Tag 37, Baton Rouge, Plantagen und Sklaven

Bei gut 35 Grad fuhren wir südwärts Richtung New Orleans (das wir nicht besuchen, weil wir erst kürzlich eine gute Woche dort verbracht haben, äh, es ist glaube ich noch vor dem Hurricane Kathrina gewesen).

Das Gebiet entlang dem Mississippi zwischen Baton Rouge und New Orleans wird wegen der angeblich signifikant höheren Krebsrate in diesem Gebiet “Cancer Alley” genannt.

Wir aber haben uns durch die “Laura Plantation“, um 1806 fertig gestellt, führen lassen, eine kreolische und nicht anglo-amerikanische Plantage, die Rohrzucker produziert hat und auf der nur französisch gesprochen wurde.

Zwischen 100 bis 300 Sklaven haben auf dem Feld, im Haus und in den Werkstätten gearbeitet. Sie haben in kleinen Häusern zusammen gelebt und leisteten bei der Erntezeit 18 Stunden Schichten. Die Sklavenbesitzer waren daran interessiert, dass sich die Sklaven auch reproduzierten, denn die Kinder gehörten automatisch ihm.

Am Mississippi gab es auch freie Schwarze, die Plantagen betrieben und sie hielten genauso Sklaven.

Nach der Befreiung 1865, nach dem Bürgerkrieg, unterschrieben viele Freedmen, wie die befreiten Sklaven genannt wurden, einen Vertrag mit dem Besitzer und sie erhielten dann 20$ Lohn pro Monat für ihre Arbeit. Es wurde aber kein Geld ausbezahlt, sondern Tokens, die nur im Shop auf der Plantage gültig waren (und die Preise im Plantagen Shop waren entsprechend hoch).

Laura, die Besitzerin der Plantage, schrieb es in ihren Memoiren so: “the civil war came, the civil war left and nothing changed on the place. The old former slaves remained on the place”.

Die nächste Plantage, die wir uns ansahen, war die “Oak Alley Plantation“, eine anglo-amerikanische Plantage mit der Eichenallee. Hier schufteten etwa 100 Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern.

Dann fuhren wir dem Mississippi oder besser dem Damm des Mississippi entlang und bekamen einen Eindruck der Industrie-Dichte mit über hundert grossen (Petro-) Chemischen Betrieben, die sich hier angesiedelt haben und für Cancer Alley verantwortlich sein sollen.

Das Hauptgebäude der Laura Plantation in den typischen Farben der Kreolen. Stützen aus Backstein und darauf eine Holzkonstruktion, die in kurzer Zeit erstellt werden konnte.

Die Veranda im ersten Stock.

Das war 1808 der Wert der Sklaven auf der Laura Plantation. Es gab Plantagen, da war der Wert der Sklaven höher als der Wert des Landes!

Das klassisch in weiss gehaltene Hauptgebäude der Oak Alley Plantage von Sklaven erbaut. Ziegelsteine aus Lehm aus dem Mississippi gebrannt, Holz aus den Sümpfen und Marmor aus Italien!

Die Allee der etwa 250 jährigen Eichen.

Die Sklavenhütten, schön am Schatten, nur gab es die Eichen zur Sklavenzeit noch gar nicht!

Eine Übersicht der Sklaverei in den Südstaaten von 1860 pro Gemeinde. Je dunkler, desto mehr Sklaven. klar erkennbar die Dichte entlang des Mississippi und in Carolina.