15.02.2017, Tag 35, Nelson – Greymouth (Westküste)

Von Nelson ging es zuerst 200km zügig westwärts durch Täler und über Pässe. Vergleichbar etwa mit Doubs, kombiniert mit Blochmont und Internationale von Kleinlützel bis Lützel, alles etwas länger und mehrfach, dazu noch Farnbäume und Palmen, die die Strassen säumen. Tempolimit ist 100 und die Strassen waren fast leer, sogar die Camper haben Platz gemacht (gäll Noldi).
Nach einer Pause in Westport am Buller River, das heute noch von Kohleabbau und Zement (Holcim lässt grüssen) lebt, besuchten wir die Robbenkolonie in der Tauranga Bay. Herrlich wie sich die Jungen hier hinter den Wellenbrechern in ihren Pools tummelten.
Es ging weiter der wunderbaren Great Coast Road entlang Richtung Süden bis zum Paparoa NP mit seinen Pancake Rocks und Blowholes. Sehens- und hörenswert wie es hier ohne Unterlass wellt, donnert und spritzt.
Danach das letzt Stück der Tasmanischen See entlang bis bach Greymouth, die bedeutendste Stadt an der Westküste.

14.02.2017, Tag 34, Belheim – Stoke (Nelson)

Kurze und kurvige Fahrt im nördlichen Teil der Südinsel. Halt in Nelson, ein Städtchen mit ein paar übriggebliebenen viktorianischen Bauten und ansprechenden Beizen. Endlich haben wir mal die neuseeländischen Grünlippmuscheln (aus der Familie der Miesmuscheln)mit Weissweinsauce probiert – sehr gut.
Das Motel ist 13 km vom Zentrum entfernt, das bot Gelegenheit für Spaziergänge im Villen- und Industriequartier.

13.02.2017, Tag 33, Wellington – Blenheim (Südinsel)

Heute morgen hatten wir noch etwas Zeit, um die beiden Holzgebäude in Wellington genauer anzuschauen. Interessante Konstruktionen.

Danach gaben wir unseren Mietwagen an der Interislander Fährstation ab, d.h. parkieren und Schlüssel in den Kasten werfen. Danach Gepäck Check-in und noch prüfen der Wellenanzeige: “Moderate”.

Als ich am Morgen die Windprognose für die Cookstrasse anschaute, erinnerte es mich an die Überfahrt von Mallorca nach Ibiza. Es machte mir nichts aus, dass das Schiff diesmal etwas “grösser” war.

Auf der Überfahrt, genauer auf den etwa 20 km offenem Meer, konnte man ein leichtes Holpern spüren und der Seitenwind krängte die Fähre maximal fünf Grad.

Dann wunderschöne Fahrt, am Schluss noch von Delfinen begleitet, durch den etwa 500 m breiten Tory Channel bis Picton, wo wir den nächsten Mietwagen übernahmen.

12.02.2017, Tag 32, Ohakune – Wellington

Heute weiter Richtung südlichste Hauptstadt der Welt – Wellington.
Zuerst ein Halt in Waiouro, ein Kaff am A. Der Welt. Wir besuchten das einzige Kaffee, das sehr rustikal, mit Holzhockern und Tischen eingerichtet war, die auch die künftigen Erdbeben überstehen werden, so nassiv waren sie gebaut. Ein Mann sass an einem Tisch mit seiner Tochter, beide ins Smartphone vertieft, sie Birchermüesli, er Eier vor sich. Nebenan ein etwas korpulenter Mann mit seinem nicht minder korpulenten Sohn am massiven Tisch. Beide haben das Breaky Plus, also von Toast über Ei bis zu Pilzen, alles. Beide zelebrierten die Umschichtung und Arrangierung der Zutaten von einem Toast zum Anderen. Aber warum beschreibe ich das? Erstens war es still, während unseres Aufenthalts, KEIN Wort der Vier. Nicht einmal als Vater und Tochter das Lokal verliessen. Und zweitens, weil sich das Ganze im Rahmen von mehr 92’000 Kugelschreibern (ich habe die Bedienung gefragt), die überall in der Beiz montiert waren, abgespielt hat – es war eine eigenartige Atmosphäre.

Es ging weiter durch eine Landschaft, die zum Teil sehr trockenen Freibergen, dann wieder einem gestreckten gelbfarbigen Entlebuch, unterbrochen von ein paar Nordamerikanischen Steppenelementen mit Kleinststädten, erinnerte.

Wir erreichten Wellington (etwa 400’000 Einwohner inklusive Vororte) am frühen Nachmittag. Die Stadt, mit ihren mittelhohen Hochhäusern sieht aus, als hätte man Basel und Umgebung nach Läufelfingen verlegt und das Meer reichte etwa bis Buckten. Wenig Platz und sofort steile Hügel.

Wir schauten uns bei starkem Wind Waterfront, Innenstadt, das Nationalmuseum “Te Papa”, die Holzkirche und eines der grössten Holzgebäude der Welt an, das 1870 auf einer Stelle gebaut wurde, die 1850 noch 5m unter Wasser stand. Zwei Erbeben haben den Boden hier vehement angehoben und für etwas mehr Platz gesorgt.

11.02.2017, Tag 31, Rotorua – Ohakune

Wir fuhren heute morgen durch die ab und zu immer noch dampfende Hochebene bis Taupo am gleichnamigen, etwa 36 km langen See. Recht touristisch aber mit der Aussicht auf den Mt Ruapehu (2797m) im Hintergrund schon reizvoll. Auch Mc Donalds bietet hier etwas Besonderes: eine DC-3 im Vorgarten.
Weiterfahrt in den Tongariro NP, der sich um die drei markanten Vulkanberge zieht.
Mit einer ausgedehnten Wanderung in dem Vulkangebiet, das regelmässig aktiv ist (der letzt Ausbruch war 1995 und 1997), haben wir uns einen Eindruck und Überblick verschafft. Im Winter wird hier in den höheren Lagen Ski gefahren, jetzt sieht es dort allerdings aus, wie auf dem Mond.
Vor der Ankunft in Ohakunde, einem Nest, das nur auf den Winter wartet, haben wir uns noch das Viadukt “Makatote” der KiwiRail angeschaut, Ingenieurskunst von 1905.

10.02.2017, Tag 30, Rotorua und Umgebung

Ein gemütlicher, warmer Tag heute. Wir entschlossen uns, nachdem wir eine Touri-Geysir-Anlage bei Sichtung des Parkplatzes mit den grossen Bussen und das immer heftigere Winken der Parkwächter ignorierend, wieder verliessen, in ein etwas abgelegeneres Tal, das Waimangu volcanic valley zu fahren, um dort die geothermischen Phenomene zu bestaunen.

Es war die Fahrt und die je 37 NZD Eintritt wert.

1886 hatte der Berg Tarawera zu viel Druck und flog in die Luft. Den Knall soll man bis nach Christchurch gehört haben.

Mit dem Knall wurde praktisch alles zerstört und die ganze Gegend umgestaltet, neue Seen und heisse Quellen sowie Geysire entstanden und mit dem warmen Wasser und den Mineralien hat sich auch die Vegetation verändert.

Für die Besucher wurde ein Wanderweg durchs Tal angelegt mit einem Busservice für die Rückfahrt, die Strasse getrennt von Wanderweg und sehr diskret gestaltet.

Danach war Zeit für das Polynesian Spa, das in Rotorua schön am See gelegen ist und verschiedenste Aussen-Pools mit allen erdenklichen Mineralien aus heissen Quellen, die im Gebäude oder in der Umgebung sind, bietet.

Nach einer Stunde im 42 Grad warmen Wasser waren auch wir gar.

09.02.2017, Tag 29, Thames – Rotoruna

Nach einer schönen Fahrt durch die Coromandel Halbinsel (sie ist nach einem englischen Schiff benannt, das hier viel Kauriholz abtransportiert hat) haben wir uns die Überreste der Goldgräber in der Schlucht von Karangahake angeschaut. Schächte, Gleise, Stollen, etc. sind so gut erhalten, dass sie für das Publikum zugänglich sind.
Nächste Station, weiter im Süden, war der Waihi Beach, hier konnten die Goldgräber ihre Staublungen etwas kurieren.
Danach Richtung Te Puke. Das Gebiet ist bekannt für den Anbau der Kiwifrüchte. Die Plantagen werden mit 5 bis 7 Meter hohen Hecken vor dem Wind geschützt. Fährt man mit dem Auto durch, ist es wie im Eiskanal 😉
Die letzte Etappe nach Rotorua war recht hügelig, und plötzlich waren die Seen da. Wunderschön, gut besucht und es riecht je nach dem stark nach Schwefel. Es ist auch eine der vulkanologisch aktivsten Regionen mit heissen Quellen, Geysiren und geothermischen Kraftwerken.
Und noch ein Update: die Gutschrift über 100$ von Cathay Pacific wegen unserem Problem mit der Unterhaltung ist eingetroffen 😉

08.02.2017, Tag 28, Russell – Thames (Coromandel Penninsula)

Heute war es doch etwas anstrengend. Zuerst kurvige Strasse bis zur Fähre nach Opua- Waitangi war das unmittelbare Ziel, das Rütli von Neuseeland, wo 50 Maori-Häuptlinge mit England 1840 die “Geburt” von Neuseeland mit diesem Vertrag besiegelt haben:

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Wir haben das fast 6 stündige Führungsprogramm ausgelassen, haben aber (einmal mehr) die wundervolle Aussicht auf die Bay of Islands genossen:

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Dann, etwas schlecht vorbereitete Navigation zu einem weiteren Kauri-Wald, die mit Abbruch geendet und der Fahrt nach Kawakawa geführt hat. Hier hat Friedrich Hundertwasser die letzen 14 Jahre seines Lebens (mit einem neuseeländischen Pass) verbracht und das erste Gebäude der südlichen Hemisphäre designed und gebaut – ein öffentliches WC. Sehenswert. Sonst hat er hier auch weitere Spuren hinterlassen und ist den Kiwis mit seinen grünen Gedanken recht auf den Geist gegangen.
Danach etwas Früchte einkaufen – hier die typische Auswahl in einem Supermarkt einer mittelkleinen Stadt:

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Weiter nach Süden, bei Waiamio, haben wir die “Glow worm Cave” besucht.
Eindrücklich. Die Würmer (ca. 5 bis 30 mm) kleben für etwa 9 Monate an der Höhlendecke, lassen Fangarme runterbaumeln und produzieren ein Licht, um die Beute (Mücken, Fliegen, etc,) anzulocken, die dann in die Arme fliegt, dort kleben bleibt und dann vertilgt wird.
Als wir im Dunkeln in dieser Höhle standen, war es schon erstaunlich was da leuchtete! Wie die Michstrasse, über 15’000 Punkte, wie under Maori-Führer meinte.
Nach den 9 Monaten verpuppt sich der Wurm, eine 3 Tagesfliege entsteht, das Weibchen legt dann, nach dem Paarungsstress, etwa 30 Eier. Daraus schlüpfen wieder Würmer.
Passen die Fliegen nicht auf, bleiben sie in den Fangarmen ihrer “Noch-Wurm-Kolleginnen” hängen.
Die “Glühwürmer” sind nicht zu verwechseln mit unseren Glühwürmchen, das ist eine andere Geschichte, da wird das Leuchten eher für Partnersuche gebraucht.
Die “Glow Worms” kommen nur in Australien und Neuseeland vor und die in Neuseeland leuchten natürlich viel heller!

Danach ging es weiter südwärts durch Auckland (auch hier gibt es Stau) bis nach Thames, einem unscheinbaren Städtchen, das während dem Goldrush sicher fünf mal mehr Einwohner hatte als heute. Wir haben uns bei einsetzendem Regen an den Inder gehalten und gut gegessen.

 

07.02.2017, Tag 27, Auckland – Russell

Zuerst Abspecken und den Australien-Reiseführer entsorgen, ca 950g.

Autoübernahme im Hertz Stadtoffice. Ich marschiere 15 Minuten vom Hotel zum Office und hole dann BT mit dem Wagen im Hotel ab, zumindest war das der Plan. Im Office dann 4 Schalter mit Schlangen und viel Betrieb. Ich überlegte, wie doch dieser Prozess, ähnlich wie der Check-in beim Fliegen, ineffizient ist und was man da anders machen könnte.

Etwas in Gedanken versunken kam ich an die Reihe: “Sir, credit card, driver license and international driver license please.” Mist! Hab ich doch glatt das internationale Dokument im Hotel vergessen. So steigt die Effizienz nicht gerade, doch der Schrittzähler hatte Freude;-)

Anschliessend ging es weiter nordwärts und in Oakura bogen wir auf eine sehr kurvige und teilweise unbefestige Strasse Richtung Russell ab, ein gemütlicher Ort an der hübschen Bay of Islands.

Unterwegs bestaunten wir die seltenen Kauri-Bäume (siehe Rinde im obigen Bild), die wegen ihrem geraden Wuchs und ihrer Härte im Schiffsbau, z.B für Masten, sehr gefragt waren, aber mit der Zeit sehr inflationär, auch für Transportkisten, etc. verschwendet wurden. Kein Wunder, dass bei siesem Raubbau die Kauri nahe am Aussterben waren, denn was die Leute nicht realisiert hatten oder nicht realisieren wollten, der Kauri wächst sehr langsam.

06.02.2017, Tag 26, Auckland

Ein sonniger Tag in Auckland und Nationalfeiertag – am 6.2.1840 wurde der Vertrag (Treaty) von Waitangi zwischen den Maori-Häuptlingen und den Engländern unterzeichnet.

Wir wanderten durch den Myer Park und den Auckland Domain, mit herrlichen Bäumen,zum Auckland oder War Memorial Musuem. Wir analysierten die Eintrittspreise unter Berücksichtigung unserer Budgetrestriktionen und entschlossen uns, das Package inklusive Maori Performance für 90 NZD zu buchen. Welche Überraschung an der Kasse: “Sorry, but our IT System is down, we cannot process any purchase, therefore the museum is free today!” Das war ein Schnäppchen!

Das Museum war interessant, vor allem Erdgeschichte, Kultur, Fauna und Flora des Inselreichs, aber die Anordnung und Führung des Besuchers für meinen Geschmack eher etwas unkoordiniert. Aber alle Objekte sowohl in Maori als auch Englisch beschriftet. Seit 1987 besteht die Gleichstellung der Sprachen Maori und Englisch in Neuseeland.

Die Performance der Maori hat uns gut gefallen. Sehr geerdet, humorvoll und so wie es heute praktiziert wird (wurde uns gesagt).

Höhepunkt war natürlich der Kriegstanz “Haka”, den wir von den “All Blacks” kennen: Siehe Video (90s)

Anschliessend über den Albert Park zurück in die City zum Pub. Was stand da am Tresen? Heute ein Zuschlag von 15% auf alles! Auf Nachfrage, erklärte mir die Dame, dass sie wegen dem heutigen Feiertag mehr verdienen würden und deshalb alles teurer sei. Kam schlecht bei uns an und Bier gabs auch keines für uns.