11.03.2017, Tag 59, Natadola Beach

Morgenessen im Resort mit grossem Buffet, schön. Am Tisch neben uns sass eine junge Japanerin mit ihrer Mutter. Nachdem die Mutter den Tisch verlassen hatte, widmete sich die Tochter den Feigen. Die Vierteli nahm sie gekonnt mit dem Löffel aus und deponierte das Fruchtfleisch – und ass die Schale. Nächstes Vierteli, dasselbe. BT und ich konnten förmlich den bitteren Geschmack spüren. Wir diskutierten kurz, ob wir ihr sagen sollen, dass umgekehrt möglicherweise besser schmecken könnte. Also ging ich zu ihr hin und erklärte ihr unsere Sicht der Fruchtverwertung. Zuerst war sie verlegen, dann bedankte sie sich ausschweifend und ich erklärte ihr, dass wir in einer Woche in Japan sein werden und dann auch froh sind, wenn uns jemand solche Hinweise geben kann.

Am Nachmittag ging es auf den Touriausflug in ein “echtes” Fijidorf. Wir fuhren, zusammen mit einem Paar von Wisconsin und einem aus Sydney zu einem Dorf, etwa 10 km von unserem Hotel entfernt und wurden dort vom Chief Deputy empfangen.

Er führte uns durch das Dorf mit etwa 300 Einwohnern und erzählte über Gemeinschaft, Schule und Kirche. Es sind drei Clans, die hier nach einfachen Regeln zusammenleben. Gibt es Streit, entscheidet der Chief (es soll Dörfer mit weiblichen Chiefs geben), gibt es gravierendere Vorfälle, schaltet er die Polizei ein.

Alle Bewohner sind Christen und die sonntäglichen Kirchenrituale sind zentral für die Gemeinschaft.

Nach der Tour wurden wir im Community House von den etwa 25 anwesenden Bewohnern mit der “Kava Cerenomy” als wichtige Gäste begrüsst. Wir als Gäste sassen den Bewohnern gegenüber, ich als gewählter Chief der Gäste in der Mitte 😉

Dann wurde der Kava, der aus den gleichnamigen Wurzeln hergestellt wird, zubereitet, verschiedene Verse gesprochen, bevor mir die Kokosnussschale mit Kava überreicht wurde. Dreimal Klatschen, ein lautes “Bula!” und dann die Schale leeren. Kava enthält keinen Alkohol aber Wirkstoffe, die entspannend wirken und auch in der Pharma Industrie Verwendung finden.

Das ging so weiter, bis alle ihre Schale getrunken hatten, dann Vorstellung der Besucher und Beginn der musikalischen Darbietung mit Gesang und Tanz und zwar mit den Gästen. Nochmals Kava, dann abgekürzt zur Fiji Landeshymne als Abschluss.

Ich fand es eindrücklich, insbesondere in welcher Ruhe der Chief Deputy das Zusammenleben und die Prinzipien der Gemeinschaft erklärte. Inweit die Bewohner vor allem durch die zu erwartenden Spenden motiviert wurden, kann ich nicht beurteilen, aber ihr Auftritt wirkte authentisch und wenig gelangweilt.

Interessant war auch zu sehen, was denn die amerikanischen und australischen jungen Damen kümmerte: “Muss ich wirklich barfuss in diesen Gemeinschaftsraum, und, was, wir trinken den Kava alle aus der gleichen Schale?!

10.03.2017, Tag 58, Rakiraki – Natadola Beach

Heute verliessen wir Rakiraki nachdem gestern Abend der nächste Stromausfall, wie vom persönlich anwesenden Engineer angekündigt wurde, nach spätestens 10 Minuten wieder behoben war.

Wir verliessen auch Evonda, unsere fijianische “Menu-Consultant and Supply Chain Executive”, die wir in den letzten 2 Tagen kennen gelernt hatten.
Sie ist eine aufgestellte, humorvolle, geschiedene Frau, die mit den 2 Söhnen 10 und 21 mit ihren Eltern nicht weit weg von Rakiraki in einem Haus lebt.

Der ältere Sohn arbeitet beim EW und sie hat die Schichten am Nachmittag/Abend im Hotel. Der ältere Sohn zahlt jetzt auch in die Familienkasse, das würde entlasten, aber sie mache sich Sorgen um seine weitere Karriere, aber er sei ja jetzt alt genug. Wie denn das sei, wenn er eine Freundin heimbringe? Sie lachte und meinte, dann sei Zeit für ihn auszuziehen.

Der Jüngere geht noch in die Primary School und wird, wenn sie arbeitet, von ihren Eltern betreut.

Was denn die Träume der Fijianer und ihre persönlichen seien, fragte ich sie. Sie lachte etwas verlegen und meinte, viele Leute möchten mehr vom eigenen Land und andere Länder sehen und dann auch mehr Geld verdienen. War ja nicht DIE Überraschung für mich. Aber sie sei zufrieden, dass sie gute Arbeit habe, und die Betreuung des Jüngsten funktioniere und sie solch nette Leute wie uns treffen könne (hat sie erst beim Abschied gesagt 😉

Die Fahrt ging der Nordküste entlang Richtung Westen. Diese Region ist trockener und wird vom Zuckerrohranbau und der indischstämmigen Bevölkerung Fijis dominiert.

Die Inder wurden um 1900 als Arbeitskräfte nach Fiji geholt und wenn sie 5 Jahre hier gearbeitet hatten, konnten sie sich frei niederlassen. Die Rechnung ging nicht ganz auf, begannen die arbeitssamen Inder doch die Fijianer langsam zu dominieren, die Fijianer haben das Arbeiten ja nicht gerade erfunden. Das gipfelte dann in den Achzigerjahren, nach der Loslösung vom Commonwealth 1970, darin, dass bei der freien Wahl mehr Indischstämmige als Fijianer in das Parlament gewählt wurden, was dann zu Putschen und Chaos führte.

Unterdessen scheint das gefixt, die Verfassung wurde angepasst und die Demokratie ist etabliert.

Wir machten Halt in Ba und Lautoka und wir meinten wir seien in Indien! Sehr geschäftig, grosser und schöner Markt (und die Fijianerinnen sassen vor der Markthalle mit ihren Sachen im Schatten).

Wir genehmigten uns ein Chicken Gericht im indischen Fast Food für gerade mal CHF 3.-
Die Kinder schliefen auf dem Tisch und die Temperatur war im wärmeren Bereich – aber das Essen war ausgezeichnet (Im Gegensatz zu den Fijianern verstehen die Inder etwas vom Würzen).
Danach das Schlussstück bis zum Resort, hier wird der Gästenamen schon 500m vor dem Hauptgebäude an der Schranke kontrolliert.
Wir haben eine grosszügige Unterkunft in einer “Bure”, direkt am Pazifik und die Anlage ist wirklich schön angelegt. Wir werden uns vertun können 😉

09.03.2017, Tag 57, Rakiraki

Wir nahmen es heute gemütlich, schnödeten über das Morgenessen und piesackten die Dame an der Reception wegen dem Internet, das wegen dem schweren Gewitter vom Dienstag hier immer noch nicht läuft.
Am Nachmittag unternahm ich dann eine einstündige Wanderung zu einem anderen Punkt der Halbinsel und genoss die Fijitemperaturen. Die drei Fijianer, die im Auto zum Mähdienst ausrückten, kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was denn der an der Sonne macht. Das richtige Verhalten für diese Tageszeit hat dann ein Gärtner demonstriert, er schnarchte unter einem Busch am Wegrand.
Bei der Rückkehr hielt der Glacéwagen an, die drei Fijianer auf der Sitzbank rutschten zusammen und wollten mich gerade mitnehmen. Nein Danke, ich laufe 😉 Danach Beach(li) Pool und Happy hour ….

08.03.2017, Tag 56, Suva – Rakiraki

Nach einem Abendessen mit stimmungsvoller Aussicht und einem Gespräch mit dem Trainer der samoanischen Rugbynationalmannschaft, die sich für das Turnier mit Fiji und Tonga in Suva vorbereitete und im selben Hotel logierte (BT sind die Sixpacks der Burschen beim Aufwärmen auf der Hotelterasse aufgefallen) sind wir heute, vorbei an einem fijianischen Friedhof, ins Zentrum von Suva gefahren.
Dort haben wir uns den Thurston Park und DAS Fiji-Museum angeschaut. Letzteres ist ein wirklich sympathischer und etwas chaotischer Platz. In der Eingangshalle sind die maritimen Exponate, Kanus, Katamarane, etc. ausgestellt und es war drückend heiss dort. Durch den gut gekühlten Shop kam man dann in die leicht wärmere “History Gallery”. Was ich hier bemerkenswert fand, ist, dass die Fijianer um 1800 Leute von Samoa und anderen Inseln als Sklaven auf die Fijiinseln entführt hatten, um der eigenen, fehlenden Arbeitskraft für die Gewinnung von Baumwolle, Zuckerrohr und Kaffee zu begegnen.
Im Museum hatte es dann im oberen Stock Räume, die an abgedunkelte Büros um die Vorjahrhundertwende erinnerten. Masi, der Stoff, der aus Fasern der Rinde von einem speziellen Maulbeerbaum hergestellt wurde, und dann in schönen Kleidern und Tüchern resultierte, war eines der Hauptthemen. Also durchaus sehenswert, wie und was da in diesem speziellen Haus gezeigt wird.

Danach ging es durch Suva auf die Kings Road, die uns Richtung Norden führte.
Der Verkehr nahm zuseheds ab und nach 25 Minuten erreichten wir das Schild “Road closed”. Zwei Arbeiter standen dort und kamen auf uns zu, den einen verstand ich gar nicht und der andere meinte: “This road is closed due to landslip caused by the heavy rain we had. You have to go back to the bridge and take a left, direction to the airport”. Ich fragt nach, welche der vielen Brücken denn und ob Airport nicht etwas falsch sei. Da fackelte er nicht lange und sagte seinem Arbeiter, er solle mit uns mitfahren und den Weg zeigen.
Also fuhren wir mit ihm zurück, “straight down”, “left” und “right” verstand ich mittlerweile von ihm. Kaum erreichten wir das nächste Dorf liess er das Fenster runter und brüllte etwas auf Fiji zu seinen Kollegen / Verwandten, die am Strassenrand sassen, dass wir erschrocken zusammenzuckten – und das wiederholte sich in jedem zweiten Dorf unserer etwa 40 Minuten dauernden Umfahrung auf SUV begünstigenden Strassen. Dann standen wir 200m entfernt von der Stelle, wo wir Ben, so hiess unser Lotse, an Bord genommen hatten. Es stellte sich dann auch heraus, dass wir einen Umfahrungshinweis übersehen hatten.
Es ging weiter und wir machten einen Halt in einem kleinen Städtchen, kauften “Fiji Gold” und plauderten mit überaus freundlichen Markfrauen, die mit den Geschäft nicht so zufrieden waren. Beim Supermarkt roch es nach frischem Brot, aber nicht nur das, hinten in der Backstube lief Musik und einer der Angestellten sang lautstark mit und tanzte. Die Verkäuferin lachte und schob dann die paar Kisten beiseite, damit ich den Tänzer besser sehen konnte!
Hundert Kilometer später kam die Abzweigung zu unserem Hotel. Es ging noch vier Kilometer über ein Strässchen, das eher an Bachbett erinnerte als an Strasse – aber für etwas hat man ja ein Ungetüm!
Jetzt sind wir an der Spitze der Halbinsel in unserem “Ocean View Room” und sind noch nicht so sicher ob das richtig passt.
Nachtrag: wir hatten Stromausfall hier und der Internetprovider hat auch seine Mühe, also folgt dieser Update sicher später als gewohnt: “It’s Fiji Time”!

07.03.2017, Tag 55, Sigatoka – Suva

Nachdem es die ganze Nacht stark geregnet und gewittert hatte, sind wir mit unserem Touripanzer weiter der Südküste ostwärts auf der Queens Road gefahren. Alles grün, Flüsse braun und nur die Hälfte der Wellblechverkaufsbuden waren besetzt. In einem Dorf haben wir über 10 “Hot Corn” Buden gezählt. Als ich wenig später eine Fijianerin fragte, warum denn alle das Gleiche verkaufen und, in diesem Fall, höchstens 2 Stände besetzt seien, meinte sie, dass halt der Mais hier schon bekannt sei, aber jetzt hätten sie keinen mehr!
Sonst ist wenig zu sehen oder sagen wir so, wir wissen nicht, ob es etwas zusehen gäbe – die Karte ist Schrott (da ist maps.me ein Segen), es gibt fast keine Wegweiser (vielleicht weil es nichts gibt) und die Reiseliteratur ist auch zurückhaltend.
Auf jeden Fall kamen wir, nach einem Zwischenstopp in Pacific Harbour, wo wir die Rabattübersicht des Spermarktes sowie die Meldetromnel bestaunten und wir aufgeklärt wurden, dass sie ab und zu noch gebraucht werde und man sie bis 18 km weit hören könne, in unserem Hotel in Lami, einem Vorort von Suva, der Hauptstadt von Fiji, an.
Auf uns wartete eine grosszügige Suite, mit Ausblick auf die vorgelagerten Inselchen und die Boote an den Bojen, fast wie auf dem Schiff 😉

06.03.2017, Tag 54, Sigatoka

Nach hergorragender Seafoodplatte und etwas Folklore gestern Abend, hängen wir heute etwas herum. Bei gut 30 Grad regnet es etwa alle 30 Minuten für 5 Minuten, aber man kommt über einen gedecktem Walkway zur Happy Hour. Vielleicht noch etwas Fitness oder Driving Range, mal sehen.

Und fir dehei wynsche mr guets Wätter fir die drey scheenschte Dääg!

05.03.2017, Tag 53, Nani – Sigatoka

Praktisch die ganze Nacht bis gegen heute Mittag hatten wir hier tropische Regenfälle, begleitet von Blitz und Donner.
Nach einem Kreditkartenabzug mit museumsreifem Ritschratsch übernahmen wir unseren Landcruiser SUV und fuhren der Südküste der Hauptinsel “Viti Levu” Richtung Sigatora. Die Karte, die wir erhielten, hat vermutlich Enna gezeichnet, eine Strasse rund um die Insel 😉 Unterwegs ein Markt, sofort anschauen. Hier kauft man im Bündel, ob man alles braucht oder nicht. Auffallend waren die grossen Wurzeln mit dicken Stengeln im Viererpack (Namen weiss ich nicht mehr). Wir aber nahmen die Tourifalle: 3 Ananas für 5 Fijidollar, eine davon aufschneiden, plus 3 Dollar und 2 Dollar Tip, macht 10 Dollar. Gut war sie, die Ananas und das Geschäft auch, für unseren Händler.
Nach einer guten Stunde Fahrt auf der Palmen- und Zuckerrohrgesäumten Strasse, Überquerung von unzähligen braunen, hochstehenden Flüssen und vielen bedienten Wellblechverkaufsständen, erreichten wir unser Resort. Schön und grosszügig angelegt, Zimmer mit Meeressicht, kinderfreie Zone inklusive 😉 relativ wenig Leute (es ist Vorsaison) und einige Angebote. Ich denke, wir halten das mal aus hier.

04.03.2017, Tag 52, Christchurch – Nadi (Fiji)

Noch ein letztes Containerzmorge in Christchurch, dann einchecken für den Flug nach Fiji. Alles läuft wie geschmiert. Danach auf der Terasse beim Kaffee merke ich, dass ich das Seglermesser, das ich von meinen november-Kollegen erhalten habe, immer noch im Handgepäck habe. Mischt!
Ich ging zurück zum Check-In, erklärte mein Problem und die Lady sagte zu mir: “I can put it into your luggage if it is not locked. Do you trust me?” Ich hatte wenig Optionen und überliess ihr das Messer.
Dann 3,5 h Flug mit etwas Aussicht, z.B. der Vulkan Mount Taranaki auf der Nordinsel von NZ. In Fiji angekommen, war das Messer tatsächlich im Koffer! Super Service!
Nun muss ich nur noch einen Platz mit Wifi im Hotel suchen, die Services scheinen da etwas weniger ausgeprägt 😉

03.03.2017, Tag 51, Christchurch und ein paar Eindrücke von NZ

Ein gemütlicher Tag. Zuerst ein Zmorge in Crêpe verpackt, dann ein Spaziergang durch den Botanischen Garten in die Stadt. Zum Schluss etwas relaxen und vorbereiten für Fiji.

Wir waren nun gut vier Wochen in Neuseeland unterwegs. Hier eine Auswahl von unseren Eindrücken von Land und Leuten:

Zuerst ein paar Beobachtungen und Eindrücke zu den Kiwis generell:

  • Es sind sehr freundliche und hilfsbereite Leute, sie verwenden parmanent “lovely”, “great”, “amazing”, etc. Sie scheinen an den (Reise-) Plänen interessiert und fragen nach.
  • NZ ist sehr USA orientiert. Städte-Konzeption, Individualverkehr, Fast Food, zum Teil auch schon Fettleibige in auffallenden Zahlen erinnern an den östlich gelegenen, grossen Nachbar.

Das Verhältnis Auto vs. Fussgänger ist auch interessant. Nur bei speziell markierten Fussgängerübergängen müssen die Autofahrer anhalten, sonst ist klar, dass der Autofahrer Vorfahrt hat, das wird auch mit entsprechenden Zeichen untermalt:

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Wenn ich an einer Einfahrt vorbeigehe steht bei MIR dieses Schild:

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Als (Fussgänger-) freundlicher Schweizer hielt ich auch bei anderen, normalen Übergängen, was zum Teil regelrechte Huldigungen und Lobpreisungen beim Fussvolk auslöste.

Was man praktisch überall in Städt(ch)en findet, sind Trottoirs, das ist angenehm. Öffentliche Toiletten findet man überall und die sind in der Regel in gutem Zustand.

Sport scheint für die Kiwis wichtig: Rubgy, Segeln, Golfen, Kricket und Velofahren ist populär. Englische Premier League wird regelmässig übertragen. Wenn es aber darum geht den Sport etwas in den Alltag zu integrieren, zum Beispiel das Velofahren, dann sieht das eher dürftig aus. Hier das Verständnis einer Bike friendly zone:

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Wenn wir uns die Essgewohnheiten, soweit sie uns ersichtlich waren, ansehen, stellen wir fest, dass

  • die Kiwis viel lieber zu Hause essen und die Beiz eher als Take away benutzen
  • Amerikanische Gerichte wie Burgers (zum Teil aber in kreativen Ausprägungen) Pizzas etc. weit verbreitet sind
  • In der Beiz das Dinner um 17.00 bis 19.00 startet und in Ausnahmen bis vielleicht 21.00 dauert
  • Tische abwischen eher als überflüssig erachtet wird

Standard Menus sind: Chicken, Pork Belly, Beef Steak (Scottish), Lamb, Fish of the day.

Der Salat wird in der Regel mit homöopatisch dosierter Salatsauce serviert, wir mussten oft noch Sauce dazu bestellen. Dafür kann man hier verschieden farbige Radiesli kaufen:

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Den Englischen Einfluss sieht man, z.B. bei: Tee, Frühstück, Fish and Chips und ich habe ein paar wirklich gute NZ-Biere getrunken, Ales in guter britischer Tradition.

Die Kaffeekultur ist ausgesprochen gut entwickelt. Ich vermute, dass das von Australien hinüber geschwappt ist und in NZ sicher auch von der italienischstämmigen Bevölkerung unterstützt wurde.

In den Hotels werden Matratzen mit einer speziellen Heizung im Winter gewärmt (ich weiss nicht, ob das auch in privater Umgebung Standard ist). Ziemlich unangenehm, wenn man das Ding nachts aus Versehen startet.

Der landgestützte öffentliche Verkehr existiert und die meisten Leute wissen sicher wie man das schreibt. Vornehmlich sind es Busangebote. In den grösseren Städten wie Auckland und Wellington trifft man auch S-Bahn oder Tram an.

Zugverkehr über weitere Strecken ist eher Folklore und hat, ausser für gewissen Gütertransport, keine Bedeutung.

Das Strassensystem ist relativ gut ausgebaut. Es gibt, mit Ausnahme von Auckland und Wellington, aber keine Autobahnen. Viele Brücken sind nur einspurig befahrbar, was dann plötzliche Aufmerksamkeitssteigerung zur Folge hat.

Speed Limit ist 100 km/h, da kommt man gut vorwärts und wenn man von Camper oder Schleicher ausgebremst wird, kommt bestimmt in nützlicher Frist eine Überholstrecke. Bei den Kiwis gibt es kein von hinten Auffahren, geschweige denn Lichthupe.

Das Umweltbewusstsein scheint gut entwickelt. Es wird über Recycling, Global Warming, etc gesprochen und ich vermute, das die meisten Leute Bescheid wissen. Wenn man aber sieht, wie z.B Plastiksäcke en masse in den Supermärkten abgegeben werden, fehlt da etwas.

Inwieweit sich die Leute bewusst sind, wie stark das Ökosystem in NZ von eingeschleppten Schädlingen, wie Wespen, Opossums, dominanten Pflanzen, etc. bedroht ist, kann ich nicht sagen.

In der Landwirtschaft hat sich das Schafland NZ in den letzten Jahren gewandelt – wir haben sehr viele Kühe und Rinder gesehen. Und die Zahlen sagen auch, dass die Anzahl Schafe von 70 Mio in den Neunzigerjahren auf 30 Mio zurück gegangen ist. Einer der Hauptgründe war der Zerfall des Wollpreises.

Heute exportiert NZ in der Landwirtschaft vor allem (in Reihenfolge des Erlöses) Milchprodukte, Fleisch, Holz, Wein, Früchte und weit abgeschlagen noch Wolle. Hauptdestinationen sind Australien, China und EU.

02.03.2017, Tag 50, Christchurch und Umgebung

Um 08.01 rüttelte mich jemand wach, es war Mr Quake mit Stärke 5,2 in 12 km Tiefe. Naja, das ist NZ und insbesondere Christchurch oder Chch, wie es hier abgekürzt wird. Wenn ich jetzt die Website anschaue, so sind heute 25 Beben in der Umgebung von ChCh registriert worden.

Morgenkaffee beim gelben Container und danach in die City. Ich sprach mit einer Dame, die eine “Gap Filler” Weste trug und fragte sie, was sie denn für Lücken schliesse. Sie erklärte mir, dass sie mit einigen Kollegen im Auftrag der Regierung Massnahmen zur Belebung der Innenstadt umsetze, z. B. die Installation von Tischtennistischen, Begegnunsräume, Pizzaöfen, etc. Das soll helfen, die Leute, nicht nur die Touris, in die Stadt zu bringen, die, heute ist es mir noch bewusster geworden, sehr viel “Freiraum”, resp. Parkplätze und abgesperrte Areale hat, wo früher (auch alte) Gebäude standen.
Zur Stimmung meinte sie, sie sei im Aufwärtstrend, drei Teile der Stadtverwaltung würden bald wieder in die Innenstadt kommen und man sehe, dass auch die Banken sich wieder ins Zentrum zurück bewegen würden. Aber das Feuer, das in der zweiten Hälfte Februar gerade vor ChCh in den Port Hills über zwei Wochen wütete, einige Häuser zerstörte und tausende von Evakuationen erforderte, sei schon ein Tiefschlag gewesen.

Danach besuchten wir die Art Gallery, ein interessantes Gebäude, das 2003 fertiggestellt wurde. Die Dame am Empfang erzählte, dass das Gebäude die Erdbeben gut überstanden habe, nur sei es auf einer Seite etwa 70 cm abgesackt. Das habe man dann wieder gehoben und das ganze Gebäude auf eine Art Federn gestellt, die jetzt seitliche Bewegungen von mindestens 60 cm erlauben würden.
Die Ausstellungen waren interessant, aufgefallen ist das 3D-Werk aus Bleistiftminen von Peter Trevelyan, doch auch die Photografien haben gefallen.
Am Nachmittag gings dann noch auf die Porthills über die Summit Road, die wegen den Bränden im Westen immer noch geschlossen ist.
Eine kurze Wanderung auf den Mt Cavendish, der auch über eine Seilbahn erschlossen ist. Der Ausblick war toll, auf der einen Seite Christchurch mit Pazifik auf der Anderen der Port von Lyttleton, ein natürlicher Hafen, wo auch die Einwanderer angelegt haben und sich über die Port Hills bach Christchurch mühten (ca 25km).
Die Hills sind Teil des Kraterrandes und sie sind mit Wanderwegen und Bikerouten wunderbar erschlossen.
So, die Laundry ist frei, ich muss die Wäsche bereit machen…..