Eines der sieben polnischen Wunder stand heute auf dem Programm. Es ist der Elblag-Ostroda-Kanal (dt Oberländerkanal , der 1860 in Betrieb genommen wurde und insgesamt etwa 80km lang ist und 100m Höhe überwindet. Er diente vor allem dazu, den Weg für den Holztransport aus den oberländischen Wäldern in die Ostseehäfen zu verkürzen. Bei der Planung hatte man sich überlegt, ob sie die verschiedenen Seen absenken oder die nötigen 32 Schleusen erstellen sollten und man kam zum Schluss, dass man es anders und vor allem günstiger lösen werde!
Es wurden fünf trockene, schiefe Ebenen, verteilt auf 9,5 Kilometer, installiert auf denen an einem Endlosseil je zwei gegenläufige Transportwagen, nach dem Prinzip einer Standseilbahn, auf Schienen festgemacht sind. An den Enden der schiefen Ebene werden die Wagen auf den Schienen ins Wasser geführt, so dass das Schiff schwimmend auf dem Wagen positioniert werden kann. Wenn alles bereit ist, wird Signal gegeben und im Maschinenhaus, das jeweils am oberen Ende der Rampe, etwas unterhalb des Kanals angesiedelt ist, die herabführende Wasserzufuhr geöffnet, die dann über ein grosses unterschlächtiges Wasserad und Untersetzumg die Seiltrommel und damit die beiden Wagen antreibt.
Wir starteten um 08.45 in Elblag und durchquerten zuerst das grosse Naturreservat des seichten Drausen-Sees. Hier sollen 180 Vogelarten sowie viele Fisch- und Insektenarten anzutreffen sein.
Nach etwa 2 Stunden kam die erste Rampe in Sicht. Markant sind die drei Umlenkräder, die am unteren Ende das Endlosseil führen. Der Skipper fuhr das Schiff (25 m lang), geleitet von den 2 Seitengeländern, die aus dem Wasser ragten, auf den unter Wasser stehenden Transportwagen. Eine einfache Sicherung mit 2 Tauen gegen hinten und vorne und ab ging es im Schritttempo die erste 13m hohe Rampe hoch. Oben angekommen, tauchte der Wagen weg und das Schiff fuhr weiter. Genial und es funktioniert ohne Probleme.
Noch 4 weitere Rampen und nach etwa 4,5 Stunden und 100 Meter gewonnener Höhe, hatten wir den Endpunkt unserer Kanalreise in Buczyniec erreicht.
Danach ging es mit dem Bus wieder zurück nach Elblag.