Wir sind nun drei Wochen in Australien unterwegs und haben uns natürlich immer wieder gefragt, wie es den Aborigines, den Ureinwohnern, eigentlich geht.
Nicht so einfach. Wir haben ihre Kunst in Museen und Gallerien bestaunt, Kulturzentren angeschaut, hatten aber den Eindruck, dass das alles eher von Einwanderern arrangiert ist. Auch haben wir bemerkt, dass es die Flagge der Ureinwohner gibt:

Heute haben wir unseren Cappucino im Garten der Public Library in Modbury genossen und ich bin anschliessend in die Bibliothek und habe mir die Sektionen mit den Büchern über Aborigines zeigen lassen und etwas in denselbigen gestöbert.

Alles in allem etwas sonderbar das Thema und den schwierigen Zugang, den wir haben. Irgendwie erinnert es mich stark an die Situation der Indianer oder Schwarzen in den USA oder den Jenischen und Verdingkindern in der Schweiz, auch wenn diese nicht, wie die Aborigines, die älteste noch vorhandene (gelebte) Kultur repräsentieren.
Hier meine Kurzfassung der Geschichte, natürlich mit der Gefahr der Simplifizierung.
Die Ureinwohner von Australien kamen vor etwa 40’000 bis 60’000 Jahren (Mungo Man und Mungo Lady) über eine Landbrücke von Indonesien auf den trockenen Kontinent, wo sie ihre Kultur entwickelten und sich erfolgreich mit der harten Umgebung arrangierten.
Mit der Einwanderung der Europäer ab 1778 (Cook entdeckte Australien 1770) und der Erklärung von “Land Zero” war klar, dass den Ureinwohnern keine Landrechte zugestanden werden.
Es entbrannte eine Art Guerillakampf zwischen den Einwanderern und den Aborigines, der von den Engländern totgeschwiegen wurde, aber auf Seite Ureinwohner mindestens 20’000 und auf Einwandererseite 2’000 Opfer forderte. Dazu kamen Krankheiten, die insgesamt die Ureinwohner um 90 bis 95% auslöschten.
1933 war der Tiefsstand mit etwa 90’000 Aborigines erreicht. Je nach Territorry erkämpften sich die Ureinwohner unterschiedliche zivile Rechte.
Selbstverständlich gab es auch viele Beispiele wo Aborigines mit den Einwanderern zusammengearbeitet haben und, nicht zu vergessen, Tausende, die im ersten und zweiten Weltkrieg für Australien gekämpft haben.
In den 50er und 60er Jahre wurde ein Regierungs-Programm durchgezogen, bei dem tausende Kinder aus den Aborigines Familien gerissen wurden, um meist wie Slaven bei Eingewanderten aufzuwachsen.
Die australische Regierung hat sich dafür und die unrechtmässige Übernahme des Landes entschuldigt und weitere Reformen eingeführt. Es gibt z.B. nun Bezirke, die von Aborigine Communities verwaltet werden.
Zur Zeit werden mehr als 600’000 Aborigines gezählt, die Geburtsrate beträgt 2,1 und höchstens 10% leben in den Outbacks.
Glaubt man den Statistiken, so sind die Ureinwohner (noch) schlechter gestellt, sie verdienen weniger, die Selbstmordrate ist höher, die Lebenserwartung signifikant kleiner und die Scheidungsrate weit höher als bei den Einwanderern.
Am Nachmittag haben wir noch eine kleine Wanderung entlang dem Dry Creek, einer Art Bachgrabenbächlein, das sich fast 25 km um Adelaide zieht und an unserem Hotel vorbei kommt, gemacht.
















