Ein geruhsamer Tag heute in Auckland, auf der Nordinsel von Neuseeland.
Morgenessen im Strand Cafe in der Queens Arcade, BT bestellt Toast mit Spiegelei und gebratenem Speck. Nichts Ausserordentliches, weder für uns, noch für die drei netten Chinesinnen, die den Laden führen. Wir nippen an unserem Capuccino als neben uns, im Durchgang zur Küche, ein unterdrückter Schrei zu hören war und dann aus der Küche eine brennende Pfanne geflogen kam. Bereit zum Sprung nach daussen, beobachteten wir die weitere Entwicklung: 5 Sekunden später kamen zwei triefende Putzlappen geflogen, um die Flammen der Pfanne einzudämmen. Das funktionierte beihnahe, aber des Fett brannte weiter – es brauchte das energische Nachtreten der Asiatin, die mit ihren Zecheschläppli aus der Küche kam!
Das Cafe überlebte, aber das mit dem fried bacon dauerte dann etwas länger.
Wir buchten anschliessend die Fähre nach Devenport, einem sehr gepflegten Vorort von Auckland. Dort angekommen, erklommen wir den 87m hohen Vulkanhügel Mount Victoria, der eine schöne Rundsicht in die Bay von Auckland (besser Hauraki Gulf) bot.
Nach dem Ausflug noch schnell ins Mac’s, ein Pub mit gutem Bier und interessanter Einrichtung.
Heute Abgabe Auto, wir haben es 3300 km durch den trockenen Kontinent gequält.
Ein Vierstundenflug mit Air New Zealand mit viel Rückenwind und 3 Kontrollen in Auckland, ob wir jetzt wirklich keine Früchte einführen, aber alles sehr nett und unaufgeregt.
Die Zeitverschiebung zur CH ist jetzt 12 Stunden, weiter weg von zu Hause ist fast nicht mehr möglich 😉
Kurze Tour noch durch die Queens Street, mit Pulled Pork, Spare Ribs und einem sehr guten lokalen Pale Ale!
Für Sebastian, hier, wenn ich mit maps.me richtig navigiert habe, die Sicht auf Waiheke beim Anflug auf Auckland. Mal schauen, ob wir in unserem Programm noch Zeit dafür finden….
img 4992Jetzt sind wir in unserem Hotel, in einem gemütlichen Appartnent und haben das nächste Abenteuer gestartet: Waschen. Mal schauen ob es ausserordentliche Auslagen für neue Wäsche geben wird 😉
Wir sind nun drei Wochen in Australien unterwegs und haben uns natürlich immer wieder gefragt, wie es den Aborigines, den Ureinwohnern, eigentlich geht.
Nicht so einfach. Wir haben ihre Kunst in Museen und Gallerien bestaunt, Kulturzentren angeschaut, hatten aber den Eindruck, dass das alles eher von Einwanderern arrangiert ist. Auch haben wir bemerkt, dass es die Flagge der Ureinwohner gibt:
Flagge der Aborigines AustraliensWo sind sie denn? Die Musiker und Bettler an den Touriorten? Wir mussten lernen, dass nicht alle dunkel sind und die charakteristischen Gesichtszüge tragen, sondern unauffällig unter uns sein können.
Heute haben wir unseren Cappucino im Garten der Public Library in Modbury genossen und ich bin anschliessend in die Bibliothek und habe mir die Sektionen mit den Büchern über Aborigines zeigen lassen und etwas in denselbigen gestöbert.
StandardwerkAnschliessend habe ich mit der Dame etwas über das Thema gesprochen – ich hatte das Gefühl, dass es ihr nicht so richtig wohl war dabei, aber sie hat bestätigt, dass es immer noch ein Thema sei, sie mich aber, auf meine Frage nach angestellten Aborigines in der Bibliothek entsetzt anschaute und meinte, Nein, das wisse man nicht!
Alles in allem etwas sonderbar das Thema und den schwierigen Zugang, den wir haben. Irgendwie erinnert es mich stark an die Situation der Indianer oder Schwarzen in den USA oder den Jenischen und Verdingkindern in der Schweiz, auch wenn diese nicht, wie die Aborigines, die älteste noch vorhandene (gelebte) Kultur repräsentieren.
Hier meine Kurzfassung der Geschichte, natürlich mit der Gefahr der Simplifizierung.
Die Ureinwohner von Australien kamen vor etwa 40’000 bis 60’000 Jahren (Mungo Man und Mungo Lady) über eine Landbrücke von Indonesien auf den trockenen Kontinent, wo sie ihre Kultur entwickelten und sich erfolgreich mit der harten Umgebung arrangierten.
Mit der Einwanderung der Europäer ab 1778 (Cook entdeckte Australien 1770) und der Erklärung von “Land Zero” war klar, dass den Ureinwohnern keine Landrechte zugestanden werden.
Es entbrannte eine Art Guerillakampf zwischen den Einwanderern und den Aborigines, der von den Engländern totgeschwiegen wurde, aber auf Seite Ureinwohner mindestens 20’000 und auf Einwandererseite 2’000 Opfer forderte. Dazu kamen Krankheiten, die insgesamt die Ureinwohner um 90 bis 95% auslöschten.
1933 war der Tiefsstand mit etwa 90’000 Aborigines erreicht. Je nach Territorry erkämpften sich die Ureinwohner unterschiedliche zivile Rechte.
Selbstverständlich gab es auch viele Beispiele wo Aborigines mit den Einwanderern zusammengearbeitet haben und, nicht zu vergessen, Tausende, die im ersten und zweiten Weltkrieg für Australien gekämpft haben.
In den 50er und 60er Jahre wurde ein Regierungs-Programm durchgezogen, bei dem tausende Kinder aus den Aborigines Familien gerissen wurden, um meist wie Slaven bei Eingewanderten aufzuwachsen.
Die australische Regierung hat sich dafür und die unrechtmässige Übernahme des Landes entschuldigt und weitere Reformen eingeführt. Es gibt z.B. nun Bezirke, die von Aborigine Communities verwaltet werden.
Zur Zeit werden mehr als 600’000 Aborigines gezählt, die Geburtsrate beträgt 2,1 und höchstens 10% leben in den Outbacks.
Glaubt man den Statistiken, so sind die Ureinwohner (noch) schlechter gestellt, sie verdienen weniger, die Selbstmordrate ist höher, die Lebenserwartung signifikant kleiner und die Scheidungsrate weit höher als bei den Einwanderern.
Am Nachmittag haben wir noch eine kleine Wanderung entlang dem Dry Creek, einer Art Bachgrabenbächlein, das sich fast 25 km um Adelaide zieht und an unserem Hotel vorbei kommt, gemacht.
Ein kurzes Erdbeben mit Stärke 3,7, um 0.37 am Morgen hat uns kurz geschüttelt, das Hotel blieb stehen; es war harmlos.
Als erstes haben wir am Morgen das “Classic Jets Fighter Musuem” am alten Flughafen besucht. Allerdings war da nur ein Jet, dafür ein richtig Alter mit Jahrgang 1958, eine De Havailland SeaVenom, ein ähnliches Flugzeug, wie es die Schweizer Flugwaffe eingesetzt hat, aber eben die Navy Version mit klappbaren Flügeln für die Verwendung auf dem Fluzeugträger. Das ausgestellte Modell diente auf der HMS Melbourne.
Wir hatten in dem Hangar eine super private Führung – und dann kam das Highlight: ein begleiteter Rundgang im Hangar nebenan, wo insgesamt 20 Freiwillige seit 8 Jahren eine Corsair F4U-1 anhand von Überresten zweier Havaristen neu aufbauen. Es war beeindruckend, welche Begeisterung und Fachkompetenz dort zu spüren war. Allerdings wird die Replika nie fliegen, das wäre schlicht zu teuer gekommen.
Anschliessend eine Fahrt in die Adelaide Hills nach Hahndorf, das um 1830 von 50 deutschen Auswandererfamilien gegründet wurde. Ein Hotdog mit Sauerkraut war ein Muss.
Weiter ging es dann zum Mt. Lofty (710m), der einen schönen Überblick über Adelaide bietet.
Wir beschlossen in die City zu fahren und nochmals einen “Anlauf” zu wagen. Es gibt einige schöne alte Gebäude, doch die Innenstadt ist von verkehrsreichen Strassen durchzogen, was es nicht gemütlicher macht. Wir haben eine (Die) Fussgängerzone gefunden, war okay. Es gibt grosszügige Grünflächen, auch im Zentrum, die schön daherkommen, aber für uns Fussgänger wird es dann enorm gross.
Ihr spürt sicher, dass wir (bis jetzt) noch nicht richtig warm geworden sind mit dieser Stadt.
Heute ging es wieder westwärts, etwa 400km dem Sturt Highway entlang. Flach und links und rechts zuerst noch Reben, dann zunehmend Buschland. Ab und zu zeigte sich der Murray River und wir überquerten ihn einige Male. Seine Mäander und verwaisten Läufe sind beeindruckend.
Vor Renmark, dem verschlafenen Hauptort der Weinregion Riverdale im Bundesstaat Südaustralien, gibt es eine “Einreisesperre” für Fruchtfliegen. Am Checkpoint an der Grenze gaben wir unsere 4 Äpfel freiwillig ab.
Im Kaffee von Renmark bestaunten wir die Auslage der Pies. Insbesondere die “Steak & Kidney Pie” beeindruckte uns, wir liessen es aber sein.
Waiter fuhren wir durchs Barossa Valley, ein schmuckes und grosses Weingebiet mit deutschen Wurzeln.
Anschliessend durch die Adelaide Hills und schon wieder stimmt etwas mit dem Navi nicht! Schon gestern wollte uns TomTom nach etwa 8km seiner empfohlenen Route einfach wieder umkehren lassen. Wir haben das ignoriert, Karte, Peilkompass und Sextant ausgepackt und das auf die alte Art gemacht. Und nach einem harten Reset hat das Ding auch wieder gewusst wo’s langgeht. Aber heute, wir hatten etwa 14 Uhr 10 und Tomtom behauptete, dass wir um 14.01 an unserem Hotel ankommen würden. Strange! Zuerst haben wir es mal wieder ignoriert, aber dann war Nachdenken angesagt;-)
Die Erklärung war einfach: Süd-Australien ist gegenüber Victoria um eine halbe Stunde zurück, das wusste das Navi, aber die Uhr des Autoradios nicht!
Also, dann Ankunft bei unserer Bleibe, ein etwas eigenes “Park Suites & Convention Center”, das aber ein supergrosses Zimmer mit Gratisparkplatz, Aussicht auf Park und einem Einkaufszentrum vis-à-vis zu einem guten Preis bietet. Allerdings ist es etwa 15 km vom Zentrum von Adelaide entfernt.
Im selbigen Zentrum fanden wir eine seltsame Werbung mit der höheren Lebenserwartung der Schweizer…
img 4935Wir besuchten noch das Zentrum von Adelaide mit etwas Sushi vom Band und schlossen den Abend in Glenelg am Strand ab.
Nach einem nahrhaften Breaky Burger ging es weiter nordwärts. Nach wenigen Kilometern waren die Berge der Grampians verschwunden und wir fuhren etwa 300km durch riesige Ebenen, wo vor allem Getreideanbau betrieben wird.
Je weiter nördlich, desto höher das Speed Limit, ausserorts und innerorts, desto weniger Kurven und Gegenverkehr sowie immer kleinere Bäume und trockenere Erde.
Grosse Getreidesilos, eines davon genial mit vier Portraits geschmückt, und Züge, die das Getreide sammeln. Ein Ausflug noch über die Staubpiste zum Hattah NP, der recht trocken wirkte.
20 Kilometer vor Mildura plötzlich ein anderes Bild: riesige Weinanbaugebiete mit entsprechenden Wasserspeichern (eines der Grössten in Victoria).
Mildura liegt am Murray River, der längste Fluss von Australien, und es gibt hier stattliche Hausboote und einen Service mit einem Raddampfer.
Alles Roger oder was?! Heute war ein regnerischer Tag mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.
Nach einem Cappucino neben den süssen Versuchungen fuhren wir nordwärts durch schier unendliche Ebenen von Gras- und Weideland. Nach etwa 80km, bei Dunkeld, plötzlich Berge: die Grampians (nach dem schottischen Vorbild benannt). Wir erklommen mal den Mt. William, mit 1167m der Höchste im Grampian NP. Dann noch zum Balcony und zum schönen McKanzie Wasserfall (siehe obiges Bild).
Danach zurück nach Halls Gap, eine nette Streusiedlung, die als Ausgangspunkt für Wanderungen im NP dient. Hier besuchten wir das Kulturzentrum “Brambuk”, das einen interessanten und schonungslosen Einblick in die Geschichte und Kultur der Aborigines vermittelt.
In unserem Motel hat es einen kleinen Sitzplatz, der hat direkt Anschluss zur Kakadu- und Kängurupopulation. Ich glaube es wird Zeit für ein Kängurufilet auf dem heissen Stein!
Nachtrag: Beiz mit hot stone menues hat hier am Montag zu ;-(
Nach einer angenehmen Nacht in der Jugi, haben wir weiter die Ocean Road abgefahren. Zuerst zum Cape Otway mit Koalas, Schlange und dem ältesten noch existierenden Leuchtturm auf dem australischen Festland.
Dann zur eigentlichen Attraktion, den 12 Aposteln und weiteren Arches und Razorbacks, sehenswert!
12 Apostel
In Fairy, ein hübsches und gemütlich es Städtchen, sind wir den Empfehlungen unseres Hosts gefolgt und haben Fish & Chips to go geordert und ein Picnic im Battery Park abgehalten – sehr gemütlich und erst noch ein Seelöwe auf Besuch.
Kleines Detail: Die Portionen Tartarsauce, die wir zum Fisch gekauft haben: kein mühsames Öffnen, sondern in der Mitte knicken und schon kann man die Sauce dosiert applizieren!
Unser Fazit zur Great Ocean Road: Schön, insbesondere der Apostelabschnitt, aber im Ganzen doch eher etwas überbewertet. Wenn ich es mit einer US1 in California, einer Route to Hana in Maui oder der Küstenstrasse in Maine oder der Amalfiküste vergleiche, dann sind das sicher ebenbürdige Highlights.
Samstag Morgen war heute ideal, um Melbourne Richtung Westen zu durchqueren, wenig Verkehr!
Das änderte dann etwas, als wir die Ocean Road erreichten, etwa Stau in jedem Dörfli.
Aber wir hatten Zeit und besuchten Bells Beach (gefährliche Brandung), White Point Leuchtturm (Mad Max), Lorne (im Schritttempo, ohne Parkplatz) und dann Apollo Bay, wo wir zum ersten (und letzten) Mal in Australien im Backpacker YHA im Zweierzimmer übernachten. Es war die einzige Übernachtung, die wir hier fanden, die unter AUD 500.- lag!
Anzahl Trams (Anhänger nicht gerechnet) 129 + 103 = 231
Das heisst, dass die BVB mit einem Netz, das halb so gross ist, aber etwas mehr als die Hälfte (56%) der Trams (Kompositionen oder Motorwagen mit Anhänger) von Melbourne betreibt, 70% der Fahrgäste von Melbourne hat.
Angesichts der älteren Trams in Melbourne mit weniger Kapazität als die in Basel, erstaunt das nicht. Melbourne mit längerer Betriebszeit und / oder besserer durchschnittlicher Auslastung die angegebenen Fahrgastzahlen erreichen.
Dabei gibt es offene Punkte, um die Performance der beiden Netze etwas besser zu spüren, u.a.
Wie weit werden die die Fahrgäste im Schnitt transportiert?
Was ist die Durchschnittsgeschwindigkeit (Yarra gibt 16km/h resp 11km/h im Geschäftsviertel an, BVB / BLT gibt keine Zahlen an)
Was ist der Takt der Trams? Der kann bei Melbourne eigentlich nur schlechter sein als in Basel
Wann steht der Service zur Verfügung (Yarra bietet Fr bis So 24h Services an).
Zu welchen Kosten (pro Personenkilometer?) wird der Service angeboten (keine Zahlen nur für Tram)
Wie ist die durchschnittliche Auslastung der Tramlinien nd die Pünktlichkeit?
Wie sind die Fahrgäste zufrieden? Die BVB gibt einen Zufriedenheitsindex von 77 von 100 an