23.03.2017, Tag 71, Hankone

Nach einem heissen Onsen-Bad mit dreimal Duschen und unzähligen Übergüssen haben wir porentief rein unsere Futons installiert und die Nacht nahe am Boden verbracht. Das ging ausgezeichnet, manchmal reklamierte der Hüftknochen aber am morgen fühlten wir uns gut ausgeschlafen.
Darauf folgte das erste japanische Morgenessen. Es war schon ein spezielles Arrangement mit Gemüsesuppe, Onsen-Ei (das Ei wurde drei Minuten im heissen Wasser einer Quelle gekocht), fermentierten Sojabohnen, gegrilltem getrochnetem Fisch und weiteren Zutaten. Es hat, mit ein, zwei Ausnahmen (für uns) verträglich geschmeckt und wir waren bereit für den Tag.
Der Himmel war etwas bedeckt und wir fuhren mit dem Züglein zum Hakone Open Air Museum, das überraschend viele schöne Skulpturen von namhaften Künstlern ausgestellt hat (eine kleine Auswahl ist in der Galerie). Einzigartig ist das heisse Outdoor Fussbad, das den Museumsgästen inklusive Fusstuch angeboten wird.
Nach zwei Capuccinos (Grüntee und Black Bean Tea sind okay, aber manchmal ist Zeit für eine Alternative), machten wir uns auf, an Recyclingkörben vorbei, zum Hakone Gora Park, einem japanischen, leicht französisch angehauchten Garten mit Kunsthandwerk-Ateliers, Treibhäusern und einer Beiz, die ausgezeichnete westliche Sandwiches servierte ;-).
Auf dem Rückweg haben wir noch das Plakat der Rhätischen Bahn entdeckt, das auf die langjährige Zusammenarbeit der beiden Bahngesellschaften hinweist.
Das nächste traditionelle Nachtessen folgte, diesmal eine Gemüse-Fischsuppe, dazu Kartoffeln mit Huhn an einer Käsesauce und einem ganzen Fisch an einer exzellenten süssen Sojasauce, dazu Sake.

22.03.2017, Tag 70, Tokyo – Hakone

Ein japanischer Tag, heute. Zuerst mit der Ring-Subway Yamanote bis Shinagava und hier das erste Mal in den Shinkansen-Express nach Odawara umgestiegen. Im Shinkansen gibt es gut Platz, es hat 5 Sitzreihen nebeneinander und alles scheint geregelt. Unglaublich, wie ruhig das Gefährt bei hohen Geschwindigkeiten läuft. An den Bahnhöfen ist es bis auf den Millimeter festgelegt wo er hält, welche Wagen mit welchen Services wie bestiegen werden. Das ist natürlich nur möglich, weil täglich jede halbe Stunde oder öfter das gleiche Zugsmodell am gleichen Ort hält. Beeindruckend und effizient.
In Odawara sind wir auf eine private Linie umgestiegen und haben einen Zweitagespass für das gesamte Gebiet für CHF 35.- gehauft. Die Hakone Tozan Railway erinnerte nun eher an das Waldenburgerli, aber brachte uns zuverlässig zu unserem Ryokan Hotel (ein traditionell eingerichtetes Hotel).
Hakone ist DAS Tourigebiet der Japaner, nur 100 km von Tokyo weg und es gibt hier Berge, Seen, Schiffe, Seilbahnen und DEN Blick auf den Fuji (3776m).
Also ab, bei gutem Wetter und gut gefülltem Bus zum Ashi-See, hier eine kurze Wanderung über die steile Treppe zum Fuji-Aussichtspunkt und weiter mit dem Schiff nach Togenai Ko, wo wir die Seilbahn (eine Kunstruktion mit zwei parallen Endlosseilen) bestiegen und bis Owakudani fuhren. Hier gab es 2015 einen kleineren Vulkanausbruch, genau neben den Bahngebäuden und es dampft und schwefelt heute noch. Nach einer Busfahrt, anschliessender Talfahrt mit dem Funiculaire von Sounzan nach Gora und dem letzten Stück mit der Hakone Tozan Railway zum Hotel (auf diesem Abschnitt hat es drei Bahn-Spitzkehren!). Die ganze Tour dauerte etwa 5 Stunden und bot Gelegenheit die Kummunikation mit verschiedenstem Fahr- und Stations-Personal zu üben – am Schluss hat es geklappt.
Einchecken im traditionellen Hotel: als erstes Schuhe weg und Schlappen an. Wir bezogen das Zimmer “Ayame” aber da fehlte was? Aja, die Betten sind ja Futons, die wir selber bereit machen. Mal pinkeln und dort stehen dann die Pinkelschlappen bereit! Und es wird gern gesehen, wenn wir im Haus mit dem Yukata (Baumwoll-Kimono) herumlaufen. Also umziehen und Anleitung zum Kimonobinden studieren. Das private Onsen (natürliche Japanische Hotspring) haben wir für heute Abend für eine halbe Stunde reserviert, mal schauen. Zum Glück habe ich keine Tattoos, das wird hier gar nicht gerne gesehen – es erinnert zu sehr an die Yakuza, die japanische Mafia.
Das Nachtessen war sehr gut: verschiedene Vorspeisen, dann Gemüse, Pilze und Fleisch selber in einer Miso- Sesamsuppe gekocht.
So, jetzt muss ich noch die Benimmregeln für das Onsen und die Anleitung zum Bettbau studieren, Guetnacht.