Es regnete heute den ganzen Tag. Gegen Mittag machten wir uns auf und besuchten ein Cafe in der Nähe mit praktischen Kommunikationshilfen, z. B. zur Bestimmung der gewünschten Bechergrössen. Weiter ging es zum Hama-Rikyu Garten, der an die Tokyobucht grenzt.
Der Shogun Tokugawa hat ihn 1654 als vorgelagerte Festung für die Edoburg bauen lassen.
Der Park besitzt ein Teehaus, das wir besucht und auch die Teeprozedur mit Süssigkeit zerteilen und Teetasse drehen absolviert haben. Das Süssteil hat etwas an Marzipan erinnert und der Matcha-Tee war okay. Es war etwas kühl in der Bude mit den Papierwänden und die nassen Socken haben auch nicht gerade geholfen.
Also Schuhe wieder anziehen und durch den Blumengarten zur 300 Jahre alten Pinie, dann weiter Richtung Shimbashi-Bahnhof und fanden die Sushi-Stehbar, wo wir uns eine Linie Fisch mit Klebreis reinzogen.
Danach ging es wieder zurück ins Hotel an die Wärme, wo wir uns etwas mit den Fahrplänen der Japan Rail beschäftigten.
20.03.2017, Tag 68, Tokyo
Heute verfolgten wir einen anderen Ansatz: Wir kauften eine ÖV-Tageskarte für Tokyo für ca. CHF 14.- und erkundeten die umliegenden Quartiere.
Zuerst ging es nach Shibuya, ein weiteres (sehr) grosses Shoppinggebiet. Am Bahnhof die bekannte Kreuzung und die Statue des Hundes “Hachiko”, der auch nach dem Tod seines Besitzers, ihn 11 Jahre lang jeden Tag am Shibuya Bahnhof erwartete. Er ist für die Japaner ein Sinnbild für Treue. Es gibt dazu einen sehr schönen Film mit Richard Geere (er spielt nicht den Hund).
Bei der Begutachtung der Einkaufstempel haben wir noch eine private Vorführung der neuen, trendigsten Hygienemasken bekommen und draussen konnte man sich auf die neusten Boliden von Kawasaki setzen.
Nächste Station war “Meiji Jingumae”, wo, nebst Einkaufen, der gleichnamige Schrein, im Vordergrund steht. Es ist eines der bedeutendsten Pilgerziele Japans. Wir spazierten den breiten Weg entlang, als uns vier junge Erwachsene ansprachen und fragten, ob wir Englisch sprechen würden und ob sie uns eine Gratisführung zum Schrein anbieten dürften, sie würden Englisch studieren und möchten gerne mit uns üben!
Aber klar doch und los ging es. Sie machten es recht gut, zeigten uns das korrekte rituelle Waschen vor dem Betreten des Schreins und wie man richtig um die Erfüllung von Wünschen bittet. Es war unterhaltsam und machte Spass, sich über die Beobachtungen der anderen Kultur auszutauschen, ich glaube, sie haben es auch genossen. Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto vor den Sakefässern.
Weiter ging es nach “Shinjuku”. Der Bahnhof zählt über 3,6 Mio Passagiere, die hier ein- oder aussteigen – pro Tag! Hier besuchten wir zuerst eines der Warenhäuser mit einer aussergewöhnlichen Food-Abteilung, danach ging es weiter zum gigantischen, 256 m hohen Rathaus von Tokyo. Der oberste Stock ist frei zugänglich und bietet phantastische Ausblicke.
Weiter zum Elektronikquartier, wo alles erhältlich ist und auf Bühnen Produkte angepriesen werden.
Mit einigem Hunger, entschlossen wir uns, eine Ramensuppe mit einigen Zutaten zu genehmigen; günstig und sehr gut.
Dann letzte Station: Asakusa. Hier steht der Asakusa-Kannon-Tempel (Sensoji-Tempel) von 1651, der überaus gut besucht war. Im Vorbezirk des Tempels sind hunderte von Souvenirläden angesiedelt.
Wir haben unser Orakel getestet, die hundert Yen bezahlt, dann die Büchse mit den Stäbchen geschüttelt, eines aus dem Loch gezogen, die Nummer gemerkt und dann die entsprechende Schublade gesucht (dauerte mit den Schriftzeichen etwas länger) und anschliessend das Orakelblatt aus der Schublade genommen, gelesen (Text war auch auf Englisch) und den Zettel gefaltet, auf der Abflugrampe befestigt, damit der Wind unsere Gedanken und Wünsche zum Himmel tragen möge.
19.03.2017, Tag 67, Tokyo
Der erste Tag in Tokyo. Wir hatten uns vorgenommen, die nähere Umgebung des Hotels, das nahe beim Tokyo Tower (ein Plagiat des Eiffelturms, nur höher) liegt, zu erkunden.
Wir besuchten zuerst das Ginza Quartier, eine Einkaufsmeile, aber auch Restaurants sind häufig, vor allem in den Nebenstrassen, anzutreffen. Die Menus, wie z.B. Fondue werden in den Vitrinen ausgestellt.
Danach zum Tokyo Hauptbahnhof, wo wir unseren JR Pass, das japanische GA, einlösten. Der Typ am Schalter, er hat den ganzen Tag nur ausländische Kunden – er spricht kein Wort Englisch!
Vom Bahnhof weiter zum Kaiserpalast, ein grosses Areal mit Wassergräben, Mauern, Wehrtürmen, Gärten und Wegen. Viele Einheimische und Touris schlenderten hier herum, wie auch die beiden Mädchen, die ich ablichten durfte.
Das Ganze ist schön angelegt, aber der Palast ist abgeschirmt, einzig die klassische Sicht auf den Palast mit der Brücke im Vordergrund war möglich. Bei angenehm sonnigem Wetter lagen wir noch eine Runde unter den Pflaumen- (noch keine Kirschen) Blüten.
Auf der Suche nach etwas Essbarem fanden wir endlich eine offene und noch nicht überfüllte Beiz. Wir sahen, dass man Spiesschen auf dem Tisch-Holzkohlen-BBQ selbst zubereiten kann – also bestellten wir das. Der Kellner konnte zwei Worte Englisch eines davon war BBQ, also bestellten wir 10 Spiesschen zum Braten, Salat und Beilage – alles sauber aufgenommen. Der Salat kam, dann etwas Pause. Und dann kamen die Spiesschen – alle schon gebraten! Soviel zu BBQ. Noch kurz zum Pissoir – ich bin nicht hingekniet.
Wir gingen weiter zum World Trade Center, dort gibt es das Observation Desk im 40sten Stock, etwa 150 m hoch, was gute Ausblicke auf Tokyo gestattet.
Wir verfolgten dort oben das Einbrechen der Dunkelheit und staunten über die Dimensionen dieser Metropole. Je nach “Zirkeleinstellung” leben 30 bis 45 Millionen Menschen hier.
Danach auf zu einer Nudelsuppe. Wir fanden schnell eine Imbissstube und studierten die Auslagen. Jawohl, Nummer 19 für 460 Yen (ca.CHF 4.-) ist es.

In der Kneipe stand dann der Automat, 1000 Yen-Note rein, Knopf 19 gedrückt und der Bon und das Retourgeld erschienen.

Mit dem Bon dann zum Tresen.

der Koch goss die Suppe mit Zutaten auf und nach einer Minute hatten wir unsere Mahlzeit. Sehr effizienter Prozess!

18.03.2017, Tag 66, Fiji – Tokyo
Heute war Flugreisetag. Zuerst 10 Stunden von Fiji nach Hongkong und nach einer knapp zweistündigen Pause dann weiter in drei Stunden mit 150km/h Rückenwind nach Tokyo Haneda. Alles nach Plan – auch schön.
Das lange Sitzen bot auch die Möglichkeit ein paar Streifen reinzuziehen (und zu bewerten):
The Arrival (kreativ, sehenswert) , La La Land (eher langweilig), The Accountant (Action, Ben Afflek als Autist nicht schlecht, aber alles etwas übertrieben), Manchester by the Sea (nicht überzeugend), The Lion (schöne, berührende und wahre Geschichte)
Die Ansagen im Flieger nach Tokyo sauber zweisprachig – Chinesisch und Japanisch, so zumindest meine Interpretation.
Das Dinner wurde serviert und bei der Nudelsuppe musste ich mich doch bei meinem asiatischen Nachbarn absichern, wo und wie denn die Algen, Nudeln und Sauce zusammenkommen sollen. Alles war einfach und ausgezeichnet aber beim Schlürfen schlug mich mein Nachbar um Längen!
Ich hörte Chick Corea mit Bela Fleck, er spielt Banjo (habe das Album nicht gekannt – ist hörenswert) und es kommt eine gelöste Stimmung auf, etwas gegessen, ein Glas Rotwein, zufrieden und zuversichtlich was kommt. Die meisten Passagiere sind Asiaten, die Hälfte davon trägt Hygienemasken, und kehren vermutlich am Samstag zurück vom Business Trip – sie wissen was sie erwartet und wie sie nach Hause oder ins Hotel kommen – wir hatten auch einen Plan, wie wir unsere Liege erreichen aber etwas Nervosität war sicher vorhanden.
Und alles läuft wie vorbereitet, Monorail bis Hamamatsucho, dann 7 Minuten zu Fuss. “Von Fiji nach Fuji”.




















































