31.03.2017, Tag 79, Kyoto – Okayama

Wir fuhren heute mit dem Shinkansen über Osaka, Kobe und Himeji nach Okayama. Hier angekommen regnete es in Strömen – zum Glück war unser Hotel über gedeckte Gänge direkt vom Bahnhof erreichbar. Wir erkundeten noch etwas die Läden, assen etwas Einfaches (Spaghetti und Reis-Omelette) und machten es uns im Zimmer gemütlich.
In Okayama sollte man sich den auf einer Insel im Asahi River angelegten “Korakuen Garden” ansehen. Er ist über 300 Jahre alt und gilt als einer der berühmtesten und schönsten Gärten Japans. Er ist im “Scenic Promenade Style” angelegt, d.h. als Besucher hat man nach jeder Wegbiegung wieder eine neue Sicht.

Der Regen liess nicht nach, dafür wurde es etwas kühler, weder Wetter zum Spazieren noch der Kischblütenentwicklung zuträglich!
Wir überwanden den inneren Schweinehund, nahmen den Bus und spazierten eine knappe Stunde durch die Gartenlandschaft. Toll angelegt, einige wenige Blüten waren draussen und Aussicht auf das dunkel gehaltene Okayama Castle hatten wir auch.

30.03.2017, Tag 78, Kyoto (Ausflug Nara und Inari)

Heute standen nochmals zwei Schwergewichte in der Umgebung von Kyoto auf dem Programm: In Nara der Todaiji Tempel mit der Buddhastatue im Nara Park und in Inari der Fushimi-Inari Shrine.
Wir fuhren zuerst mit dem gut gefüllten Express (die Jugend konsumiert Comics auf dem Smartphone!) der Naralinie in 45 Minuten nach Nara, das 74 Jahre lang der Kaisersitz war, bevor er 784 nach Kyoto verlegt wurde. Auch hier hat es eine Vielzahl von Tempeln und Schreinen die zu besuchen wären. Wir spazierten am Kofukuji Tempel mit der Pagode vorbei in den Nara-Park, in dem Hunderte von zahmen Hirschen frei leben. Futterportionen kann man für 150 Yen kaufen aber dann werden die Viecher gierig und mühsam, sie beissen in Jacken und Beine, bis sie den Stoff bekommen.
Dann ging es weiter zum buddhistischen Todaiji Tempel, der um 710 erbaut wurde. Mit seinen fast 50 m Höhe und einer Breite von 57 m ist er eines der grössten Holzbauten der Welt. Im Innern tront ein riesiger 15 Meter hoher Bonze-Buddha (und andere Figuren), eindrücklich. In einer Säule des Tempels hat es ein Loch und man sagt, wenn Kinder hier durchkriechen, würden sie unter besonderem Schutz des Buddha stehen.
Danach ging es zurück zum Bahnhof und wir fuhren mit dem Bummler Richtung Kyoto bis Inari, ein Vorort von Kyoto. Keine 200 m vom Bahnhof steht der 711 gegründete Fushimi-Inari Schrein, einer der bedeutendsten Shinto-Schreins in Japan. Einzigartig sind die total 4,5 Kilometer langen Alleen aus Torji (Torbögen), die von Gläubigen gestiftet wurden und bis auf den 233 Meter hohen Inarihügel führen. Dabei trifft man immer wieder Stationen mit kleinen und kleinsten Schrein.
Schöne Verbindung von Glauben und Wandern und, im Gegensatz zu unseren Kreuzwegen, gar nicht depressiv.

29.03.2017, Tag 77, Kyoto (Ausflug Himeji)

Und sie kommt doch noch, die Kirschblüte! Zumindest glauben wir, dass wir heute diese Blüten gesehen haben. Der “Cherry Blossom Forecast”! meint, dass es nächste Woche ab Hiroshima oder dann sicher ab Fukuoka, das noch etwas südlicher liegt, reichen wird.
Heute morgen ging es mit dem Shinkansen in einer Stunde via Osaka und Kobe nach Himeji. Hier steht das “Himeji Castle” der alten Samurei, das 1333 erbaut wurde und auf der Liste der Weltkulturdenkmäler steht. Man sieht die weissen Bauten und Mauern bereits, wenn man den Bahnhof verlässt.
Den siebenstöckigen, aus Holz erbauten Fried erkundeten wir über sehr steile Treppen, eine Challenge für Kinder und Rentner.
Nach der Burg besuchten wir den “Garden of the Lords” nebenan, sehr gepflegt angelegt und viele grosse Kois schwammen im Teich.

28.03.2017, Tag 76, Kyoto

Es war ein schöner und interessanter Tag heute. Kyoto besitzt über 250 Tempel und Schreine, davon sind 17 Bauwerke in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Wir haben heute drei davon besucht: den Kinkakuji Tempel mit dem goldenen Pavillon, den Ryoanji Tempel mit dem Felsengarten und den Kiyomizu Tempel mit der grossen Veranda.
Wir starteten mit dem Taxi und unser Chauffeur trug die weissen Handschuhe, wie es sich hier gehört. Beim Kinkakuji angekommen, war die Besuchermenge beachtlich, trotzdem gab es praktisch keine Wartezeiten, alles war gut organisiert. Der Blick auf den mit Blattgold verzierten Pavillons war, vor allem mit den Spiegelungen im vorgelagerten Weiher, wunderschön.
Dann 20 Minuten Marsch zum Ryoanji Tempel, der wegen seines 15 Felsen umfassenden Zen-Gartens bekannt ist. Die Felsen repräsentieren die Inseln des Lebens, der weisse Sand den Ozean des Lebens. Aus keiner sitzenden Position kann man alle Felsen sehen. Die Sonne schien und es war Zeit für etwas Meditation bevor wir den zum Teil blühenden Garten durchquerten und den Bus (man steigt hinten ein und zahlt 230 Yen beim Fahrer, wenn man den Bus verlässt), zum Bahnhof nahmen.
Das Bahnhofgebäude, das 1997 fertiggestellt wurde, ist beindruckend und steht im Widerspruch zu den Kulturdenkmälern, so sollen sich die Kyoter auch lange dagegen gewehrt haben. Wir besuchten eines der Einkaufszentren im Bahnhof und kauften mit Tablett und Zange Sandwiches und Süsses ein. Das Sandwich wurde dann mit einem Eisbeutel zur Frischhaltung versehen!
Aber wo isst man ein Sandwich, wenn nicht gerade ein Garten nebenan ist? Bänggli kennen die Japaner nicht und Essen in der Öffentlichkeit sehen sie nicht gerne. Wir haben aber ein Mäuerchen gefunden und unser Mittagessen trotzdem verdrückt.
Danach ging es mit dem Taxi, an mit Ketten gesicherten Autobahnbauten vorbei, zum Kiyomizu Tempel. Unglaublich, tausende Leute waren hier unterwegs, viele in den traditionellen Kimonos. Auch hier – keine Wartezeiten bei den Tickets, es funktionierte einfach. Wir besuchten die Tempelgebäude und vor allem die Veranda, die einen schönen Ausblick auf Kyoto bot. Es war eine wunderbare Stimmung hier, niemand mürrisch, viele lachten und schienen die Sonne und die traditionelle Umgebung zu geniessen.

27.03.2017, Tag 75, Kyoto

Nach kurzem Spaziergang bei kühlem und windigem Wetter, gelangten wir heute Morgen zum Schloss Nijo-jo-mae, das zum Weltkulturerbe (WKE) zählt und 1603 vom damaligen Shogun errichtet wurde. Prachtvolle Tore, schöne Wandmalereien und ein gepflegter Garten waren zu bestaunen. Mit den Papierfenstern gab es in den Räumen ein diffuses Licht, das eine spezielle Ambiance schuf. Es war lustig zu sehen, wie sich hunderte von Touris, die Mehrheit Japaner, in Socken über das “Nachtigallen-Parkett” (es erzeugt bei jedem Schritt entsprechende Töne) schlurften.
Danach ging es mit der Subway in den Süden zum Toji-Tempel (WKE), um 796 erbaut. Neben dem Tempel steht mit 56m Höhe die höchste Pagode Japans.
Vor dem Bahnhof, nahe der Raucherzone, entdeckte ich die vollautomatische Velogarage. Man stellt das Velo in die Spur vor der Tür, drückt den Knopf, das Gefährt wird eingezogen, nach unten transportiert und irgendwo deponiert. Der ganze Ablauf dauerte höchstens 20 Sekunden. Wie das Velo identifiert wird und ob man wieder seinen Stuhl bekommt, habe ich nicht rausgefunden.
Danach ging es zu unserem Höhepunkt des Tages, dem Tempel Sanjusangen-do, gegründet 1164.
Die “Tausendhändige Kannon” , die von 1000 kleineren Kannonstatuen, die im 12. und 13. Jahrhundert aus japanischem Zypressenholz gefertigt wurden, flankiert ist, sieht schon gewaltig aus. Fotografieren war strikte verboten, aber das Kaufen von Broschüren mit den Abbildungen nicht. Wir haben eine gekauft und das Foto stammt von dort.
Nach dem Besuch des Tempels und Schmerzen im Fuss von BT, nahmen wir das Taxi zurück ins Hotel. Dem Taxifahrer zeigte ich unser Hotel auf maps.me und er versuchte den Namen zu entziffern. Ich zoomte etwas heraus und dann sah er “KFC” auf dem Plan und meinte mit zustimmendem Nicken: “Gendöögi Fleid Tschiigen, good!”, und klar war das Ziel.

26.03.2017, Tag 74, Takayama – Kyoto

Regnerischer Reisetag heute. Zuerst mit dem “Limited Express” auf der einspurigen Strecke Richtung Nagoya. Kurz vor dem Umsteigeort hatten wir uns zusammen mit einem älteren australischen Paar, das nach Tokyo reiste, vor der Türe bereit gemacht, um schnell auf den Shinkansen, unserer nach Kyoto, umsteigen zu können. Fünf Minuten vor der geplanten Ankunft kam der Schaffner vorbei und stammelte etwas von “tennn mimutes delaayi”. Mischt, diesmal hatten wir unser eigenes Abteil reserviert und nun verpassen wir den Zug. Wir fragten den Schaffner, was wir denn mit den Reservationen nachen sollen und er zog eine Brieftasche heraus, klappte sie auf und eine Plastikzeigetasche öffnete sich, die sicher 15 japanische Sätze und deren englische Übersetzungen zeigte. Er zeigte auf den Satz, der uns mitteilte, dass wir das Ticket an einem entsprechenden Gate umtauschen sollten. Be prepared! In Nagoya war der Bahnhof ziemlich voll und wir beschlossen, direkt zum Gleis zu gehen und dort den nächsten Shinkansen nach Kyoto zu nehmen, was auch gut klappte und 45 Minuten später waren wir in der alten Kaiserstadt. Die Aussicht unterwegs war eher trist, das war auch schon von Tokyo bis Naguya so, praktisch alles mit unattraktiven Bauten zugepflastert. Das beste war, dass der Zug so schnell daran vorüber fuhr!
In Kyto war was los. Wir gingen zuerst zum Nishiki-Markt, der ist riesig und bietet fast alles, inklusive Marroni (270g für CHF 9.-). Dazwischen ein Tempelbesuch mit ritueller Waschung und Deponie von Wünschen.
Danach ein Abstecher ins alte Gion-Quartier, das mit alten Häusern und Tempeln aufwartete. Die Damen waren oft in ihren klassischen Kimonos anzutreffen und sie hatten Freude, wenn sie aufs Silizium gebannt wurden.
Ein erster Höhepunkt war sicher die 46m hohe, fünfstöckige Yasanaka-no-To Pagode.

25.03.2017, Tag 73, Takayama

Wir haben uns heute Takayama etwas näher angesehen und starteten mit dem Morgenmarkt, auf dem u. a. schöne Handwerkskunst angeboten wurde.
Danach besuchten wir ein älteres Wohnhaus (ca. 1900), das auch als Sakeproduktionsstätte diente. Die Raumaufteilung, die schwarz umrandeten Teppichmatten mit den Papierwänden, die ebenfalls in Rechtecke unterteilt sind, ergibt eine schnörkellose, klare und ansprechende Struktur.
Mit dem Bus ging es darauf zum nahegelegenen “Hida Ballenberg”, wo alte Häuser und traditionelles Handwerk aus der Hida-Region in einem Freiluftpark gezeigt werden. Das Ganze ist hübsch angelegt und die Schneeräumung hatte auch funktioniert. Speziell sind die Häuser mit den sehr steilen/spitzen Dächern, es hilft bei starkem Schneefall – der Schnee rutscht früher ab und das entlastet.

24.03.2017, Tag 72, Hankone – Takayama

Nach einem Morgenessen mit viel Auswahl, fuhren wir mit dem “Waldenburgerli” zurück nach Odawara. Hier hatten wir Anschluss an den direkten Shinkansen nach Nagoya. Wir kamen 20 Minuten vor Abfahrt aufs Perron und bei den Positionen für die Wagen mit den nicht reservierten Sitzen, standen vielleicht je 6 Personen in den pro Türe angezeichneten Wartezonen. Sollen wir schon anstehen, fragten wir uns, nein, denn vorher kommt ja noch ein Shinkansen, die stehen ja sicher für diesen an.
Der Vorgänger kam, niemand in diesen Warteräumen bewegte sich, einzig 100 neue Passagiere verteilten sich über das Wartegebiet! Wir stehen jetzt hinten an – Lektion gelernt, wenn keine Reservation, dann anstehen, egal welchen Zug wir haben.
Alles lief dann doch schlank, separate Plätze im non-stop Shinkansen und BT neben einem älteren japanischen Herrn, und sie erfährt praktisch alles über japanischen Teeanbau, Kultur und sonstige Fragen.
In Nagoya wechselten wir auf einen Dieselbetriebenen “Limited Express”. Wir hatten noch etwas Zeit und ich kaufte Bier, Grüntee und eine Bentobox mit Reis und Häppchen zum Zmittag, wie man das hier so macht.
Dann Abfahrt und ich beobachte den Lokführer, der mit seinen weissen Handschuhen den Zug fährt, wie er periodisch ganz eigenartige Bewegungen macht – er zeigt nach vorne und dann auf den Plan. Ich vermute, das sind Rituale, um nichts im Ablauf zu vergessen.
Dann geht es dem Fluss entlang stetig aufwärts, bis wir nach zwei Stunden, nach einem kleinen Pass, Takayama (600m) in den Nordalpen Japans erreichten. Es war kalt, Schnee liegt vereinzelt herum und zwischendurch gab es Schneegestöber.
Shuttlebus zum Hotel, ein ziemlicher Kasten, das Zimmer ist wieder westlich eingerichtet und wir machten uns auf in die Kleinstadt. Eine Premiere – das erste Mal auf unserer Reise ziehe ich den Faserpelz an!
Das Städtchen ist hübsch mit den älteren Häusern und den Läden mit den Produkten der alten Traditionshandwerke.
Takayama ist auch Hochburg der Hida-Rinder und wir fanden bald unsere Favoritenbeiz ;-). Eine Hida Beef Platte für den privaten Grill. Das Fleisch war absolut genial, schmackhaft und zart und hatte auch seinen Preis.
Zurück im Hotel, macht sich BT bereit für das Onsen, würde ich auch gerne, aber der Blog ruuuft!

23.03.2017, Tag 71, Hankone

Nach einem heissen Onsen-Bad mit dreimal Duschen und unzähligen Übergüssen haben wir porentief rein unsere Futons installiert und die Nacht nahe am Boden verbracht. Das ging ausgezeichnet, manchmal reklamierte der Hüftknochen aber am morgen fühlten wir uns gut ausgeschlafen.
Darauf folgte das erste japanische Morgenessen. Es war schon ein spezielles Arrangement mit Gemüsesuppe, Onsen-Ei (das Ei wurde drei Minuten im heissen Wasser einer Quelle gekocht), fermentierten Sojabohnen, gegrilltem getrochnetem Fisch und weiteren Zutaten. Es hat, mit ein, zwei Ausnahmen (für uns) verträglich geschmeckt und wir waren bereit für den Tag.
Der Himmel war etwas bedeckt und wir fuhren mit dem Züglein zum Hakone Open Air Museum, das überraschend viele schöne Skulpturen von namhaften Künstlern ausgestellt hat (eine kleine Auswahl ist in der Galerie). Einzigartig ist das heisse Outdoor Fussbad, das den Museumsgästen inklusive Fusstuch angeboten wird.
Nach zwei Capuccinos (Grüntee und Black Bean Tea sind okay, aber manchmal ist Zeit für eine Alternative), machten wir uns auf, an Recyclingkörben vorbei, zum Hakone Gora Park, einem japanischen, leicht französisch angehauchten Garten mit Kunsthandwerk-Ateliers, Treibhäusern und einer Beiz, die ausgezeichnete westliche Sandwiches servierte ;-).
Auf dem Rückweg haben wir noch das Plakat der Rhätischen Bahn entdeckt, das auf die langjährige Zusammenarbeit der beiden Bahngesellschaften hinweist.
Das nächste traditionelle Nachtessen folgte, diesmal eine Gemüse-Fischsuppe, dazu Kartoffeln mit Huhn an einer Käsesauce und einem ganzen Fisch an einer exzellenten süssen Sojasauce, dazu Sake.

22.03.2017, Tag 70, Tokyo – Hakone

Ein japanischer Tag, heute. Zuerst mit der Ring-Subway Yamanote bis Shinagava und hier das erste Mal in den Shinkansen-Express nach Odawara umgestiegen. Im Shinkansen gibt es gut Platz, es hat 5 Sitzreihen nebeneinander und alles scheint geregelt. Unglaublich, wie ruhig das Gefährt bei hohen Geschwindigkeiten läuft. An den Bahnhöfen ist es bis auf den Millimeter festgelegt wo er hält, welche Wagen mit welchen Services wie bestiegen werden. Das ist natürlich nur möglich, weil täglich jede halbe Stunde oder öfter das gleiche Zugsmodell am gleichen Ort hält. Beeindruckend und effizient.
In Odawara sind wir auf eine private Linie umgestiegen und haben einen Zweitagespass für das gesamte Gebiet für CHF 35.- gehauft. Die Hakone Tozan Railway erinnerte nun eher an das Waldenburgerli, aber brachte uns zuverlässig zu unserem Ryokan Hotel (ein traditionell eingerichtetes Hotel).
Hakone ist DAS Tourigebiet der Japaner, nur 100 km von Tokyo weg und es gibt hier Berge, Seen, Schiffe, Seilbahnen und DEN Blick auf den Fuji (3776m).
Also ab, bei gutem Wetter und gut gefülltem Bus zum Ashi-See, hier eine kurze Wanderung über die steile Treppe zum Fuji-Aussichtspunkt und weiter mit dem Schiff nach Togenai Ko, wo wir die Seilbahn (eine Kunstruktion mit zwei parallen Endlosseilen) bestiegen und bis Owakudani fuhren. Hier gab es 2015 einen kleineren Vulkanausbruch, genau neben den Bahngebäuden und es dampft und schwefelt heute noch. Nach einer Busfahrt, anschliessender Talfahrt mit dem Funiculaire von Sounzan nach Gora und dem letzten Stück mit der Hakone Tozan Railway zum Hotel (auf diesem Abschnitt hat es drei Bahn-Spitzkehren!). Die ganze Tour dauerte etwa 5 Stunden und bot Gelegenheit die Kummunikation mit verschiedenstem Fahr- und Stations-Personal zu üben – am Schluss hat es geklappt.
Einchecken im traditionellen Hotel: als erstes Schuhe weg und Schlappen an. Wir bezogen das Zimmer “Ayame” aber da fehlte was? Aja, die Betten sind ja Futons, die wir selber bereit machen. Mal pinkeln und dort stehen dann die Pinkelschlappen bereit! Und es wird gern gesehen, wenn wir im Haus mit dem Yukata (Baumwoll-Kimono) herumlaufen. Also umziehen und Anleitung zum Kimonobinden studieren. Das private Onsen (natürliche Japanische Hotspring) haben wir für heute Abend für eine halbe Stunde reserviert, mal schauen. Zum Glück habe ich keine Tattoos, das wird hier gar nicht gerne gesehen – es erinnert zu sehr an die Yakuza, die japanische Mafia.
Das Nachtessen war sehr gut: verschiedene Vorspeisen, dann Gemüse, Pilze und Fleisch selber in einer Miso- Sesamsuppe gekocht.
So, jetzt muss ich noch die Benimmregeln für das Onsen und die Anleitung zum Bettbau studieren, Guetnacht.