01.02.2017, Tag 21, Mildura – Adelaide

Heute ging es wieder westwärts, etwa 400km dem Sturt Highway entlang. Flach und links und rechts zuerst noch Reben, dann zunehmend Buschland. Ab und zu zeigte sich der Murray River und wir überquerten ihn einige Male. Seine Mäander und verwaisten Läufe sind beeindruckend.
Vor Renmark, dem verschlafenen Hauptort der Weinregion Riverdale im Bundesstaat Südaustralien, gibt es eine “Einreisesperre” für Fruchtfliegen. Am Checkpoint an der Grenze gaben wir unsere 4 Äpfel freiwillig ab.

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Im Kaffee von Renmark bestaunten wir die Auslage der Pies. Insbesondere die “Steak & Kidney Pie” beeindruckte uns, wir liessen es aber sein.
Waiter fuhren wir durchs Barossa Valley, ein schmuckes und grosses Weingebiet mit deutschen Wurzeln.
Anschliessend durch die Adelaide Hills und schon wieder stimmt etwas mit dem Navi nicht! Schon gestern wollte uns TomTom nach etwa 8km seiner empfohlenen Route einfach wieder umkehren lassen. Wir haben das ignoriert, Karte, Peilkompass und Sextant ausgepackt und das auf die alte Art gemacht. Und nach einem harten Reset hat das Ding auch wieder gewusst wo’s langgeht. Aber heute, wir hatten etwa 14 Uhr 10 und Tomtom behauptete, dass wir um 14.01 an unserem Hotel ankommen würden. Strange! Zuerst haben wir es mal wieder ignoriert, aber dann war Nachdenken angesagt;-)
Die Erklärung war einfach: Süd-Australien ist gegenüber Victoria um eine halbe Stunde zurück, das wusste das Navi, aber die Uhr des Autoradios nicht!

Also, dann Ankunft bei unserer Bleibe, ein etwas eigenes “Park Suites & Convention Center”, das aber ein supergrosses Zimmer mit Gratisparkplatz, Aussicht auf Park und einem Einkaufszentrum vis-à-vis zu einem guten Preis bietet. Allerdings ist es etwa 15 km vom Zentrum von Adelaide entfernt.

Im selbigen Zentrum fanden wir eine seltsame Werbung mit der höheren Lebenserwartung der Schweizer…

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Wir besuchten noch das Zentrum von Adelaide mit etwas Sushi vom Band und schlossen den Abend in Glenelg am Strand ab.

31.01.2017, Tag 20, Halls Gap – Mildura

Nach einem nahrhaften Breaky Burger ging es weiter nordwärts. Nach wenigen Kilometern waren die Berge der Grampians verschwunden und wir fuhren etwa 300km durch riesige Ebenen, wo vor allem Getreideanbau betrieben wird.
Je weiter nördlich, desto höher das Speed Limit, ausserorts und innerorts, desto weniger Kurven und Gegenverkehr sowie immer kleinere Bäume und trockenere Erde.
Grosse Getreidesilos, eines davon genial mit vier Portraits geschmückt, und Züge, die das Getreide sammeln. Ein Ausflug noch über die Staubpiste zum Hattah NP, der recht trocken wirkte.
20 Kilometer vor Mildura plötzlich ein anderes Bild: riesige Weinanbaugebiete mit entsprechenden Wasserspeichern (eines der Grössten in Victoria).
Mildura liegt am Murray River, der längste Fluss von Australien, und es gibt hier stattliche Hausboote und einen Service mit einem Raddampfer.

30.01.2017, Tag 19, Port Fairy – Halls Gap

Alles Roger oder was?! Heute war ein regnerischer Tag mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.
Nach einem Cappucino neben den süssen Versuchungen fuhren wir nordwärts durch schier unendliche Ebenen von Gras- und Weideland. Nach etwa 80km, bei Dunkeld, plötzlich Berge: die Grampians (nach dem schottischen Vorbild benannt). Wir erklommen mal den Mt. William, mit 1167m der Höchste im Grampian NP. Dann noch zum Balcony und zum schönen McKanzie Wasserfall (siehe obiges Bild).
Danach zurück nach Halls Gap, eine nette Streusiedlung, die als Ausgangspunkt für Wanderungen im NP dient. Hier besuchten wir das Kulturzentrum “Brambuk”, das einen interessanten und schonungslosen Einblick in die Geschichte und Kultur der Aborigines vermittelt.
In unserem Motel hat es einen kleinen Sitzplatz, der hat direkt Anschluss zur Kakadu- und Kängurupopulation. Ich glaube es wird Zeit für ein Kängurufilet auf dem heissen Stein!
Nachtrag: Beiz mit hot stone menues hat hier am Montag zu ;-(

29.01.2017, Tag 18, Apollo Bay – Port Fairy (Great Ocean Road)

Nach einer angenehmen Nacht in der Jugi, haben wir weiter die Ocean Road abgefahren. Zuerst zum Cape Otway mit Koalas, Schlange und dem ältesten noch existierenden Leuchtturm auf dem australischen Festland.
Dann zur eigentlichen Attraktion, den 12 Aposteln und weiteren Arches und Razorbacks, sehenswert!

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12 Apostel

In Fairy, ein hübsches und gemütlich es Städtchen, sind wir den Empfehlungen unseres Hosts gefolgt und haben Fish & Chips to go geordert und ein Picnic im Battery Park abgehalten – sehr gemütlich und erst noch ein Seelöwe auf Besuch.
Kleines Detail: Die Portionen Tartarsauce, die wir zum Fisch gekauft haben: kein mühsames Öffnen, sondern in der Mitte knicken und schon kann man die Sauce dosiert applizieren!

Unser Fazit zur Great Ocean Road: Schön, insbesondere der Apostelabschnitt, aber im Ganzen doch eher etwas überbewertet. Wenn ich es mit einer US1 in California, einer Route to Hana in Maui oder der Küstenstrasse in Maine oder der Amalfiküste vergleiche, dann sind das sicher ebenbürdige Highlights.

28.01.2017, Tag 17, Melbourne – Apollo Bay (Great Ocean Road)

Samstag Morgen war heute ideal, um Melbourne Richtung Westen zu durchqueren, wenig Verkehr!
Das änderte dann etwas, als wir die Ocean Road erreichten, etwa Stau in jedem Dörfli.
Aber wir hatten Zeit und besuchten Bells Beach (gefährliche Brandung), White Point Leuchtturm (Mad Max), Lorne (im Schritttempo, ohne Parkplatz) und dann Apollo Bay, wo wir zum ersten (und letzten) Mal in Australien im Backpacker YHA im Zweierzimmer übernachten. Es war die einzige Übernachtung, die wir hier fanden, die unter AUD 500.- lag!

Melbourne Tramnetz

Wir haben uns jetzt 3 Tage in Melbourne mit dem ÖV bewegt, hier ein paar Eindrücke zum TRAMnetz:

  • Die Infrastruktur scheint generell okay
  • Einige Trassen sind separat geführt
  • Das Wagenmaterial ist grösstenteils älteren Datums und hat Kapazität von ca. 50 bis 80 Personen, damit werden auch die Ein- und Ausstiegszeiten länger
  • Der von uns beobachtete Takt lag bei ca. 12 Minuten
  • Die Triebwagen haben 2 Führerstände, vermutlich gibt es keine Kehrschlaufen und damit auch keine Anhänger, um die Kapazität zu erhöhen

Mal ein Versuch einer Analyse:

PTV Public Transportation Victoria ist für das Tramnetz von Melbourne verantwortlich, Yarra Trams betreibt es.

  • Gemäss Website ist es das grösste Tramnetz der Welt mit 250 km Streckenlänge.
  • 410 Trams werden eingesetzt, davon sollen 30% Niederflurwagen sein.
  • 203 Millionen Passagiere sind 2015 transportiert worden.

Sehen wir uns doch als Vergleich den BVB / BLT Verbund an:

  • Streckenlänge (nur Tram): 66km + 65km = 131km
  • Passagiere 2015 (nur Tram ohne WB):  93 + 45 Mio = 138 Mio
  • Anzahl Trams (Anhänger nicht gerechnet) 129 + 103 = 231

Das heisst, dass die BVB mit einem Netz, das halb so gross ist, aber etwas mehr als die Hälfte (56%) der Trams (Kompositionen oder Motorwagen mit Anhänger) von Melbourne betreibt,  70% der Fahrgäste von Melbourne hat.

Angesichts der älteren Trams in Melbourne mit weniger Kapazität als die in Basel, erstaunt das nicht. Melbourne  mit längerer Betriebszeit und / oder besserer durchschnittlicher Auslastung die angegebenen Fahrgastzahlen erreichen.

Dabei gibt es offene Punkte, um die Performance der beiden Netze etwas besser zu spüren, u.a.

  • Wie weit werden die die Fahrgäste im Schnitt transportiert?
  • Was ist die Durchschnittsgeschwindigkeit (Yarra gibt 16km/h resp 11km/h im Geschäftsviertel an, BVB / BLT gibt keine Zahlen an)
  • Was ist der Takt der Trams? Der kann bei Melbourne eigentlich nur schlechter sein als in Basel
  • Wann steht der Service zur Verfügung (Yarra bietet Fr bis So 24h Services an).
  • Zu welchen Kosten (pro Personenkilometer?) wird der Service angeboten (keine Zahlen nur für Tram)
  • Wie ist die durchschnittliche Auslastung der Tramlinien nd die Pünktlichkeit?
  • Wie sind die Fahrgäste zufrieden? Die BVB gibt einen Zufriedenheitsindex von 77 von 100 an

27.01.2017, Tag 16, Melbourne

Zuerst ein Brunch in unserem Stammlokal in St. Kilda. Monica, eine Südamerikaneri, betreibt hier mit Mann (und Kindern) ein kleines Kaffee und ein Kleidergeschäft, das mit der Beiz verbunden ist. Die Zmorge sind kreativ mit südamerikanischem Flair und Salsa gemacht, einfach gut (und günstig)!
Danach in die City in die Arkaden, die Strassenkünstlergassen, zum Federation Square, Victoria Market (er ist wirklich gross) und dann über die Docklands und die South Yarra Wharf, die in den 80er Jahren die Umgebung des Flusses aufzuwerten begann und zurück zum Hauptbahnhof Flinders Street.
Melbourne gefällt, es hat tolle Restaurants und Kneipen und auch noch einige bemerkswerte alte Bauten. Man hat Platz und das Tram, das in der City gratis ist, funktioniert gut.
Im Vergleich zu Sydney fehlt halt der direkte Bezug zum Wasser. Melbourne vermittelt (uns) den Eindruck, als wolle man von Bay und Fluss “nichts wissen”. Es war aber sicher einen Besuch wert!

26.01.2017, Tag 15, Melbourne, AO

Heute war Australien Day und wir hatten unseren Sporttag am Australian Open (AO) in der RodLaver Arena.
3 Matches wurden uns am Nachmittag geboten, ein Halbfinal im Doppel der Männer und die beiden Halbfinals der Frauen. Der Doppelmatch machte mir eher den Eindruck von Badminton gemischt mit Hornussen, aber okay.
Bei den Damen haben die beiden Dinosaurier Venus und Serena jeweils dominiert, wobei das Spiel mit Venus gegen CoCo echt spannend war und über 3 Sätze ging. Unglaublich der Power und die Präzision dieser Spielerinnen!
Den anderen Match, hätten wir wegen Pinkel- und Trinkpause beihnahe verpasst, Serena hat in 50 Minten alles klar gemacht. Also ein Williams interner Final, wie hier schon im 2003.
Schade, dass ich keine Night Session Tickets gekauft hatte, so verpassten wir den Halbfinal Stan gegen Roger, der hier ja ein unglaubliches Renommé hat. Allerdings wäre das Ticket mehr als doppelt so teuer gewesen und zur Buchungszeit konnte man nicht mit einem solchen Halbfinal rechnen ……

25.01.2017, Tag 14, Foster – Melbourne

Nach einem Breaky Wrap ging es los der Küste entlang Richtung Melbourne.
Auf den australischen Strassen werden alle 4 Elemente (Erde, Luft, Wasser und Feuer) mit Strassenzeichen abgedeckt: die bekannten “Rough Surface” und “Heavy Crosswinds” aber auch “Fire Danger” und mit der Messlatte sieht man bei Flooding, wie tief das Wasser ist!
Nach schönen Küstenabschnitten sind wir in St. Kilda, einem lebhaften Vorort, östlich von Melbourne, angekommen. Dreitageskarten für Zug und Tram (zum Tramnetz hier mehr) gekauft und ab ins Zentrum.
Nach dem Stadtbummel fuhren wir zurück zum St. Kilda Pier, um die Zwergpinguinparade zu beobachten – wir haben viele Kite Surfer beobachten können, aber nur einen Pinguin; es war einfach zu kalt mit T-Shirt und dem starken Wind, wir mussten vorzeitig umkehren.

24.01.2017, Tag 13. Foster und Prom

Foster, schon eher am Enddarm von Victoria, hat eine beachtliche Infrastruktur aufzuweisen: U.a. Motels, 3 Supermärkte, 3 Likörshops, 2 Beizen, 2 Bakeries und 3 Kaffees, wovon mindestens eines hervorragenden Cappuccino serviert. 60 km von Foster entfernt befindet sich das Visitor Center des Wilson Promotontory NPs und damit ist Foster die letzte Gelegenheit sich zu vernünftigen Preisen zu versorgen.
Also los in den Prom (so nennen ihn die Aussies). Aber wir sind etwas enttäuscht, dass man den schönen Süden des Parks eigentlich nur mit 2-Tages-Wanderungen erkunden kann.
Dann halt ab in den Norden zum Lilly Pilly Gully Trailhead. Wir schreiten durch den Regenwald und beobachten einen Gelbohr-Rabenkakadu, die grösste Kakaduart, die nur in Südost-Australien vorkommt. Dann erklimme ich noch im Geist der “Zischtigswanderig” den Mt. Bishop, 375m.
Mittagessen mit Picnic ist angesagt. Wir konnten wählen zwischen schönem Strand mit starkem Wind, der die Chicken breast Scheiben, auch wenn sie mit Tomaten beschwert waren, vom Brot windeten oder einem angenehmen Tisch im Windschatten, wo mindestens 200 Fliegen auf uns warteten und Speisen und Gesicht in Beschlag nahmen. Wir entschieden uns für die Fliegen, es wurde aber ein kurzes Mittagessen.
Zum Schluss noch zum Prom Wildlife Walk. Und hier konnten wir eine ganze Herde Känguruhs beobachten, auch Junge im Beutel 😉

Morgen auf nach Melbourne.