01.03.2017, Tag 49, Fairlie – Christchurch

So, heute ist es passiert, die Hälfte unserer 97 Tage dauernden Reise ist um!
Und die Rundfahrt in NZ kam heute (nach 2800 km auf der Südinsel und 1500 km auf der Nordinsel) auch zu einem Ende, wir bleiben jetzt noch 3 Nächte in Christchurch bevor wir weiter fliegen.

Heute fuhren wir gemütlich nordwärts auf der Scenic Route im Landesinnern und machten unseren ersten Stopp am Pudding Hill, nahe des Mt Hutt. Hier wollten wir einen Rundwanderweg absolvieren und starteten in den Wald. Wir hörten immer ein leises Brummen, achteten aber nicht weiter darauf, bis wir nach etwa 10 Minuten einen Baum genauer betrachteten – er war voll von Insekten, ob Wespen oder Bienen war nicht klar. Sie wurden durch den schwarzen Belag auf der Rinde angezogen. Und dann, siehe da, das war bei jedem zweiten Baum der Fall. Jetzt war klar warum der Wald brummte. BT reagiert allergisch auf Wespenstiche, da fand sie es plötzlich nicht mehr so attraktiv und wir kehrten um.
Unsere Internet-Recherche ergab, dass es sich um Scheinbuchen handelt und das schwarze Material Pilze sind und eine ganz seltene, dreifache Symbiose vorliege. Daran sind die Buche, ein Insekt und ein Pilz beteiligt:

  1. Der Baum beherbergt in seiner Rinde das (weibliche) Insekt, eine Schildlaus.
  2. Die Schildlaus scheidet Honigtau aus, von dem sich der schwarze Pilz ernährt.
  3. Der schwarze Pilz schützt den Baum vor Bewuchs von Lianen, Schmarotzerpflanzen usw.

Unsere Theorie, wir konnten das nicht verifizieren, ist, dass auch Bienen / Wespen etwas von dem Honigtau abbekommen wollen und deshalb zu Tausenden die Bäume besetzen.
Also ging es weiter zur Rakaia Gorge, eine Schlucht im Mt Hutt Gebiet. Hier unternahmen wir eine kurze Wanderung zum Viewpoint und unterwegs kam dann noch der Grey Fantail dazu, ein Vogel, der hier verbreitet sein soll, wir aber das erste mal gesichtet haben.
Dann eine kurze Fahrt bis nach Christchurch.
Gegen Abend haben wir dann die Innerstadt erkundet und sie machte einen eher tristen Eindruck nach den letzten beiden Erdbeben von 2010 und 2011 hier. Einige Gebäude sind beschädigt, u.a. die Kathedrale, an einigen Orten ist grossflächig abgesperrt und einige Läden sind immer noch in Containern untergebracht.
Das Touritram fährt, aber sonst hatten wir den Eindruck, dass die Innerstadt schon ziemlich eingeschränkt ist.
Wenn man die Berichte über die Erdbeben liest, so erscheint es fraglich, inwieweit Gebäude wieder aufgebaut werden können. Hauptproblem scheint die Bodenverflüssigung zu sein.