Tag 3, Auschwitz – Birkenau

Heute haben wir bei mindestens 35 Grad eine geführte und sehr gut organisierte Exkursion zum grössten Konzentrations- und Vernichtungslager der Geschichte besucht. Mindestens eine Million Menschen sind hier systematisch umgebracht worden.

Es ist nicht einfach darüber zu schreiben, wenn man sich vorstellt, dass man über die gleichen Plätze und Wege läuft und die Gebäude betritt, die vor nicht mal 75 Jahren von den Deportierten und Todgeweihten benutzt wurden.

Trotzdem ein Versuch zur Geschichte: Auschwitz 1 (das Stammlager) wurde 1940 als eine Erweiterung einer Kaserne der polnischen Armee installiert. Die Deutschen brauchten nach der Besetzung von Polen Raum, um polnischen Widerstand und Intelligentsia zu “entfernen”. Alle Dörfer in der Umgebung wurden von der SS zwangsumgesiedelt, um Platz und “Diskretion” zu sichern. Inhaftierte Polen, russische Kriegsgefangene und Juden mussten das Lager entsprechend ausbauen und es ist heute mit den Backsteinbauten noch weitestgehend erhalten. Die Häftlinge mussten in Rüstungs- und Chemiebetrieben arbeiten. Einer der Initianten für die Verwendung von “Gratis-Arbeitskräften” war IG Farben Deutschland. Man spricht hier auch von “registrierten Häftlingen”, alles war dokumentiert inkl. Foto der Häftlinge in drei Positionen.

1942, als die “Endlösung” gestartet wurde, begann man das KZ Birkenau (Auschwitz 2) ca. 4km von Auschwitz 1, mit direktem Gleisanschluss und einer langen Rampe zu bauen. Dieses Lager war 10 mal grösser als Auschwitz 1 und wurde sowohl als Konzentrations- als auch Vernichtungslager mit 4 Gaskammern und Krematorien (sie wurden 1945 von der SS gesprengt) konzipiert.

Juden aus ganz Europa wurden nach Birkenau transportiert, dort selektioniert und diejenigen, die am Leben gelassen wurden, haben das Barackenlager ausbauen oder Zwangsarbeit in einem der Betriebe leisten müssen. Bis 90,0000 Häftlinge (Juden, Sinti, Roma, etc.) haben dort meist als unregistrierte Häftlinge gelebt.

Ende 1944, als sich der Untergang des dritten Reichs abzeichnete, wurden viele Aufzeichnungen der SS verbrannt, Gaskammern und Krematorien gesprengt und die Überlebenden auf den “Todesmarsch” Richtung Deutschland geschickt.

Auschwitz-Birkenau wurde im Januar 1945 durch die Rote Armee befreit.

Heute besuchen ca. 7000 bis 9000 Personen pro Tag die beiden Schauplätze, die nun als Museum organisiert sind und von Polen und einem internationalen Fond getragen werden.

Eingang zum Stammlager Auschwitz 1.

Doppelelektrostacheldrahtzaun.

Versorgungsgebäude.

Im Lagergelände.

Zyklon B, geliefert von einem Unternehmen der IG Farben.

Wachturm und Zaun Auschwitz 1.

Appellplatz für 20’000 Häftlinge.

Fotos von registrierten Häftlingen.

Appellplatz mit Wetterschutz für den SS-Offizier.

Am Zaun.

Auschwitz 2, Birkenau mit dem Todestor.

Hier fuhren die Züge mit den Deportierten durchs Tor.

Die Rampe – hier wurden die Ankömmlinge nach 2 bis 3 Tagen Reise im Güterwagen durch SS-Ärzte selektioniert.

Einfacher Zaun in Birkenau.

Hier standen die Holzbaracken, nun sind nur noch die Kamine übrig.

Gesprengtes Krematorium.

Das Innere der Todesbaracke. Die Geschwächten mussten hier warten bis es Platz in der Gaskammer gab.

Unterstand für SS Personal für den Fall eines Fliegerangriffs.