Morgenessen im Resort mit grossem Buffet, schön. Am Tisch neben uns sass eine junge Japanerin mit ihrer Mutter. Nachdem die Mutter den Tisch verlassen hatte, widmete sich die Tochter den Feigen. Die Vierteli nahm sie gekonnt mit dem Löffel aus und deponierte das Fruchtfleisch – und ass die Schale. Nächstes Vierteli, dasselbe. BT und ich konnten förmlich den bitteren Geschmack spüren. Wir diskutierten kurz, ob wir ihr sagen sollen, dass umgekehrt möglicherweise besser schmecken könnte. Also ging ich zu ihr hin und erklärte ihr unsere Sicht der Fruchtverwertung. Zuerst war sie verlegen, dann bedankte sie sich ausschweifend und ich erklärte ihr, dass wir in einer Woche in Japan sein werden und dann auch froh sind, wenn uns jemand solche Hinweise geben kann.
Am Nachmittag ging es auf den Touriausflug in ein “echtes” Fijidorf. Wir fuhren, zusammen mit einem Paar von Wisconsin und einem aus Sydney zu einem Dorf, etwa 10 km von unserem Hotel entfernt und wurden dort vom Chief Deputy empfangen.
Er führte uns durch das Dorf mit etwa 300 Einwohnern und erzählte über Gemeinschaft, Schule und Kirche. Es sind drei Clans, die hier nach einfachen Regeln zusammenleben. Gibt es Streit, entscheidet der Chief (es soll Dörfer mit weiblichen Chiefs geben), gibt es gravierendere Vorfälle, schaltet er die Polizei ein.
Alle Bewohner sind Christen und die sonntäglichen Kirchenrituale sind zentral für die Gemeinschaft.
Nach der Tour wurden wir im Community House von den etwa 25 anwesenden Bewohnern mit der “Kava Cerenomy” als wichtige Gäste begrüsst. Wir als Gäste sassen den Bewohnern gegenüber, ich als gewählter Chief der Gäste in der Mitte 😉
Dann wurde der Kava, der aus den gleichnamigen Wurzeln hergestellt wird, zubereitet, verschiedene Verse gesprochen, bevor mir die Kokosnussschale mit Kava überreicht wurde. Dreimal Klatschen, ein lautes “Bula!” und dann die Schale leeren. Kava enthält keinen Alkohol aber Wirkstoffe, die entspannend wirken und auch in der Pharma Industrie Verwendung finden.
Das ging so weiter, bis alle ihre Schale getrunken hatten, dann Vorstellung der Besucher und Beginn der musikalischen Darbietung mit Gesang und Tanz und zwar mit den Gästen. Nochmals Kava, dann abgekürzt zur Fiji Landeshymne als Abschluss.
Ich fand es eindrücklich, insbesondere in welcher Ruhe der Chief Deputy das Zusammenleben und die Prinzipien der Gemeinschaft erklärte. Inweit die Bewohner vor allem durch die zu erwartenden Spenden motiviert wurden, kann ich nicht beurteilen, aber ihr Auftritt wirkte authentisch und wenig gelangweilt.
Interessant war auch zu sehen, was denn die amerikanischen und australischen jungen Damen kümmerte: “Muss ich wirklich barfuss in diesen Gemeinschaftsraum, und, was, wir trinken den Kava alle aus der gleichen Schale?!

