08.03.2017, Tag 56, Suva – Rakiraki

Nach einem Abendessen mit stimmungsvoller Aussicht und einem Gespräch mit dem Trainer der samoanischen Rugbynationalmannschaft, die sich für das Turnier mit Fiji und Tonga in Suva vorbereitete und im selben Hotel logierte (BT sind die Sixpacks der Burschen beim Aufwärmen auf der Hotelterasse aufgefallen) sind wir heute, vorbei an einem fijianischen Friedhof, ins Zentrum von Suva gefahren.
Dort haben wir uns den Thurston Park und DAS Fiji-Museum angeschaut. Letzteres ist ein wirklich sympathischer und etwas chaotischer Platz. In der Eingangshalle sind die maritimen Exponate, Kanus, Katamarane, etc. ausgestellt und es war drückend heiss dort. Durch den gut gekühlten Shop kam man dann in die leicht wärmere “History Gallery”. Was ich hier bemerkenswert fand, ist, dass die Fijianer um 1800 Leute von Samoa und anderen Inseln als Sklaven auf die Fijiinseln entführt hatten, um der eigenen, fehlenden Arbeitskraft für die Gewinnung von Baumwolle, Zuckerrohr und Kaffee zu begegnen.
Im Museum hatte es dann im oberen Stock Räume, die an abgedunkelte Büros um die Vorjahrhundertwende erinnerten. Masi, der Stoff, der aus Fasern der Rinde von einem speziellen Maulbeerbaum hergestellt wurde, und dann in schönen Kleidern und Tüchern resultierte, war eines der Hauptthemen. Also durchaus sehenswert, wie und was da in diesem speziellen Haus gezeigt wird.

Danach ging es durch Suva auf die Kings Road, die uns Richtung Norden führte.
Der Verkehr nahm zuseheds ab und nach 25 Minuten erreichten wir das Schild “Road closed”. Zwei Arbeiter standen dort und kamen auf uns zu, den einen verstand ich gar nicht und der andere meinte: “This road is closed due to landslip caused by the heavy rain we had. You have to go back to the bridge and take a left, direction to the airport”. Ich fragt nach, welche der vielen Brücken denn und ob Airport nicht etwas falsch sei. Da fackelte er nicht lange und sagte seinem Arbeiter, er solle mit uns mitfahren und den Weg zeigen.
Also fuhren wir mit ihm zurück, “straight down”, “left” und “right” verstand ich mittlerweile von ihm. Kaum erreichten wir das nächste Dorf liess er das Fenster runter und brüllte etwas auf Fiji zu seinen Kollegen / Verwandten, die am Strassenrand sassen, dass wir erschrocken zusammenzuckten – und das wiederholte sich in jedem zweiten Dorf unserer etwa 40 Minuten dauernden Umfahrung auf SUV begünstigenden Strassen. Dann standen wir 200m entfernt von der Stelle, wo wir Ben, so hiess unser Lotse, an Bord genommen hatten. Es stellte sich dann auch heraus, dass wir einen Umfahrungshinweis übersehen hatten.
Es ging weiter und wir machten einen Halt in einem kleinen Städtchen, kauften “Fiji Gold” und plauderten mit überaus freundlichen Markfrauen, die mit den Geschäft nicht so zufrieden waren. Beim Supermarkt roch es nach frischem Brot, aber nicht nur das, hinten in der Backstube lief Musik und einer der Angestellten sang lautstark mit und tanzte. Die Verkäuferin lachte und schob dann die paar Kisten beiseite, damit ich den Tänzer besser sehen konnte!
Hundert Kilometer später kam die Abzweigung zu unserem Hotel. Es ging noch vier Kilometer über ein Strässchen, das eher an Bachbett erinnerte als an Strasse – aber für etwas hat man ja ein Ungetüm!
Jetzt sind wir an der Spitze der Halbinsel in unserem “Ocean View Room” und sind noch nicht so sicher ob das richtig passt.
Nachtrag: wir hatten Stromausfall hier und der Internetprovider hat auch seine Mühe, also folgt dieser Update sicher später als gewohnt: “It’s Fiji Time”!