Tag 16, Terlingua Ranch – Del Rio

(Etwas mehr Text, dafür weniger Bilder heute 😉 Heute ging es bei kühlen 10 Grad und stellenweise Nebel 5 Stunden Richtung Osten. Längere Strecken sind mit unserem Nissan kein Problem: mit Cruising, Spur- und Abstandskontrolle sowie Lenkunterstützung fährt das Ding, zumindest auf geraden Strecken, tadellos alleine. Der Verbrauch ist mit 40 mpg oder 5,9 l/100 km auch im Rahmen.

Den ersten Halt bescherte uns die US Border Patrol bei einem Checkpoint, kurz vor Alpine. Officer Mona bat mich, etwas weiter vorne zu parken, damit er uns, resp. unsere Papiere in Ruhe prüfen könne. Er war hell begeistert wie ich den Wagen parkte, einer von 10 könne das, alle anderen seien vermutlich zu aufgeregt ;-).

Er durchblätterte unsere Pässe und war etwas erstaunt über die Anzahl Stempel in BT’s nächstens 10 Jahre altem Pass. Inzwischen plauderte seine Kollegin mit mir über den Big Bend N.P.

Alles paletti. Ich fragte dann Mona, wieviele Illegale sie denn hier pro Woche aufgreifen würden. Es sei kein Hotspot hier, meinte er, aber 50 können es schon sein. Das Schlimmste seien aber die schwangeren Frauen, die durch die Wüste kämen und versuchten ihr Kind in den USA zu gebären (sie erhalten dann US-Staatsbürgerschaft); für sie sei es richtig gefährlich da draussen.

Ich konnte nicht widerstehen und fügte an, ob er denn meine, dass Trumps Mauer ihm helfen werde. Sicher, sagte er, vielleicht nicht gerade hier, weil hier beim Rio Grande sowieso keine gebaut werden dürfe (Landschaftsschutz) aber bei den Hot Spots, wie El Paso denke er schon, dass die Überwachung effektiver werde und referenzierte auf den angeblichen Erfolg der israelischen Mauer gegen die Palästinenser bei Jerusalem. Das wars dann, Officer Mona bedankte sich (thank you for asking) und gab mir die Hand zum Abschied.

Noch ein Stop in Marathon in einer Kaffeebar, die wir zufällig entdeckten – schon langsam auf Entzug, tranken wir einen Cappuccino, der es wirklich in sich hatte, exzellent!

Dann ein Halt bei der Holzbaracke in Langtry, in der der Richter Roy Bean seine eher unkonventionellen Methoden der Rechtssprechung in den 1880er Jahren praktizierte.

Über den Pecos Canyon und noch über die Brücke des Amistad Stausees, errichtet zum Ausgleich der Wassermenge des Rio Grande (ein gemeinsames Projekt mit Mexico in den 1960er Jahren), dann erreichten wir Del Rio, eine nicht sehr aufregende Stadt. Unser Hotel ist wieder mal zwischen Tankstellen, Occasionshändler und Autozubehörläden eingegliedert, aber soweit okay,

Zum Dinner gings zum “Real Texas Bar-B-Q” bei Rudy’s. Die Einrichtung war wie in einem Festzelt, Holzbänke und Tische mit kariertem Plastik. Fleisch und Zutaten wurden am Schalter bestellt, das zubereitete Fleisch direkt geschnitten, gewogen und bezahlt. Es gibt nur Papierteller und Plastikbesteck und am Schluss wirft man auch die Glasflaschen und Aludosen in den Landfill-Abfall!! Die Ribs waren ausgezeichnet.

Begegnung der dritten Art vor Alpine.

Der Pecos Canyon.

Die Eisenbahnbrücke über den Amistad-Stausee.