Ein gemütlicher Tag. Zuerst ein Zmorge in Crêpe verpackt, dann ein Spaziergang durch den Botanischen Garten in die Stadt. Zum Schluss etwas relaxen und vorbereiten für Fiji.
Wir waren nun gut vier Wochen in Neuseeland unterwegs. Hier eine Auswahl von unseren Eindrücken von Land und Leuten:
Zuerst ein paar Beobachtungen und Eindrücke zu den Kiwis generell:
- Es sind sehr freundliche und hilfsbereite Leute, sie verwenden parmanent “lovely”, “great”, “amazing”, etc. Sie scheinen an den (Reise-) Plänen interessiert und fragen nach.
- NZ ist sehr USA orientiert. Städte-Konzeption, Individualverkehr, Fast Food, zum Teil auch schon Fettleibige in auffallenden Zahlen erinnern an den östlich gelegenen, grossen Nachbar.
Das Verhältnis Auto vs. Fussgänger ist auch interessant. Nur bei speziell markierten Fussgängerübergängen müssen die Autofahrer anhalten, sonst ist klar, dass der Autofahrer Vorfahrt hat, das wird auch mit entsprechenden Zeichen untermalt:

Wenn ich an einer Einfahrt vorbeigehe steht bei MIR dieses Schild:

Als (Fussgänger-) freundlicher Schweizer hielt ich auch bei anderen, normalen Übergängen, was zum Teil regelrechte Huldigungen und Lobpreisungen beim Fussvolk auslöste.
Was man praktisch überall in Städt(ch)en findet, sind Trottoirs, das ist angenehm. Öffentliche Toiletten findet man überall und die sind in der Regel in gutem Zustand.
Sport scheint für die Kiwis wichtig: Rubgy, Segeln, Golfen, Kricket und Velofahren ist populär. Englische Premier League wird regelmässig übertragen. Wenn es aber darum geht den Sport etwas in den Alltag zu integrieren, zum Beispiel das Velofahren, dann sieht das eher dürftig aus. Hier das Verständnis einer Bike friendly zone:

Wenn wir uns die Essgewohnheiten, soweit sie uns ersichtlich waren, ansehen, stellen wir fest, dass
- die Kiwis viel lieber zu Hause essen und die Beiz eher als Take away benutzen
- Amerikanische Gerichte wie Burgers (zum Teil aber in kreativen Ausprägungen) Pizzas etc. weit verbreitet sind
- In der Beiz das Dinner um 17.00 bis 19.00 startet und in Ausnahmen bis vielleicht 21.00 dauert
- Tische abwischen eher als überflüssig erachtet wird
Standard Menus sind: Chicken, Pork Belly, Beef Steak (Scottish), Lamb, Fish of the day.
Der Salat wird in der Regel mit homöopatisch dosierter Salatsauce serviert, wir mussten oft noch Sauce dazu bestellen. Dafür kann man hier verschieden farbige Radiesli kaufen:

Den Englischen Einfluss sieht man, z.B. bei: Tee, Frühstück, Fish and Chips und ich habe ein paar wirklich gute NZ-Biere getrunken, Ales in guter britischer Tradition.
Die Kaffeekultur ist ausgesprochen gut entwickelt. Ich vermute, dass das von Australien hinüber geschwappt ist und in NZ sicher auch von der italienischstämmigen Bevölkerung unterstützt wurde.
In den Hotels werden Matratzen mit einer speziellen Heizung im Winter gewärmt (ich weiss nicht, ob das auch in privater Umgebung Standard ist). Ziemlich unangenehm, wenn man das Ding nachts aus Versehen startet.
Der landgestützte öffentliche Verkehr existiert und die meisten Leute wissen sicher wie man das schreibt. Vornehmlich sind es Busangebote. In den grösseren Städten wie Auckland und Wellington trifft man auch S-Bahn oder Tram an.
Zugverkehr über weitere Strecken ist eher Folklore und hat, ausser für gewissen Gütertransport, keine Bedeutung.
Das Strassensystem ist relativ gut ausgebaut. Es gibt, mit Ausnahme von Auckland und Wellington, aber keine Autobahnen. Viele Brücken sind nur einspurig befahrbar, was dann plötzliche Aufmerksamkeitssteigerung zur Folge hat.
Speed Limit ist 100 km/h, da kommt man gut vorwärts und wenn man von Camper oder Schleicher ausgebremst wird, kommt bestimmt in nützlicher Frist eine Überholstrecke. Bei den Kiwis gibt es kein von hinten Auffahren, geschweige denn Lichthupe.
Das Umweltbewusstsein scheint gut entwickelt. Es wird über Recycling, Global Warming, etc gesprochen und ich vermute, das die meisten Leute Bescheid wissen. Wenn man aber sieht, wie z.B Plastiksäcke en masse in den Supermärkten abgegeben werden, fehlt da etwas.
Inwieweit sich die Leute bewusst sind, wie stark das Ökosystem in NZ von eingeschleppten Schädlingen, wie Wespen, Opossums, dominanten Pflanzen, etc. bedroht ist, kann ich nicht sagen.
In der Landwirtschaft hat sich das Schafland NZ in den letzten Jahren gewandelt – wir haben sehr viele Kühe und Rinder gesehen. Und die Zahlen sagen auch, dass die Anzahl Schafe von 70 Mio in den Neunzigerjahren auf 30 Mio zurück gegangen ist. Einer der Hauptgründe war der Zerfall des Wollpreises.
Heute exportiert NZ in der Landwirtschaft vor allem (in Reihenfolge des Erlöses) Milchprodukte, Fleisch, Holz, Wein, Früchte und weit abgeschlagen noch Wolle. Hauptdestinationen sind Australien, China und EU.































