06.04.2017, Tag 85, Fukuoka – Seoul

Gestern Abend klappte es tatsächlich und wir fanden Platz in einem Fressständeli am Fluss. Zwei Japaner sassen bereits dort, der Eine konnte etwas Englisch und half uns bei der Bestellung von Spiesschen mit Beef, Pork und Chicken (es waren Hühnerherzen) sowie Mentaiko, einer Spezialität von Fukuoka (Rogen von einer Dorschart). Das Ganze wurde draussen auf dem Grill zubereitet und schmeckte okay.

Dann kam noch ein Südkoreaner, er bestellte mit den Händen und sprach ein paar Brocken Englisch und kein Japanisch und trotzdem war es unterhaltend.

Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und besuchten noch ein japanisches Schnellrestaurant, ich bekam Nudelsuppe und BT fried Chicken. Es stellte sich dann bei näherer Untersuchung heraus, dass die drei Stücke drei komplette Bibbeli ohne Knochen waren.

Heute war Reisetag, noch etwas shoppen, nochmals Kirschblüten und herumhängen, dann mit der Korean Air und der richtigen Literatur Richtung Seoul. In der Flughafenhalle von Fukuoka waren bereits die Raketenabwehrsysteme installiert!

Während des Fluges dann das Bastelset: wir machen uns einen Snack aus Reisdreieck, Trockenfisch und Algenmatte.

In der Flughafenhalle haben wir noch unser Konto um eine halbe Million erleichtert (1000 Won sind etwa CHF 7.-) 😉 Zum Hotel, mitten in Seoul, wurden wir im Limusinenbus mit Ledersessel gefahren, der war nur CHF 3.- teurer als die Bahn!
Hotelbezug und dann zum Inder.

05.04.2017, Tag 84, Fukuoka

Leider war die Essbude gestern bis zum Anschlag besetzt 😉
Heute schlenderten wir bei bewölktem Wetter etwas durch die Stadt. Zuerst durch “Canal City”, ein Einkaufskomplex mit begrünter Fassade und Elementen mit Überraschung.
Am Fluss Naka entlang ging es zur Insel Nakasu, die mit Tulpen und Kirschblüten geschmückt ist.
Weiter ins Tenjin Quartier, wo wir, nebst grossen Einkaufstempeln, das Haus mit dem Stufengarten entdeckten. Man kann den ganzen Garten bis oben über Treppen und Wege erkunden. Es ist wie wenn man einen bewaldeten Hügel hinaufsteigt: man hört das Blätterrauschen und der Lärm der Stadt nimmt kontinuierlich ab und die Aussicht zu. Gut gemacht.
Danach noch etwas Blütenstimmung am Fluss, bevor es via Kawabata Shopping Arkaden und Kushida Schrein zurück Richtung Hotel und Schönheitspflege ging.
Noch etwas Seoul vorbereiten und auf der Karte schauen, wie weit Kim Jong-Uns Rakete heute morgen geflogen ist.

04.04.2017, Tag 83, Miyajima – Fukuoka

Heute morgen war “Inselhopping” angesagt. Zuerst mit der Fähre von der heiligen Insel Miyajima auf die Hauptinsel Honshu und mit dem Bummler zurück nach Hiroshima. Von da mit dem Shinkansen Richtung Südwesten zur Insel Kyushu, wo sich unsere letzte Station in Japan, Fukuoka, befindet. Die über 220 km hat der Shinkansen in 66 Minuten inklusive Halten absolviert. Er ist nicht auf Höchstgeschwindigkeit getrimmt (sie liegt zurzeit bei etwa 320km/h), sondern es geht darum die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten, also freie Fahrt, kurze Stopps und gute Beschleunigung sind die Elemente, die es braucht.
Das durchfahrene Gebiet war sehr hügelig und es brauchte einige Tunnels, um das Geleise nicht zu kurvig werden zu lassen. Ich sass mit der Kamera am Fenster bereit, um die Überfahrt über die Brücke zwischen den Inseln festzuhalten. Der letzte Tunnel kam – er schien mir aber etwas lang – und tatsächlich wurde die Bemerkung von BT wahr, der Shinkansen fährt unten durch!
Fukuoka ist eine angenehmene, grosszügige und moderne Stadt. Wir besuchten zuerst, weil wir mit der Subway zu weit fuhren, den Strand mit Palmen an der “Korea-Strasse”. Danach fuhren wir mit dem Taxi zum ursprünglichen Ziel, zur Kirschblüte im Ohori-Park beim Fukuoka Castle.
Unglaublich schöne Bäume (noch nicht alle in Vollblust) und Hunderte von Leuten, die unter den Blüten Picnicten und die Kirschblüte feierten. Sie luden auch Fremde wie uns ein, bei Sushi und Bier teilzuhaben, aber wir wollten unbedingt noch mehr sehen.
Ein völlig neues Bild war denn auch der Abfallberg im Park, der zwar geordnet daher kam, aber doch sehr ungewohnt war.

03.04.2017, Tag 82, Miyajima (Mt. Misen)

Bei schönstem Wetter stieg ich heute auf der Momijidari Route auf den Mt. Misen (535m), der höchste und heilige Berg der Insel Miyajima, der, wie der Schrein, als World Heritage akzeptiert ist. BT kam mit der “Ropeway” nach und wir genossen die Aussicht auf die Hiroshimabucht, das “Inlandmeer” und die Inseln.
Für den Abstieg nahmen wir die Daishion Route (eigentlich eine Treppe), die an verschieden Tempeln vorbei und beim Daishoin Tempel an die Küste führt.
Vielerorts sieht man massive Wasserverbauungen in dem steilen Gelände, um das Dorf vor Schlamm und Geröll zu schützen.
Nach einer kurzen Pause besichtigten wir den Itsukushima Schrein, der 593 gebaut wurde. Mit dem blauen Meer, den grünen Wäldern und dem rot lackierten Holz der mehr als zwanzig Gebäuden des Schreins, sieht es schon speziell und gut aus.

Siehe auch Update des “Japan und Japaner” Posts!

02.04.2017, Tag 81, Hiroshima – Miyajima

Nun sind wir bei durchzogenem Wetter auf der heiligen Insel Miyajima in der Bucht von Hiroshima. Wie auch in Nara, sind die zahmen Hirsche überall. Der Shinto Itsukushima Schrein ist als Pfahlbau in der Bucht erstellt worden. Sein rotes Torii ist das Grösste in Japan und bei Flut steht es ebenfalls im Wasser. Es ist ein begehrtes Besuchsziel der Japaner und heute Sonntag sind sie auch zahlreich erschienen. Die Insel ist auch bekannt für die Austern vom Grill und spezielles Gebäck mit verschiedener Füllung. Dazu bietet sie originelle Wegweiser mit dynamischen Zeitangaben.
Die Reise war einfach: Tram, JR und dann die Fähre auf die Insel. Unser Hotel ist ein Ryokan, also wird heute Abend wieder bodennah auf dem Futon geschlafen.

01.04.2017, Tag 80, Okayama – Hiroshima

Etwa 40 Minuten dauerte die Fahrt mit dem Shinkansen von Okayama nach Hiroshima. Hier wurden wir bei Sonnenschein von einer japanischen Helferschar empfangen, die Touris bei den öffentlichen Verkehrsmitteln einweist. Wir erhielten unseren Abrieb und nahmen das Tram (Hiroshima hat das grösste Tramnetz in Japan) zu unserem Hotel.
Dann ging es in den “Peace Memorial Park” wo wir zuerst das Museum besuchten. Es behandelt natürlich den 6. August 1945 ab 08.15, als “Little Boy” seine zerstörerische Energie 600 Meter über Hiroshima entlud. Die Austellung ist nach den 3 Wirkungen “Hitze”, “Druckwelle” und “Strahlung” gegliedert. Es gibt eine Vielzahl von Exponaten, die eindrücklich zeigen, welche Gewalteinwirkung hier geherrscht haben muss und welche Langzeitwirkungen die Strahlung hinterlassen hat. Da die Bombe in der Luft explodierte, war der radioaktive Fallout relativ gering und heute soll die Umgebung keine höhere Strahlung als andere Orte in der Welt aufweisen. 90’000 Personen kamen sofort ums Leben, total rechnet man mit 300’000 Opfern, die durch die Bombe ihr Leben lassen mussten.
Nach dem Musuem besuchten wir die verschiedenen Gedenkstätten, wie die Gedenkstätte für die Opfer, die Friedensflamme sowie das Kinderdenkmal, das von Tausenden von bunten Papierkranichen umgeben ist und an das Mädchen Sadako erinnert, das an Leukämie erkrankte und in einem Monat 1000 Kraniche faltete, um – so eine japanische Legende – von den Göttern einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Sie starb im Oktober 1955 mit 12 Jahren.
Anschliessend besichtigten wir den Atombomben-Dom, eine Ruine, die an die Zerstörung und die Sinnlosigkeit derselben erinnern soll.
Seit 1970 gibt es eine separate Gedenkstätte für die koreanischen Opfer, die etwa 10% ausmachten. Sie waren u.a. von den Japanern zum Arbeitsdienst in der Rüstungsindustrie gezwungen worden.
Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir noch am Gebäude der ehemaligen Japan Bank Filiale vorbei, die 380 Meter vom Hypozentrum steht. Das Gebäude blieb stehen, das Innere wurde aber total zerstört und 42 Leute starben. Heute dient es als Kulturzentrum.
Hiroshima ist ein eindrücklicher Ort, der sich heute glaubhaft für Frieden einsetzt und eine besondere Austrahlung besitzt.


Hier noch Informationen zu den Gründen für die Atombombenabwürfe.

Japan und Japaner, Eindrücke

Nach zwei Wochen in Japan, hier mal ein paar Eindrücke von Land und Leuten in einer eher zufälligen Reihenfolge:

Update 3.4.2017
Ich habe gerade einen Artikel in der “japan times” gelesen, der über Resultate der ERSTEN Umfrage im Auftrag des Justizministeriums zur Diskrimierung von Ausländern durch Japaner berichtet. So geben 40% der 4252 Antwortenden Ausländer an, sie hätten in den letzten 5 Jahren keine Wohnung erhalten, weil sie nicht Japaner seien. 41% gaben an, sie hätten in der gleichen Periode erlebt, dass sie eine Wohnung nicht erhalten hätten, weil sie keine japanische Referenz/Bürgen angeben konnten.
Bei der Stellensuche, so berichten 25% der Befragten, seien sie mit der Begründung “Nicht-Japaner” abgelehnt worden und 20% sagten, sie verdienten weniger als Japaner in vergleichbarer Stellung. 30% gaben an, sie hätten mehrfach rassistische Äusserungen gegenüber ihnen erlebt.

Dem Artikel zufolge, leben 2,3 Mio Ausländer in Japan (das sind weniger als 2%!), das ist ein Anstieg um 135’000 im letzten Jahr.
Besonders rassistisch würden in gewissen Städten die Koreaner behandelt. Das Justizministerium sehe Handlungsbedarf und werde entsprechende Massnahmen einleiten oder weiter verfolgen.

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  • Wir erlebten die Japaner als sehr höflich und zurückhaltend. Das dauernde Verneigen geht zwar mit der Zeit auf den Wecker, aber okay. Dazu im Gegensatz stehen aber Rempeleien in der Menschenmenge, die es bei uns so nicht gibt und wenn es passiert, wird selten entschuldigt
  • Es gibt unzählige Getränkeautomaten auf der Strasse und in Hotels, letztere bieten auch Bier zu vernünftigen Preisen an
  • Man spürt irgendwie, dass eine grosse Diskrepanz zwischen dem aktuellen, technisch hochstehendem Alltagsleben und der Tradition und den Ritualen der Japaner besteht. Sie scheinen es zu meistern und die Jugend scheint z. B. auch Zunehmend Freude an traditioneller Kimonobekleidung zu haben (vielleicht wie Trachten und Schwingen das bei uns auch immer populärer wird).
  • Die Konversation in Englisch ist schwierig, wir vermuten auch, dass sich die Japaner fürchten sich möglicherweise zu blamieren – andererseits trafen wir Studenten, die Englisch üben wollten und uns gratis durch Sehenswürdigkeiten führten
  • Wandern oder Spazieren ist nicht ihr Ding, abgesetzte Wege in Orten oder Umgebung sind spärlich (und auf Gärten begrenzt) – es gibt Wanderwege – ich habe einen bei Kyoto gesehen. Und auch in den Alpen wird es sicher entsprechend Routen geben
  • Die Betten in den Hotels sind ausgezeichnet – richtige Härte und vielfach Nordisch, wie beim Futon auch
  • Die Landschaft im Flachland ist fast komplett zubetoniert, zumindest was wir aus dem Zug gesehen haben. Wir haben kein “ansprechendes Stadtbild” gesehen (Ausnahme ein Quartier in Takayama und zum Teil Tokyo)
  • Kompensiert wird der für uns eher hässliche Anblick mit den angelegten Gärten
  • Eine Erklärung mag die Knappheit an Siedlungsfläche, die komplette Zerstörung vieler Städte im zweiten Weltkrieg und das schnelle Wachstum sein sowie eine fehlende oder verschwundene Kultur von gepflegten Stadtbildern (kein Wunder besuchen die Japaner die Schweiz / Europa)
  • Die bergige Umgebung hat auch dazu geführt, dass Japan Rail ihr Netz auf Meterspur aufgebaut hat. Erst mit dem Shinkansen wurde auf Normalspur gesetzt
  • Der ÖV, insbesondere Zug (Shinkansen), funktioniert hervorragend und ist absolut pünktlich.
  • Die Autofahrer sind diszipliniert, die Fussgänger haben Vortritt
  • Japan schaltet nicht auf Sommerzeit um
  • Es ist unglaublich sauber. Eigentlich überall, auch wenn die Abfallkübeldichte in den Städten bei gefühlten 0.1 Eimern pro km2 liegt
  • In Städten ist auf den Strassen praktisch überall Rauchverbot. Es gibt ab und zu spezielle Raucherecken, die ohne Gebühr benutzt werden können. Umso erstaunlicher ist es, dass wir Beizen besucht haben, in denen einfach geraucht wurde. In vielen Restaurants gibt es auch abgetrennte Raucherareale, die meist kleiner sind als der Nichtraucherbereich
  • Das japanische Essen ist vielfach eine Häppchenmahlzeit. Als Beispiel das japanische Morgenessen mit
    • Fermentierte Sojabohnen
    • Getrockneter und dann gegrillter Fisch
    • Gemüse Pickels
    • Onzen Ei (Dreiminutenei aus heissem Quellwasser
    • In Nudelnteig eingewickelte Gemüse (Dumpling)
    • Gemüsesuppe mit Ei
    • Klebreis
    • Seetang
    • Gemüsesalat
    • Und Anderes
  • Das Onsenbad, das mit heissem mineralhaltigem Wasser gespeist wird und man in vielen Hotels oder als öffentliches Fussbad antrifft, ist speziell und sehr entspannend.
  • Korrekte und modische Kleidung wird praktisch überall getragen. Wir haben keine Japaner in Shorts, Trainer etc. angetroffen
  • Generell war es nicht so hektisch in den Städten, wie wir es erwartet hatten – wir waren immer schneller unterwegs, irgendwie schlurfen die Japaner etwas rum oder die vielfach beobachteten krummen Beine behindern sie tatsächlich
  • Es gibt viele schier endlose Durchsagen in ÖV und bei Sehenswürdigkeiten
  • Es fiel auf, dass einige Hochspannungsleitungen bis fast mitten in die Stadt geführt werden. Meine Vermutung ist, dass dies wegen Erdbeben so gemacht wird. Eine kaputte Hochspannungsleitung ist schneller repariert als ein unterbrochenes Kabel unter Trümmern lokalisiert und repariert.
  • Ein Ryokan (traditionelles Hotel) mit Onsenbad gibt einen guten Eindruck in die klassische japanische Wohnweise und wenn das Essen noch serviert wird, dann wirds erst recht japanisch
  • Beim Design von Verpackungen, Essen, Auslagen, Inneneinrichtung, etc. sind die Japaner auffallend kreativ, präzis und talentiert. Ein paar Beispiele von Essensauslagen sind in der Galerie
  • Der Kampf zwischen Tradition und Moderne erkennt man auch bei den WCs: Traditionell ist es eine eingelassene Schüssel mit Spühlung und in westlichen Hotels sind es Riesenapparate mit Brillenheizung, Diskretionswassergeräuschen und Waschanlagen!
  • Die Japaner sind verrückt nach Glacé, man findet auch Pommes Frites, Wurst, etc Aromen
  • Die Währung hat keine “Untereinheiten” alles wird in Yen angeschrieben und gerechnet
  • In den Städten ist viel in Englisch angeschrieben und in den Restaurants sind vielerorts Menukarten in Englisch verfügbar.
  • Es herrscht ein regelrechter Plastikverschleiss: wenn ich 3 Weggli kaufe, wird jedes separat in einen Plastiksack gepackt und dann alles in einen Weiteren. Ist Brot dabei wird noch ein Frischhaltebeutel dazugegeben, bei einem Sandwich kommt noch der Eisbeutel oben drauf
  • Wenn man durch die Strassen läuft, beschleicht einem machmal das Gefühl, dass eine Epidemie ausgebrochen ist, 20-50% der Japaner tragen, je nach Ort und Anzahl Leuten, eine Maske
  • Essen kann man relativ günstig: ein Mittagsmenu mit Salat und einem Getränk erhielten wir für unter CHF 10.-
  • Crêpe mit Crème und Früchten oder Softeis machen sie super, kostet ca CHF 4.-
  • Mürbteigfisch mit Vanillefüllung ist lecker und für etwa CHF 1.20 frisch erhältlich

31.03.2017, Tag 79, Kyoto – Okayama

Wir fuhren heute mit dem Shinkansen über Osaka, Kobe und Himeji nach Okayama. Hier angekommen regnete es in Strömen – zum Glück war unser Hotel über gedeckte Gänge direkt vom Bahnhof erreichbar. Wir erkundeten noch etwas die Läden, assen etwas Einfaches (Spaghetti und Reis-Omelette) und machten es uns im Zimmer gemütlich.
In Okayama sollte man sich den auf einer Insel im Asahi River angelegten “Korakuen Garden” ansehen. Er ist über 300 Jahre alt und gilt als einer der berühmtesten und schönsten Gärten Japans. Er ist im “Scenic Promenade Style” angelegt, d.h. als Besucher hat man nach jeder Wegbiegung wieder eine neue Sicht.

Der Regen liess nicht nach, dafür wurde es etwas kühler, weder Wetter zum Spazieren noch der Kischblütenentwicklung zuträglich!
Wir überwanden den inneren Schweinehund, nahmen den Bus und spazierten eine knappe Stunde durch die Gartenlandschaft. Toll angelegt, einige wenige Blüten waren draussen und Aussicht auf das dunkel gehaltene Okayama Castle hatten wir auch.

30.03.2017, Tag 78, Kyoto (Ausflug Nara und Inari)

Heute standen nochmals zwei Schwergewichte in der Umgebung von Kyoto auf dem Programm: In Nara der Todaiji Tempel mit der Buddhastatue im Nara Park und in Inari der Fushimi-Inari Shrine.
Wir fuhren zuerst mit dem gut gefüllten Express (die Jugend konsumiert Comics auf dem Smartphone!) der Naralinie in 45 Minuten nach Nara, das 74 Jahre lang der Kaisersitz war, bevor er 784 nach Kyoto verlegt wurde. Auch hier hat es eine Vielzahl von Tempeln und Schreinen die zu besuchen wären. Wir spazierten am Kofukuji Tempel mit der Pagode vorbei in den Nara-Park, in dem Hunderte von zahmen Hirschen frei leben. Futterportionen kann man für 150 Yen kaufen aber dann werden die Viecher gierig und mühsam, sie beissen in Jacken und Beine, bis sie den Stoff bekommen.
Dann ging es weiter zum buddhistischen Todaiji Tempel, der um 710 erbaut wurde. Mit seinen fast 50 m Höhe und einer Breite von 57 m ist er eines der grössten Holzbauten der Welt. Im Innern tront ein riesiger 15 Meter hoher Bonze-Buddha (und andere Figuren), eindrücklich. In einer Säule des Tempels hat es ein Loch und man sagt, wenn Kinder hier durchkriechen, würden sie unter besonderem Schutz des Buddha stehen.
Danach ging es zurück zum Bahnhof und wir fuhren mit dem Bummler Richtung Kyoto bis Inari, ein Vorort von Kyoto. Keine 200 m vom Bahnhof steht der 711 gegründete Fushimi-Inari Schrein, einer der bedeutendsten Shinto-Schreins in Japan. Einzigartig sind die total 4,5 Kilometer langen Alleen aus Torji (Torbögen), die von Gläubigen gestiftet wurden und bis auf den 233 Meter hohen Inarihügel führen. Dabei trifft man immer wieder Stationen mit kleinen und kleinsten Schrein.
Schöne Verbindung von Glauben und Wandern und, im Gegensatz zu unseren Kreuzwegen, gar nicht depressiv.

29.03.2017, Tag 77, Kyoto (Ausflug Himeji)

Und sie kommt doch noch, die Kirschblüte! Zumindest glauben wir, dass wir heute diese Blüten gesehen haben. Der “Cherry Blossom Forecast”! meint, dass es nächste Woche ab Hiroshima oder dann sicher ab Fukuoka, das noch etwas südlicher liegt, reichen wird.
Heute morgen ging es mit dem Shinkansen in einer Stunde via Osaka und Kobe nach Himeji. Hier steht das “Himeji Castle” der alten Samurei, das 1333 erbaut wurde und auf der Liste der Weltkulturdenkmäler steht. Man sieht die weissen Bauten und Mauern bereits, wenn man den Bahnhof verlässt.
Den siebenstöckigen, aus Holz erbauten Fried erkundeten wir über sehr steile Treppen, eine Challenge für Kinder und Rentner.
Nach der Burg besuchten wir den “Garden of the Lords” nebenan, sehr gepflegt angelegt und viele grosse Kois schwammen im Teich.