22.03.2017, Tag 70, Tokyo – Hakone

Ein japanischer Tag, heute. Zuerst mit der Ring-Subway Yamanote bis Shinagava und hier das erste Mal in den Shinkansen-Express nach Odawara umgestiegen. Im Shinkansen gibt es gut Platz, es hat 5 Sitzreihen nebeneinander und alles scheint geregelt. Unglaublich, wie ruhig das Gefährt bei hohen Geschwindigkeiten läuft. An den Bahnhöfen ist es bis auf den Millimeter festgelegt wo er hält, welche Wagen mit welchen Services wie bestiegen werden. Das ist natürlich nur möglich, weil täglich jede halbe Stunde oder öfter das gleiche Zugsmodell am gleichen Ort hält. Beeindruckend und effizient.
In Odawara sind wir auf eine private Linie umgestiegen und haben einen Zweitagespass für das gesamte Gebiet für CHF 35.- gehauft. Die Hakone Tozan Railway erinnerte nun eher an das Waldenburgerli, aber brachte uns zuverlässig zu unserem Ryokan Hotel (ein traditionell eingerichtetes Hotel).
Hakone ist DAS Tourigebiet der Japaner, nur 100 km von Tokyo weg und es gibt hier Berge, Seen, Schiffe, Seilbahnen und DEN Blick auf den Fuji (3776m).
Also ab, bei gutem Wetter und gut gefülltem Bus zum Ashi-See, hier eine kurze Wanderung über die steile Treppe zum Fuji-Aussichtspunkt und weiter mit dem Schiff nach Togenai Ko, wo wir die Seilbahn (eine Kunstruktion mit zwei parallen Endlosseilen) bestiegen und bis Owakudani fuhren. Hier gab es 2015 einen kleineren Vulkanausbruch, genau neben den Bahngebäuden und es dampft und schwefelt heute noch. Nach einer Busfahrt, anschliessender Talfahrt mit dem Funiculaire von Sounzan nach Gora und dem letzten Stück mit der Hakone Tozan Railway zum Hotel (auf diesem Abschnitt hat es drei Bahn-Spitzkehren!). Die ganze Tour dauerte etwa 5 Stunden und bot Gelegenheit die Kummunikation mit verschiedenstem Fahr- und Stations-Personal zu üben – am Schluss hat es geklappt.
Einchecken im traditionellen Hotel: als erstes Schuhe weg und Schlappen an. Wir bezogen das Zimmer “Ayame” aber da fehlte was? Aja, die Betten sind ja Futons, die wir selber bereit machen. Mal pinkeln und dort stehen dann die Pinkelschlappen bereit! Und es wird gern gesehen, wenn wir im Haus mit dem Yukata (Baumwoll-Kimono) herumlaufen. Also umziehen und Anleitung zum Kimonobinden studieren. Das private Onsen (natürliche Japanische Hotspring) haben wir für heute Abend für eine halbe Stunde reserviert, mal schauen. Zum Glück habe ich keine Tattoos, das wird hier gar nicht gerne gesehen – es erinnert zu sehr an die Yakuza, die japanische Mafia.
Das Nachtessen war sehr gut: verschiedene Vorspeisen, dann Gemüse, Pilze und Fleisch selber in einer Miso- Sesamsuppe gekocht.
So, jetzt muss ich noch die Benimmregeln für das Onsen und die Anleitung zum Bettbau studieren, Guetnacht.

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