14.04.2017, Tag 93, Hongkong

Heute war Macau, die ehemalige portugiesische Kolonie, angesagt. Es blieb bei der Ansage.
Wir fuhren um 11.00 bei angenehmem sonnigen Wetter mit dem Taxi zum “China Ferry Terminal”, ein Einkaufszentrum, das auch Ferry Tickets verkauft und das Boarding zu den Fähren anbietet.
Als wir beim Ticketing erschienen, waren da mehrere längere Schlangen vor den Schaltern und etwa drei, vier Leute, die, zwischen den Schlangen stehend, in einer unglaublichen Lautstärke spezielle Tickets anboten.
Nach etwas Orientierung war klar was da Sache ist: Aktuell wurden an zwei Schaltern Tickets für heute für die Fähre um 18.30 verkauft, alle anderen und früheren waren bereits ausverkauft!! Die Schreihälse zwischen den Schlangen verkauften Tickets für die Fähre um 12.15 für den vierfachen Preis – also standen wir an der dritten Schlange an, dort gab es Tickets für den nächsten Tag.
Nach 15 Minuten und nahe am Hörsturz, erreichten wir den Schalter, und Überraschung, alle Economy Tickets für den nächsten Tag waren weg, es gab nur noch Super Class Tickets zum doppelten Preis!
Also kauften wir zwei für morgen Samstag für HKD 1400.- also etwa CHF 100.- pro Person retour. Und endlich konnten wir dieses Tohuwabohu mit unseren Trophäen verlassen.

Wir verbrachten den restlichen Tag in Kowloon, besuchten wieder mal Märkte und Kameraläden und gingen italienisch Essen.

13.04.2017, Tag 92, Hongkong

Wir waren heute nochmals auf Hongkong Island und nahmen uns Zeit, vom North Point Richtung Westen die Gegend zu erkunden.
Das fing schon bei der Fährstation an, wo die Krabben “gefesselt” wurden und die grossen Bottiche der Fischverkäufer standen.
Dann die riesigen Wohnhäuser mit den meist sehr kleinen Wohnungen – es soll hier noch über 80’000 Leute geben, die als sogenannte “Cage People” gelten, weil sie mit mehreren Leuten eine kleine Wohnung teilen und ihr Hab znd Gut und ihre Schlafstelle in einem abschliessbaren Käfig von 2 bis 3 m3 haben!

Die Kontraste in der Stadt sind riesig, wir standen bei Schmuckläden und Verkaufsstellen von teuren Schweizer Uhren, bogen in eine Seitenstrasse ab und hier befanden sich typisch chinesische Metzgereien, die u.a. (behaarte) Ochsenschwänze und Zungen präsentierten.
Oder die Entenschlacht- und Kochstellen, hier konnte BT nicht widerstehen und hat entsprechend gut zubereitete Leichenteile erstanden und verzehrt.

Wir haben das pulsierende Leben aber auch die “Stille” im Victoria Park genossen und sind dann mit dem Doppelstöckertram zurück zur Fährstation und mit der Fähre zum Hotel zurück gelangt.

12.04.2017, Tag 91, Hongkong

Bei angenehmer Temperatur und starker Bewölkung nahmen wir die Fähre, die 200 Meter vom Hotel entfernt zum North Point auf Hong Kong Island fährt. Dort landeten wir im “Chinesischen Viertel” mit Märkten, Bambusgerüsten und rudimentären Metzgereien. Weiter ging es mit dem Doppeldeckertram Richtung Westen, alles der Nordküste entlang – die Häuser wurden immer höher und die Shops immer nobler. In der Nähe des “Centrals” stiegen wir aus (etwa 5km Tram für HK$ 2.30, umgerechnet etwa 40 Rappen!), das Ziel war die Talstation des “Peak Trams”, das auf den 428 Meter hohen Aussichtspunkt führt.
Wir wussten, dass wir nicht die Einzigen sein würden und wir warteten eine knappe Stunde bis wir in das Funiculaire einsteigen konnten.
Oben angelangt, stellten wir fest, dass das Wetter bereits etwas zugemacht hatte, aber immerhin, die Skyline war noch bis Kowloon knapp sichtbar.
Nach einem kurzen Kaffee und einsetzendem Nieselregen, machten wir uns bereit für die Abfahrt – welche Überraschung, gleiche Schlange nur diesmal etwas feuchter.
Wir entschlossen uns, den Bus nach unten zu nehmen und fanden den richtigen Kleinbus relativ schnell.
Unten angekommen, ging es zur berühmten und alten Star Ferry, die uns zurück nach Kowloon brachte und jetzt hatte der Gewitterregen eingesetzt.
Wir waren gut 3 Kilometer vom Hotel entfernt und wir beschlossen, ein Taxi zu nehmen – wir waren nicht die Einzigen, die im Regen unter einem schmalen Dach warteten und was ärgerlich war, jedes zweite leere Taxi fuhr ohne Stopp an uns vorbei. Aber 30 Minuten später waren wir zurück im Hotel und rechtzeitig zur Tea Time.

11.04.2017, Tag 90, Hongkong

Bei durchzogenem und richtig schwülem Wetter haben wir uns heute in Kowloon, das gegenüber von Hongkong Island liegt, etwas umgesehen. Es wird viel gebaut, zum Teil sehen Häuser recht heruntergekommen aus; es gibt aber auch neuere Wolkenkratzer hier. Der Verkehr ist wieder linksseitig und ziemlich laut und hektisch.
Hier in der Sonderverwaltungszone Hongkong leben etwa 7,5 Mio Einwohner auf 1200 km2 Fläche, also 40 mal kleiner als die Schweiz – geht doch.

10.04.2017, Tag 89, Seoul – Hongkong

Gestern Abend wollten wir zuerst an den Strassenständen nahe vom Hotel etwas futtern – aber hallo – vor jedem Stand gab es eine Schlange von 20 bis 30 Leuten und die papierdünnen Tintenfische waren jetzt auch nicht zuoberst auf unserer Liste. Wenn sie eines haben, die Koreaner, dann Ausdauer beim Anstehen. Wir aber eher nicht, wir wollten weiter zu den Regenbogenfontänen an der Banpo-Brücke und den “Floating Islands”.

Also Subway mit Umsteigen und dann ein Marsch über die Autobahnbrücke, als schon die Fontänen, mit Farbe untermalt, losgingen. Zum Glück standen wir im Luv der Wasserstrahlen. Dann über abenteuerliche Wege zu den Islands und zu den Restaurants. Aber hallo – nur Kioske mit Chips und getrockneten Nudelsuppen oder Kaffees mit leeren Auslagen oder Glacé. Dann ging die Wasser-Show von der Brücke wieder los – aber hallo – war das eine Enttäuschung, richtig fade!

Also etwas Schoggi und Chips eingekauft und etwas hungrig auf der unteren, ruhigeren Etage der Brücke zurück zur Subwaystation. In Seoul gibt es auch einen Sonntagsfahrplan, haben wir gemerkt, gefühlte 30 Minuten warteten wir auf unseren Schlitten. Noch etwas im Lädeli gekauft und dann leicht frustriert ins Zimmer.

Heute fuhren wir mit dem Limousinenbus zum Flughafen Inchenion und hier wurde das Roboter-Tanzspektakel gezeigt; zu verschiedenen Poptiteln tanzten die Kerle ziemlich ausgelassen. Nicht alle machten die gleichen Bewegungen, es gab Variationen, z.B der “Leadtänzer” gab eine eigene Show zu Besten. Es war ein Gaudi und die Warteteit ging schnell rum.

Danach flogen wir bei gutem Wetter südwärts zu unserer letzen Destination: Hongkong.

Wieder mal Gelegenheit für eine ungefragte Filmkurzkritik: “Hacksaw Ridge”, Regie Mel Gibson, 2016, nach einer wahren Geschichte, in der sich ein US-Soldat freiwillig zum Dienst meldete aber den Dienst an der Waffe verweigerte. Er leistete dann heroischen, waffenlosen Einsatz als Sanitäter im Pazifikkrieg gegen die Japaner und wurde entsprechend geehrt. Interessanter Aspekt, ein bisschen gewalttätig, aber das bringen Kriegshandlungen mit sich. Ich finde: durchaus sehenswert, auch wenn man keine Reise durch Japan gemacht hat 😀.

Kurze Immigration in Hongkong, keine! Fingerabdrücke registriert und mit der Bahn und Shuttlebus zum Hotel in Kowloon. Wir sind in der Clubetage einquartiert, mal sehen ob wir da noch eine Schale kaufen müssen oder wir sie für die letzten 7 Tage mieten können 😉

09.04.2017, Tag 88, Seoul

Gestern Abend klappte es mit dem Korean BBQ. Eine Platte Fleisch (400g), Salate, Saucen, Pilze, Pickels und Suppe, dazu einen Cabernet aus Chile, alles zusammen für 55’000 Won, also etwa CHF 50.- .
Bei der Zubereitung, dem Schneiden des Fleischs mir der Schere und den verschiedenen Verpackungsarten des gegrillten Fleisches mit den Zutaten in die verschiedenen Blätter, hatten wir grossartige Anleitung und Unterstützung unserer Bediendame! Es war wirklich gut.

Heute ging es dann etwas später auf die Piste. Zuerst ein paar Stationen mit der Subway, dann zu Fuss zur über 500-jährigen Jeongotgyo Brücke, die über den Jungmangcheon führt.
Heute stehen noch etwa 100m im Originalzustand und die Kunstruktion sieht schon wuchtig aus.

Danach wanderten wir, zum Teil unter Kirschblüten, dem Fluss entlang bis zur Mündung in den Hangang, der Hauptfluss, der durch Seoul fliesst.

Unterwegs sichteten wir noch gut getarnte Wildbeobachter (oder doch nordkoreanische Spione) und machten uns dann wieder auf zur Subway.

Zurück in “unserer Umgebung”, durch die Shoppingmeile Insedong und an den Strassenständen vorbei zur Kreuzung, wo wir einmal mehr die 14-spurige Hauptachse zwischen Nord- und Südtor überqueren.

08.04.2017, Tag 87, Seoul

Gestern Abend noch ein kleiner Streifzug durch das sehr lebhafte Ausgehviertel.
Heute morgen dann zum Sungnyemun Tor im Süden, erbaut 1395, 2009 abgebrannt und jetzt wieder aufgebaut. Gleich daneben beginnt der mehr als 600 Jahre alte Namdaemun Markt, heute ist er immer noch ein wichtiger Umschlagsplatz für die Seouler. Ich habe mir hier ein relativ lichtstarkes Festbrennweitenobjetiv gekauft, mal sehen was dabei rauskommt.
Nach den vielen Tempeln gabs wieder mal eine (katholische) Kirche. Seit 1882 herrscht Religionsfreiheit in Korea.

In einem Kaffee dann der ultimative Ansatz zur Bekämpfung der Klimaerwärmung: Das Pissoir wurde mit Eis gefüllt!

Erleichtert ging es Richtiung Gyeongbokgung Palast. Unterwegs beobachteten wir, wie Tausende von Polizisten mit Bussen stationiert wurden, unser Hotel natürlich im Brennpunkt, und Präsenz markierten. Grund waren Wahlveranstaltungen der Parteien, die gleichzeitig in der Innenstadt stattfanden.
Daneben noch eine Gedenkveranstaltung mit gelben Ballonen für die 304 meist jugendlichen Opfer der Fähre Sewol, deren Untergang sich vor 1000 Tagen ereignete und die Urache und Schuldfrage inmer noch nicht geklärt seien.

Dann noch eine Runde im Garten des Gyeongbokgung Palasts, der sehr gut besucht war und einmal mehr hunderte von Personen in Trachten und Selfie-Sticks anzog.

07.04.2017, Tag 86, Seoul

Wir starteten heute mit einer Seoul Bus City Tour, um einen Überblick über die 15 (25 mit Regio) Millionen-Stadt zu gewinnen. Während der Fahrer mit dem Verkehr kämpfte, kämpften wir, vorbei an Tempeln, Aussichtstürmen, Museen und Shoppingzentren, gegen Wärme und den Schlaf.
Beim Changdeockgung Palast verliessen wir den Bus, um die Beine zu vertreten und den Palast etwas zu erforschen. Eines der Probleme, das wir hier haben, sind die Objekt- und Strassennamen, ist es jetzt Changgyeonggung oder Changdeokgung oder sind wir beim Cheonggyecheon?! Das andere Problem, es herrscht Rechtsverkehr hier – Nach drei Monaten im UK-System braucht das wieder etwas Zeit.

Im schönen Garten des Palasts stand noch eine Sonnenuhr aus Bronze, die ersten dieses Typs wurden hier um 1434 entwickelt.
Danach spazierten wir zum Hanok-Quartier Bukchon, wo man noch einige schmucke Holzhäuser sehen kann, wie sie vor einigen Jahrzehnten typisch für ganz Seoul waren.
Hier trafen wir viele Damen (und Herren) in traditionellen Trachten an, die vor allem den Sefie-Stick zum Einsatz brachten.
Dann ging es, an unzähligen Ständelis und Lädeli vorbei, zum Fluss Cheonggyecheon, der uns in einer entspannten Atmosphäre durch die lärmige Grossstadt zum Hotel zurück führte.
Seoul erleben wir als sehr lebhaft und die Improvisationslust, wie wir sie von andern asiatischen Ländern, wie Thailand, Vietnam oder Kambodscha kennen, ist hier noch nicht ganz verschwunden, insbesondere, wenn man sich den Warentransport anschaut.
Die Koreaner sind etwas hektisch, manchmal drängeln sie etwas, aber im Stassenverkehr erleben wir sie, trotz Hupen, recht diszipliniert und für den Bus stehen sie immer perfekt in einer Linie an 😉

06.04.2017, Tag 85, Fukuoka – Seoul

Gestern Abend klappte es tatsächlich und wir fanden Platz in einem Fressständeli am Fluss. Zwei Japaner sassen bereits dort, der Eine konnte etwas Englisch und half uns bei der Bestellung von Spiesschen mit Beef, Pork und Chicken (es waren Hühnerherzen) sowie Mentaiko, einer Spezialität von Fukuoka (Rogen von einer Dorschart). Das Ganze wurde draussen auf dem Grill zubereitet und schmeckte okay.

Dann kam noch ein Südkoreaner, er bestellte mit den Händen und sprach ein paar Brocken Englisch und kein Japanisch und trotzdem war es unterhaltend.

Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und besuchten noch ein japanisches Schnellrestaurant, ich bekam Nudelsuppe und BT fried Chicken. Es stellte sich dann bei näherer Untersuchung heraus, dass die drei Stücke drei komplette Bibbeli ohne Knochen waren.

Heute war Reisetag, noch etwas shoppen, nochmals Kirschblüten und herumhängen, dann mit der Korean Air und der richtigen Literatur Richtung Seoul. In der Flughafenhalle von Fukuoka waren bereits die Raketenabwehrsysteme installiert!

Während des Fluges dann das Bastelset: wir machen uns einen Snack aus Reisdreieck, Trockenfisch und Algenmatte.

In der Flughafenhalle haben wir noch unser Konto um eine halbe Million erleichtert (1000 Won sind etwa CHF 7.-) 😉 Zum Hotel, mitten in Seoul, wurden wir im Limusinenbus mit Ledersessel gefahren, der war nur CHF 3.- teurer als die Bahn!
Hotelbezug und dann zum Inder.

05.04.2017, Tag 84, Fukuoka

Leider war die Essbude gestern bis zum Anschlag besetzt 😉
Heute schlenderten wir bei bewölktem Wetter etwas durch die Stadt. Zuerst durch “Canal City”, ein Einkaufskomplex mit begrünter Fassade und Elementen mit Überraschung.
Am Fluss Naka entlang ging es zur Insel Nakasu, die mit Tulpen und Kirschblüten geschmückt ist.
Weiter ins Tenjin Quartier, wo wir, nebst grossen Einkaufstempeln, das Haus mit dem Stufengarten entdeckten. Man kann den ganzen Garten bis oben über Treppen und Wege erkunden. Es ist wie wenn man einen bewaldeten Hügel hinaufsteigt: man hört das Blätterrauschen und der Lärm der Stadt nimmt kontinuierlich ab und die Aussicht zu. Gut gemacht.
Danach noch etwas Blütenstimmung am Fluss, bevor es via Kawabata Shopping Arkaden und Kushida Schrein zurück Richtung Hotel und Schönheitspflege ging.
Noch etwas Seoul vorbereiten und auf der Karte schauen, wie weit Kim Jong-Uns Rakete heute morgen geflogen ist.