Tag 10, Breslau – Karpacz

Auf dem Weg von Breslau nach Karpacz (400-800m) im Riesengebirge haben wir ohne grosse Umwege noch drei Unesco-Kulturerbgüter reingezogen:

Als Erstes die Friedenskirche in Swidnica. Es ist eine protestantische Kirche, erbaut 1656, die nur mit vielen Auflagen der herrschenden Katholiken gebaut werden durfte, z.B. Ein Jahr Bauzeit, nur Holz, Stroh und Lehm, kein äusserer Schmuck, etc. Um so mehr wurde die Kirche im Inneren mit vergoldetem Stuck und Deckengemälden verziert. Es wird die Katholiken noch heute wurmen, dass heute diese reformierte Kiche der Magnet ist!

Das zweite Erbstück war das Schloss Fürstenstein, gebaut im 13. Jh., das markant auf einem Felsen steht und prominente Schlossherren hatte. 1938 liess es Hitler beschlagnahmen und eine unterirdische Bunkerstadt dazubauen.

Als Drittes und Letztes war das 1272 erbaute Kloster von Krzeszow an der Reihe. Wir besichtigten die barocke Klosterkirche (1735) mit beeindruckendem Firlefanz. Für 5 Zloty bekam ich den Fotokleber auf die Brust – Lizenz zum föttele in der Kirche.

Morgen geht es in die Berge, die Schneekoppe (1602m), höchster Gipfel im Riesengebirge, an der tschechischen Grenze ruft!

Tag 9, Breslau

Ein Stadtrundgang in Breslau bei angenehmen Temperaturen stand heute auf dem Programm.

Von der Elisabethenkirche, eine der Grössten in Schlesien, ging es an den beiden Kirchenhofgebäuden „Hänsel und Gretel” vorbei, Richtung Hauptbahnhof. Weiter zum Königsschloss, dann zum Jüdischen Viertel und der Synagoge, wo sich auch der Platz befindet, von wo 20‘0000 Breslauer Juden 1941 bis 1944 deportiert wurden. Das Quartier ist heute sehr trendy und bietet interessante Beizen. Nächste Station war die Dominsel, jetzt wegen Versandung der Oder keine Insel mehr, wo sich eindrückliche Kirchen einander die Glocken und Fenster reichen. Breslau hat über 20 Inseln und etwa 300 Brücken.

Und überall grüsst der Bronzezwerg! Die kurligen Gnome sollen an die Orange Alternative erinnern, die in 80er Jahren im Zuge der Solidarnoschbewewegung und dem Kriegszustand aktiv war.

Morgen geht es weiter ins Riesengebirge nach Karpacz.

Tag 8, Zakopane – Breslau

Von Zakopane bis Wroclaw (Breslau) haben wir für die 370km sechseinhalb Stunden gebraucht. Die Autobahn zwischen Krakau und Breslau (A4) ist gut ausgebaut, kostet ein paar Zloty und der Verkehr war moderat. Es war natürlich der erste Abschnitt von Zakopane bis Krakau, der eher in der Kategorie „mühsam” lag.

Die Autobahn führt quer durch das Oppelner Land, die Kornkammer Polens auf der einen – und Oberschlesien, der Kohlepot von Polen, auf der anderen Seite.

Hier in Breslau, dem Hauptort von Niederschlesien, logieren wir in einem Appartment, etwa 500m vom Zentrum weg. Nach erster Sondierung heute Nachmittag und abends in Breslau, sind wir positiv überrascht, aber die Stadt war ja 2016 Kulturhauptstadt Europas, also muss da was sein!

Hier ein paar erste Eindrücke von Breslau:

Tag 7, Zakopane

Die Hohe Tatra stand heute auf dem Programm. Der Plan war mit der Luftseilbahn auf den Kasprowy Wierch 1950m) zu fahren und dort eine Tour zu unternehmen. Wir fuhren mir dem Auto die 5km zur Talstation, plötzlich fast keine Autos mehr, nur noch Taxi und Busse und dann sahen wir die Schlange! 300m bis zum Kassenhäuschen und die Zweite vor der Bahn war etwa 200m lang. Zudem realisierten wir, dass es hier keinen Parkplatz für PWs gibt. Lagebeurteilung mit der Kosequenz „Abbruch”! Zurück zur Villa war auch keine Alternative, der Stau durch Zakopane war schon beachtlich.

Also fuhren wir auf der Kammstrasse gegen Osten und suchten nach dem Wanderparkplatz mit einem freien Platz. Den haben wir gefunden und wanderten etwas den Markierungen nach durch den Wald – aber eigentlich war nur der Schrittzähler begeistert.

Nach einer Stunde kehrten wir dann ohne Mühe zurück in unsere Villa.

Was tun mit dem angebrochenen Nachmittag? Ich entschloss mich, direkt zum Einstieg der „Dolina Strqzyska” ein Tal das in den Nationalpark führt, zu wandern und die Gegend zu erkunden. 5 Zloty kostet der Zugang aber das Tal und der Weg waren auch hübsch. Hinten im Tal entschloss ich mich aufzusteigen und eine Runde zum nächsten Tal zu machen. Tolle Aussichten und zum Teil steile Wege, aber sehr attraktiv.

Morgen geht es weiter nach Wroslaw (Breslau), mindestens 4h Fahrt.

Tag 6, Zakopane

Nach etwas längerer Bettruhe ging es heute auf den “Hausberg” von Zakopane, den Gubalowka. Er ist etwa 1150m hoch, liegt also 300m über dem Tal und steht genau vis-a-vis, also im Norden des Gebirgszuges der Hohen Tatra, dies verspricht eine gute Aussicht.

Wir wanderten zur Talstation der Standseilbahn, schon hier hunderte von Verkaufsständen und Beizli und bei der Bahn dann, nicht überraschend, hunderte von Leuten, die für Tickets und dann für die Bahn anstanden.

Kurze Standortbestimung: wir laufen. Ein etwas steiniger Wanderweg entlang der Bahn – und – ein Kassenhäuschen! Sie wollten 6 Sloty für die Benutzung des Geröllweges und das Ticket sei auch den ganzen Tag gültig!

Oben angekommen, bot uns ein Bild wie auf einer Chilbi. Beizen, Stände, Spielgeräte, alles entlang der Strasse auf der Gubalowka. Und Leute, unglaublich. Die Polen scheinen das Gesellige und Deftige dem Beschaulichen vorzuziehen, und wie wir das erlebt haben, machen sie das gut organisiert und für uns auch günstig. Wir kehrten in einer Terassenbeiz ein, assen etwas von den lokalen Fleischprodukten und suchten dann den anderen, viel schöneren Wanderweg, der uns dann gratis wieder nach unten führte.

Tag 5, Krakau – Zakopane

Nach einer recht kühlen Nacht mit verschiedenen Gewittern haben wir nach einem kurzen Cappucino in der Stammbeiz ausgetscheckt und das Taxi zur Autovermietung genommen.

Nach 3 km und 11 Zloty (3 CHF) sind wir in ein neues aber etwas düsteres Bürogebäude getreten und haben den Schalter der Autovermietung auf Anhieb gefunden. Aber die wenigen Leute sitzen im Foyer, nicht im Office. Totaler Stromausfall war die Ansage.

Die Formalitäten auf Papier, Kopie per Handy-Foto und das Kreditkartenterminal hat dank Akku und Mobilnetzwerk einwandfrei funktioniert.

Das Auto stehe im 1 UG, alles sei okay.

Ich gehe bei Notlicht runter, finde den Wagen, Brigitte wartet mit dem Gepäck oben. Mit dem KIA dann Richtung Exit, die Türe öffnet sich – aber die Barriere nicht und die Intercom natürlich tot!

Ich gehe durch die dunkle Garage zurück, finde mit etwas Glück das Treppenhaus und gebe dem Typen oben den Schlüssel – er soll bitte das Barrierenproblem lösen und den Wagen nach oben stellen und wo ist denn das WC? Nach etwas hin und her bekomme ich Zugang zum Behinderten-WC, um den Druck, der vermutlich vom gestrigen zwiebelumsäumten Hering stammt, etwas zu reduzieren. WC natürlich zappenduster, aber warum hat man ein iPhone mit Lampe!

Dann geht es los Richtung Süden, Zakopane erwa 70km von Krakau entfernt, in der hohen Tatra ist das Ziel.

Es staut bald und nachhaltig; auf der Gegenseite Tausende, die nach Norden „stehen”. Wir wissen, dass Zakopane DER Touriort von Polen ist, mehr Leute als an der Ostsee erscheinen hier – Sommer und Winter.

Nach zwei Stunden Kupplungsdauertest, beschliessen wir eine der Unesco-registrierten Holzkirchen in Debno zu besuchen und biegen Richtung Osten ab. Dieser Typ Kirche gibt es in den weiter östlich gelegenen Waldkarpaten dutzendweise, aber unsere Tour führt uns nicht dort vorbei.

Sehenswerte Konstruktion, leider blieb das eiserne Gittertor geschlossen und wir konnten das Innere nicht erkunden.

Über schmale Strassen durch aufgeräumte Bauerndörfer, ging es dann weiter Richtung Zakopane – bis zum Punkt als es nicht mehr ging – Baustelle, Überschwemmung oder beides. Irgendwie haben wir die polnische Info 15 km früher nicht ganz korrekt verstanden. Also, bei zunehmendem Regen und Nebel wieder zurück und über die Kammstrasse durch satte Mischwälder Richtung Zakopane.

Geschafft, unsere Villa gefunden und einquartiert.

Dann ging es ab auf die Tourimeile von Zakopane. Eindrücklich, 3 mal so lang und doppelt so breit wie die „Steine” in Basel und mindestens 10 mal soviel Leute. Beizen, Musik, Läden, was man so braucht, schon erstaunlich und friedlich. 95% der Leute waren Polen, würde ich sagen. Nebst dem Touristoff, gibt es auch schöne Holzhäuser im „Zakopane-Stil”.

Zum Znacht eine Borscht- und eine Gulaschsuppe, das gibt Fundament.

Morgen sollte dss Wetter weiter bessern, dann gehen wir sicher etwas in die Berge.

Hier die Bilder der Holzkirche von Debno, gebaut 1490.

Holzkirsche in Zakopane.

Das Innere sehr rustikal

Eine der Spezialitäten, der geräuchte Käse mit Konfitüre, na ja.

Eine der riesigen Roste an der Tourimeile.

Die Gulaschsuppe wird serviert.

Unsere Villa bei Nacht (wir haben nur ein Zimmer).

Tag 4, Krakau

Wir haben den geplanten Besuch der Salzmine gekippt (eigentlich haben wir die Buchung verpennt) und uns bei sommerlichen Temperaturen Krakau gewidmet.

Es ist definitiv eine attraktive Stadt, architektonisch, kulinarisch und kulturell, kein Wunder, dass sie auch gut besucht ist.

Gemütliche Beizen, der Schatten spendende fast 5 km lange Ringpark, die über 100 Kirchen und die schönen Gebäude machen es einfach die Zeit hier zu verbringen.

Abends, nach Besuch beim Griechen, gab es Konzerte auf dem grossen Marktplatz, bis dann um 21.00 der von allen längst ersehnte Regen einsetzte.

Hier noch ein paar Impressionen von Kaffes, dem Lokalmarkt, dem Park mit seinen typischen Abfalleimern, unserem Polnischen Mittagessen, u.a.

Tag 3, Auschwitz – Birkenau

Heute haben wir bei mindestens 35 Grad eine geführte und sehr gut organisierte Exkursion zum grössten Konzentrations- und Vernichtungslager der Geschichte besucht. Mindestens eine Million Menschen sind hier systematisch umgebracht worden.

Es ist nicht einfach darüber zu schreiben, wenn man sich vorstellt, dass man über die gleichen Plätze und Wege läuft und die Gebäude betritt, die vor nicht mal 75 Jahren von den Deportierten und Todgeweihten benutzt wurden.

Trotzdem ein Versuch zur Geschichte: Auschwitz 1 (das Stammlager) wurde 1940 als eine Erweiterung einer Kaserne der polnischen Armee installiert. Die Deutschen brauchten nach der Besetzung von Polen Raum, um polnischen Widerstand und Intelligentsia zu “entfernen”. Alle Dörfer in der Umgebung wurden von der SS zwangsumgesiedelt, um Platz und “Diskretion” zu sichern. Inhaftierte Polen, russische Kriegsgefangene und Juden mussten das Lager entsprechend ausbauen und es ist heute mit den Backsteinbauten noch weitestgehend erhalten. Die Häftlinge mussten in Rüstungs- und Chemiebetrieben arbeiten. Einer der Initianten für die Verwendung von “Gratis-Arbeitskräften” war IG Farben Deutschland. Man spricht hier auch von “registrierten Häftlingen”, alles war dokumentiert inkl. Foto der Häftlinge in drei Positionen.

1942, als die “Endlösung” gestartet wurde, begann man das KZ Birkenau (Auschwitz 2) ca. 4km von Auschwitz 1, mit direktem Gleisanschluss und einer langen Rampe zu bauen. Dieses Lager war 10 mal grösser als Auschwitz 1 und wurde sowohl als Konzentrations- als auch Vernichtungslager mit 4 Gaskammern und Krematorien (sie wurden 1945 von der SS gesprengt) konzipiert.

Juden aus ganz Europa wurden nach Birkenau transportiert, dort selektioniert und diejenigen, die am Leben gelassen wurden, haben das Barackenlager ausbauen oder Zwangsarbeit in einem der Betriebe leisten müssen. Bis 90,0000 Häftlinge (Juden, Sinti, Roma, etc.) haben dort meist als unregistrierte Häftlinge gelebt.

Ende 1944, als sich der Untergang des dritten Reichs abzeichnete, wurden viele Aufzeichnungen der SS verbrannt, Gaskammern und Krematorien gesprengt und die Überlebenden auf den “Todesmarsch” Richtung Deutschland geschickt.

Auschwitz-Birkenau wurde im Januar 1945 durch die Rote Armee befreit.

Heute besuchen ca. 7000 bis 9000 Personen pro Tag die beiden Schauplätze, die nun als Museum organisiert sind und von Polen und einem internationalen Fond getragen werden.

Eingang zum Stammlager Auschwitz 1.

Doppelelektrostacheldrahtzaun.

Versorgungsgebäude.

Im Lagergelände.

Zyklon B, geliefert von einem Unternehmen der IG Farben.

Wachturm und Zaun Auschwitz 1.

Appellplatz für 20’000 Häftlinge.

Fotos von registrierten Häftlingen.

Appellplatz mit Wetterschutz für den SS-Offizier.

Am Zaun.

Auschwitz 2, Birkenau mit dem Todestor.

Hier fuhren die Züge mit den Deportierten durchs Tor.

Die Rampe – hier wurden die Ankömmlinge nach 2 bis 3 Tagen Reise im Güterwagen durch SS-Ärzte selektioniert.

Einfacher Zaun in Birkenau.

Hier standen die Holzbaracken, nun sind nur noch die Kamine übrig.

Gesprengtes Krematorium.

Das Innere der Todesbaracke. Die Geschwächten mussten hier warten bis es Platz in der Gaskammer gab.

Unterstand für SS Personal für den Fall eines Fliegerangriffs.

Tag 2, Krakau

Wir haben den heutigen Tag in Krakau verbracht. Zuerst zum Marktplatz und dort haben wir die Kirchen und den Tuchladen in der Mitte des Platzes besucht. Dann Richtung Wawel Castle, der Königsburg, die auf einem Hügel die Stadt etwas überragt. Eindrücklich die Gebäude und die Grösse des Platzes. Noch eindrücklicher die Länge der Schlange am Ticket Office, wo man Eintritt in die Gebäude erkaufen kann (wir haben es ausgelassen).

Dann ging es in Richtung des Jüdischen Viertels. Das Viertel werde immer trendier und es hat schöne Kaffees in den grünen Hinterhöfen. Die Synagogen wurden schlicht in Backstein gehalten, um ja keine Neider aufkommen zu lassen.

Die alte Synagoge sieht aus wie eine Fabrik, innen vermittelt sie aber ein feierliches Ambiente.

Von dort ging es weiter über die Weichsel zum Platz der Ghettohelden von Krakau, ein Platz mit vielen leeren Stühlen.

Nächste Station war die Fabrik von Oskar Schindler, die heute ein Museum ist. Wir haben die Ehrungen von Osky und etwas die Umgebung angeschaut – Tickets für das Museum gab es keine mehr.

Zurück zum Appartement querten wir die Fussgängerbrücke mit den Akrobatikfiguren und den vielen Schlössern.

Nach etwas Beine hochlagern und komatösen Reviews des Tages machten wir uns dann auf zum Florianstor, dem letzten Überbleibsel der Krakauer Stadtmauer (Krackmauer). In den übrigen Zonen, dort wo früher die Festungsmauer war, ist nun ein “Ringpark”, “Planty” genannt, in dem es sich, insbesondere bei sommerlichen Temperaturen, mit schönen Ausblicken, um die Altstadt wandern lässt.

Dann mit etwas leerem Magen zum Argentinier und seinen Steaks. War super gut aber nicht wesentlich günstiger als bei uns 🤗.

Insgesamt eine wirklich schöne Altstadt mit viel Kultur und Gastronomie…

Morgen geht es dann zu einem dunklen Kapitel – wir besuchen Auschwitz – Birkenau.

Alte Synagoge

Tag 1, Allschwil – Krakau

So, nach fast pünktlichem Flug, einer rassigen und erst noch günstigen Taxifahrt, sind wir um 21.00 in unserem Appartment in der Innerstadt von Krakau angekommen.

Wir sind 1000 km ohne Zeitanpassung ostwärts gereist und so ist es um neun Uhr schon dunkel.

Kurz noch zum Japaner, dann ein nächtlicher Spaziergang zum mächtigen Marktplatz mit viel Betrieb.