen die Strahlung hinterlassen hat. Da die Bombe in der Luft explodierte, war der radioaktive Fallout relativ gering und heute soll die Umgebung keine höhere Strahlung als andere Orte in der Welt aufweisen. 90’000 Personen kamen sofort ums Leben, total rechnet man mit 300’000 Opfern, die durch die Bombe ihr Leben lassen mussten.
Nach dem Musuem besuchten wir die verschiedenen Gedenkstätten, wie die Gedenkstätte für die Opfer, die Friedensflamme sowie das Kinderdenkmal, das von Tausenden von bunten Papierkranichen umgeben ist und an das Mädchen Sadako erinnert, das an Leukämie erkrankte und in einem Monat 1000 Kraniche faltete, um – so eine japanische Legende – von den Göttern einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Sie starb im Oktober 1955 mit 12 Jahren.
Anschliessend besichtigten wir den Atombomben-Dom, eine Ruine, die an die Zerstörung und die Sinnlosigkeit derselben erinnern soll.
Seit 1970 gibt es eine separate Gedenkstätte für die koreanischen Opfer, die etwa 10% ausmachten. Sie waren u.a. von den Japanern zum Arbeitsdienst in der Rüstungsindustrie gezwungen worden.
Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir noch am Gebäude der ehemaligen Japan Bank Filiale vorbei, die 380 Meter vom Hypozentrum steht. Das Gebäude blieb stehen, das Innere wurde aber total zerstört und 42 Leute starben. Heute dient es als Kulturzentrum.
Hiroshima ist ein eindrücklicher Ort, der sich heute glaubhaft für Frieden einsetzt und eine besondere Austrahlung besitzt.


Hier noch Informationen zu den Gründen für die Atombombenabwürfe.