Es war ein schöner und interessanter Tag heute. Kyoto besitzt über 250 Tempel und Schreine, davon sind 17 Bauwerke in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Wir haben heute drei davon besucht: den Kinkakuji Tempel mit dem goldenen Pavillon, den Ryoanji Tempel mit dem Felsengarten und den Kiyomizu Tempel mit der grossen Veranda.
Wir starteten mit dem Taxi und unser Chauffeur trug die weissen Handschuhe, wie es sich hier gehört. Beim Kinkakuji angekommen, war die Besuchermenge beachtlich, trotzdem gab es praktisch keine Wartezeiten, alles war gut organisiert. Der Blick auf den mit Blattgold verzierten Pavillons war, vor allem mit den Spiegelungen im vorgelagerten Weiher, wunderschön.
Dann 20 Minuten Marsch zum Ryoanji Tempel, der wegen seines 15 Felsen umfassenden Zen-Gartens bekannt ist. Die Felsen repräsentieren die Inseln des Lebens, der weisse Sand den Ozean des Lebens. Aus keiner sitzenden Position kann man alle Felsen sehen. Die Sonne schien und es war Zeit für etwas Meditation bevor wir den zum Teil blühenden Garten durchquerten und den Bus (man steigt hinten ein und zahlt 230 Yen beim Fahrer, wenn man den Bus verlässt), zum Bahnhof nahmen.
Das Bahnhofgebäude, das 1997 fertiggestellt wurde, ist beindruckend und steht im Widerspruch zu den Kulturdenkmälern, so sollen sich die Kyoter auch lange dagegen gewehrt haben. Wir besuchten eines der Einkaufszentren im Bahnhof und kauften mit Tablett und Zange Sandwiches und Süsses ein. Das Sandwich wurde dann mit einem Eisbeutel zur Frischhaltung versehen!
Aber wo isst man ein Sandwich, wenn nicht gerade ein Garten nebenan ist? Bänggli kennen die Japaner nicht und Essen in der Öffentlichkeit sehen sie nicht gerne. Wir haben aber ein Mäuerchen gefunden und unser Mittagessen trotzdem verdrückt.
Danach ging es mit dem Taxi, an mit Ketten gesicherten Autobahnbauten vorbei, zum Kiyomizu Tempel. Unglaublich, tausende Leute waren hier unterwegs, viele in den traditionellen Kimonos. Auch hier – keine Wartezeiten bei den Tickets, es funktionierte einfach. Wir besuchten die Tempelgebäude und vor allem die Veranda, die einen schönen Ausblick auf Kyoto bot. Es war eine wunderbare Stimmung hier, niemand mürrisch, viele lachten und schienen die Sonne und die traditionelle Umgebung zu geniessen.

























